Übersetzung der kompletten Anleitungen zum BBR
durch Michael Scholich, Scharhoferstraße 21, 68307 Mannheim,
der für kleine finanzielle Anerkennungen (Spenden) dankbar ist.
Big Blue Reader Version 4.0
Inhaltsverzeichnis:
Read me 2
Disk Copy Read.me 5
ASCII Übersetzungstabellen 6
Haupttext 7
Zu Beginn 7
Read.me Datei des Big Blue Reader 128/64 Version 4.0, vom 22. Mai 1992
WICHTIG
Textdateien, die vom Commodore- ins MS-DOS-Format und umgekehrt übertragen werden sollen, müssen unter der BBR PRINT Option (mit der entsprechenden ASCII Übersetzung) lesbar sein. Ist das nicht der Fall, wird höchstwahrscheinlich eine Übersetzung unbrauchbar sein.
TEXTDATEI-FORMATE
Bei jeder Übertragung von Textdateien muß das ASCII-Format berücksichtigt werden. Das gebräuchliche Format für MS-DOS Textdateien ist 'Standard-ASCII', für die meisten Commodore Textverarbeitungen ist es 'PET-ASCII' oder 'Screen Code'. Screen Code ('Bildschirmcode') Dateien sind zwar nicht standardisiert, lassen sich oft aber dennoch mit der BBR 'Screen Code' Übersetzung direkt nach MS-DOS übertragen (z.B.: Write Stuff 64 & 128, Speed Script 64 & 128, Omni Writer, Word Writer 64, . . . ).
Pocket Writer 64 & 128 und Paper Clip 64 & 128 nutzen Screen Code, der unformatiert umgesetzt wird, mit <SPACE> zum Beginn jeder Zeile.
Screen Code Dateien können Formatierungsbefehle enthalten, die separat editiert werden müssen.
Andere Textformate enthalten Standard-ASCII (Word Writer 128), PET-ASCII (Easy Script) oder GEOS.
'Pocket Writer' und 'Paper Clip' benutzen Screen Code, der unformatiert übertragen wird. Solche Dateien sollten erst -mit neuem Dateinamen- als SEQ-Datei erneut abgespeichert und dann mit der BBR 'normal ASCII translation' plus 'line feeds' nach MS-DOS übertragen werden.
Sowohl 'Pocket Writer' als auch 'Paper Clip' können sequentielle Dateien direkt laden.
'Word Writer 128' benutzt das Standard ASCII, somit 'NO ASCII' Übertragung ohne zusätzliche ('added') 'line feeds'.
'Word Writer 64' benutzt 'Screen Code', die Dateien können mit 'Screen Code' direkt ins MS-DOS übertragen werden.
Alternativ kann mit dem "CONVERT"-Programm von TimeWorks eine 'Word Writer' (64 oder 128) -Datei ins PET-ASCII, anschließend mit BBR 'normal ASCII translation' nach MS-DOS übersetzt werden.
'GEOS' benützt ein eigenes Dateiformat. Mit dem 'Text Grabber' lassen sich Dateien in GeoWrite aufnehmen. Unglücklicherweise kann GEOS keine SEQ-Dateien ausgeben, aber mit dem PD-Programm 'Convert' lassen sich GEOS-Dateien in PET-ASCII umwandeln, dann mit BBR 'normal ASCII translation' nach MS-DOS.
'Speed Script' benutzt Screen Code und kann direkt mit der 'Screen Code translation table' nach MS-DOS übertragen werden.
Oder vorher mit 'Speed Script' "Convert" die Dateien ins PET-ASCII wandeln, dann mit BBR 'normal ASCII translation' ins MS-DOS.
'Font Master 128' Benutzer laden und speichern sequetielle Dateien über den 'PUT'- bzw. 'GET'-Befehl, dann die Datei mit BBR 'normal ASCII translation' ins MS-DOS übertragen.
'Easy Script' bedient sich sequentieller Dateien mit eingelagertem PET-ASCII Code. Hierfür ist keine Vorbehandlung erforderlich, nur mit BBR 'normal ASCII translation' ins MS-DOS übersetzten. Allerdings gehen Formatierungen verloren.
'Fleet System IV'. Beide Randmarkierungen soweit wie möglich nach außen setzen, Text mit dem Fleet System Export (Printer File Output -Option) als ASCII-Datei exportieren, dann BBR mit 'no ASCII translation' und 'no adding line feeds' übertragen. Für saubere Arbeit darauf achten, daß wirklich eine ASCII-Druckerdatei generiert wird.
Der Big Blue Reader kann 'Screen Code Files' (z.B. von Speed Script, Omni Writer 64, Word Writer 64) direkt mit der 'Screen Code'-Tabelle ins MS-DOS übertragen. Hierzu drucken Sie bitte die Datei 'About Tables' aus, die sich auf der BBR-Diskette befindet und weitergehende Informationen enthält.
Die meisten Textverarbeitungsprogramme enthalten eine Option, PET-ASCII und/oder Standard-ASCII direkt zu lesen. Überträgt der BBR MS-DOS ASCII auf Commodore Disketten, endet der Vorgang in einer ASCII oder PET ASCII Datei.
Speed Script Nutzer müssen das Speed Script Convertprogramm benutzen, ASCII Dateien lesen zu können. GEOS erfordert den Text Grabber, um Texte von außerhalb zu lesen.
Die meisten MS-DOS Textprogramme arbeiten nur mit Standard-ASCII, oder haben mindestens eine Option dafür.
Sollen mit dem BBR PostScript Dateien nach MS-DOS übertragen werden (für PostScript Ausgabe): NO ASCII translation und NO added Linefeeds.
Macintosh Computer mit einem SuperDrive können 3,5" MS-DOS Disketten lesen und beschreiben.
Beim Übertrag von Text- und ASCII- Dateien vom Commodore- auf das IBM MS-DOS- Format kommt es unter Umständen zu zwei Problemen, deren (wahrscheinliche) Lösung ist:
erstes Problem: die übersetzte Datei besteht nur aus Großbuchstaben und Satzzeichen. Wahrscheinlich bestand das Original aus Commodore Screen Code. Deshalb bitte nochmals die obige Liste durchsehen und eine vor- Umwandlung ins PET-ASCII durchführen,bevor der BBR zum Einsatz kommt.
zweites Problem: in der übersetzten Datei sind Groß- und Kleinbuchstaben vertauscht. Dann wurde wahrscheinlich die Option "Commodore PET-ASCII to Standard ASCII translation" gewählt, obwohl sie nicht erforderlich wäre.
Vor der Umwandlung von Screen Code Dateien nach PET-ASCII ist es günstig, alle Randmarkierungen zu entfernen, mindestens die rechte ganz nach rechts setzen (und unter neuem Namen als SEQ- oder ASCII- Datei zwischenspeichern). So wird die Reformatierung vereinfacht.
Übersetzung von GW- oder Commodore- BASIC mit dem BBR
Die folgenden Hinweise dienen 'fortgeschrittenen' Basic Programmierern und geht davon aus, daß selbstgeschriebene Basicprogramme übertragen werden. Der BBR wird BASIC-Programm-Code NICHT verändern, außer möglicherweise ASCII zu übersetzen. Natürlich müssen Syntaxunterschiede (u.U. auch Zeilennummern!!!) zwischen Commodore-BASIC und MS-DOS BASIC (wie QBASIC, GW-BASIC, BASICA, u.s.w.) separat bearbeitet werden. Der Basiccode muß als Textdatei vorliegen.
WARNUNG: BASIC Programme, die jemand anderst (als kommerzielles oder PD Programm) schrieb, sind nur sehr schwierig umzusetzen.
Unglücklicherweise ist ein direkter Übertrag von BASIC Programmen zwischen Commodore und MS-DOS nicht möglich, da der Programmcode binär (oder tokenisiert) auf der Diskette gespeichert wird. Daher ergeben sich folgende Schritte:
MS-DOS nach Commodore-BASIC:
1) das Programm im ASCII Format auf eine MS-DOS Disk speichern ('A'-Option, d.h. SAVE"PROGRAMMNAME",A)
2) mit dem BBR mit der 'NO ASCII' Option die Datei auf eine Commodore Disk speichern, als SEQ-Datei (NICHT als PRG, bzw. der BBR ',P'-Funktion), da die Datei retokenisiert werden muß (durch das Commodore BASIC)
3) den C64/128 rebooten ('READY') und für den 64'er "STP" bzw. für den 128'er "C128 SEQ-TO-PRG" laden und starten (LOAD und RUN). Folgen Sie den Aufforderungen und speichern das Programm SOFORT mit neuem Namen auf eine andere Diskette.
Nähere Informationen zu den beiden Hilfsprogrammen stehen jeweils in REM Hinweisen.
Eine Retokenisierung ist mit dem 128'er im Direktmodus auch möglich mit
DOPEN#1,"DATEINAME":SYS 65478, ,1
DCLOSE
Auch hierfür ist 'NO ASCII' erforderlich, aber ALLE Zeilenvorschübe (linefeeds) müssen aus der Datei gelöscht sein. Diese Methode ist nicht sehr elegant, es gibt keine Prompts. Der einzige Hinweis, daß das Dateiende erreicht ist, ist daß das Laufwerk anhält. Dann <RUN-STOP> und <RESTORE> drücken.
Commodore-BASIC nach MS-DOS:
1.) das 64'er oder 128'er Programm auf eine andere Diskette als SEQ-Datei speichern. Dazu das Programm laden und im Direktmodus eingeben:
LOAD"PROGRAMMNAME",8
OPEN8,8,8,"NEUERNAME.BAS,S,W":CMD8:LIST
PRINT#8:CLOSE8
So erhalten Sie eine Commodore PET-ASCII-Datei auf Ihrer Diskette.
2) Diese Datei mit dem BBR nach MS-DOS übersetzen, unter Umständen mit
'Normal ASCII' Option (abhängig vom verwendeten Commodore Grafikmodus)
3) Die erhaltene MS-DOS Datei umbenennen unter Verwendung der Endung
'.BAS', damit MS-DOS das Programm richtig erkennt.
4) Starten Sie BASIC unter MS-DOS und laden die Datei. Jetzt geht der Spaß
erst richtig los - editieren je nach Wunsch und/oder Notwendigkeit.
Disk Copy Read.me Datei des Big Blue Reader 128/64 Version 4.0, vom 22. Mai 1992
Disk Copy kopiert ganze Disketten der 1571 oder 1581 im MFM oder GCR Format, Spur für Spur; aber keine Sonderformate oder kopiergeschützten Disketten.
Disk Copy ist intelligent, mit folgenden Eigenschaften:
1) verarbeitet viele der Standard MFM Formate
2) benutzt die 1764 oder 1750 REU um häufige Diskettenwechsel zu umgehen.
3) konnte die Quelldisk komplett eingelesen werden, sind Mehrfachkopien möglich (wiederholtes Schreiben, 'Kopiermaschine')
4) leere Spuren (oder solche voller $00, $E5 oder $F6) werden zur Zeitersparnis nicht zurückgeschrieben.
Mit <F1> und <F3> wird das Quell- bzw. Ziellaufwerk eingestellt. Beide Laufwerke müssen gleichen Typs sein!
Mit <F5> wird das Verify beim Schreiben ein- bzw. ausgeschalten (um das Schreiben auf den meisten 1571'ern zu beschleunigen, entspricht dem Diskbefehl U0>V0).
Einzelne 1571 Laufwerke erreichen durch diesen Befehl keine Geschwindigkeitsvorteile.
Mit <F7> kann das Formatieren der Zieldisk ein-/ausgeschaltet werden.
Mit <F6> wird das Füllbyte für den Formatiervorgang von MFM Disketten eingestellt; bei Commodore normalerweise $00, CP/M: $E5 und MS-DOS: $F6
Allerdings lief der Formatiervorgang mit unseren 1571 oder 1581 Laufwerken nicht mit dem $F6 Füllbyte. In diesem Fall $00 für MS-DOS Disketten benützen.
ACHTUNG: Disk Copy formatiert beide Seiten einer 1541/1571 GCR Diskette, selbst wenn die Quelldisk nur einseitig ist. Für die Erzeugung einseitiger Kopien, entsprechend vorformatierte Disketten verwenden und die 'Format Destination' Option ausschalten (OFF).
ACHTUNG: nach dem Kopiervorgang werden alle Laufwerke zurückgesetzt (reset), daher die Laufwerksnummern nicht soft ändern (auch nicht durch 'swap' bei den CMD Laufwerken).
Über die ASCII Übersetzungstabellen (von SOGWAP Software Technical Support)
Achtung: Bei der Übertragung von Dateien innerhalb eines Systems (Commodore - Commodore, MS-DOS - MS-DOS, CP/M - CP/M) mit 'NO ASCII' arbeiten. Daraus resultiert ein binärer Dateitransfer (auch wenn 'no linefeed' gewählt wurde).
BBR 128 benutzt drei definierbare ASCII Übersetzungstabellen. Jede Tabelle ist 256 Bytes lang und sitzt in Bank 0. Die Tabelle funktioniert nach der Vergleichsmethode, jedes einzelne Zeichen wird in der Tabelle gesucht und gegen das entsprechende ausgetauscht. Ist z.B. das Originalzeichen CHR$(13) (hex.0d), geht das Programm in der Tabelle zur 13. Stelle und verwendet das dort stehende Zeichen. Steht dort ein CHR$(0) (hex.00), wird das Byte ausgelassen ('gestrippt').
Durch die 'Line Feed' Option wird nach jedem Carriage Return (CHR$(13)) ein CHR$(10) eingefügt.
Die drei Tabellen sind:
1) 'None/Special', Speicherplatz $d00 bis $dff. Diese Tabelle bestimmt welche Zeichen am Bildschirm oder Drucker ausgegeben wird. Die default- (vorgegebene) Tabelle entfernt alle Controlcodes aus der Datei.
2a) 'PET ASCII to Standard ASCII', Speicherplatz $e00 bis $eff. Diese 'Normal ASCII' Tabelle übersetzt das Commodore PET-ASCII in Standard ASCII (also C= nach MS-DOS, CP/M, oder an einen ASCII Drucker.
2b) 'Translate: Screen Codes', Speicherplatz $e00 bis $eff. Diese Tabelle dient der Übersetzung der Bildschirmzeichen nach Standard ASCII, d.h. Commodore Bildschirmcode- Dateien nach MS-DOS, CP/M oder auf einen ASCII Drucker.
3) 'Standard ASCII to Commodore ASCII', Speicherplatz $f00 bis $fff. Übersetzung von Standard ASCII Dateien nach Commodore PET ASCII, also CP/M oder MS-DOS auf 'normale' Commodore Disketten; ebenso für die Ausgabe von Standard ASCII Dateien auf einem Commodore Drucker.
Nach dem laden des BBR 128 kann die gewünschte Tabelle selektiert werden.
Erfahrene 128'er User können natürlich auch mit einem Maschinensprache Monitor eine eigene Tabelle schreiben. Dabei bitte beachten, daß der BBR 128 beim laden der Tabelle deren Länge nicht kontrolliert. Die Ladeadresse kann $d00, $e00 oder $f00 in Bank 0 sein.
Die beigefügten Tabellen wurden mit dem eingebauten Monitor des 128 hergestellt, indem die vorgegebene Tabelle nach $d00 bis $fff geladen, dann entsprechend verändert und wieder abgespeichert wurde.
Zu Beginn
Vor dem eigentlichen Beginn sollen erst die benötigten Disketten formatiert werden; Commodore Disketten über das 'DISK CMDS' -Menü, IBM MS-DOS Disketten mit dem 'Format' -Programm.
BBR 128 lädt automatisch in Laufwerk #8 (Diskette einlegen, Resetknopf drücken).
BBR 64 läßt sich wie folgt laden:
LOAD"BOOT-64",8,1: <RETURN>
RUN: <RETURN>
Nach dem booten wählen Sie <1> für normale ASCII Übersetzung, <2> für Screen- (Bildschirm-) Code Übersetzung oder <3> um das FORMAT Programm zu laden und starten.
Beim lesen oder beschreiben von MS-DOS Disketten im 1571 oder 1581 Laufwerk kann das Laufwerkslämpchen blinken, das ist normal und zeigt keinen Fehler an.
Bei BBR 64 blinkt das Lämpchen auch beim fastload von Commodore Dateien.
HAUPTMENÜ und ALTERNATIV-Bildschirm