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Date: Fri, 04 Dec 1998 20:56:00 +0000
From: Christian_Pichler@p31.RCB.BayNet.ORG (Christian Pichler)
Subject: Geos128-Patch fuer SCPU
Message-ID: <MSGID_2=3A314=2F70.31=40fidonet_e3199117@fidonet.org>
To: 03681726922-0001@btxgate.de
Organization: IN-Passau e.V.
Lines: 523
X-Gateway: FIDO .. betty.in-passau.de ÄFIDOGATE 3.9.7Ü
X-FTN-From: Christian Pichler @ 2:314/70.31
X-FTN-Origin: Online-User in der GeoBox3 (0511/852866) (2:2437/41)
Status: U
## Nachricht vom 03.12.98 weitergeleitet
## Ursprung : /FIDO/CBM.GER
## Ersteller: Nikolaus Metz@2:2437/41
Hallo Alle,
Fuer alle, die bisher noch keine GO64!-Abonnenten sind, eine SCPU128
besitzen und diese unter Geos128 nutzen wollen:
SCPU-Patch fuer Geos128
'Bitte anschnallen und das Rauchen einstellen, Geos128 startet in
wenigen Minuten mit 20 MegaHertz ...'
.... und ab geht die Post !
Lange haben wir auf die SCPU128 warten muessen, angekuendigt fuer
Herbst 1996 erschien sie letzendlich im Fruehjahr 1998 - ein Test war
bereits in der Mai-Ausgabe der GO64! zu lesen. Leider gab es bisher nur
ein Patch fuer Geos64 - das Patch fuer Geos128 ist zwar von CMD
angekuendigt, aber bis heute noch nicht ausgeliefert worden. Was
inzwischen in der Software-Schmiede von MegaCom entstand, wird jetzt
hier ausfuehrlich getestet.
Geos und die Festplatte
Zunaechst moechte ich ein wenig davon erzaehlen, wie ich zu meinem
HighEnd-Equipment gekommen bin. Anfang dieses Jahres konnte ich mich
endlich dazu durchringen, mir eine neue CMD-Festplatte zu kaufen und
obwohl diese eigentlich unverhaeltnismaessig teuer war - die HD-500
kostet 999.- DM (!), habe ich diesen Kauf bis heute noch nicht bereut
und wuerde es jederzeit wieder tun. Eine gebrauchte CMD-Festplatte zu
ergattern ist ein absoluter Gluecksfall, denn wer eine hat, gibt sie
freiwillig nicht mehr her, sondern ruestet sie lieber selbst auf, falls
sie einmal zu klein werden sollte. Schliesslich geht es hier ja um
einen ausserordentlichen Massenspeicher, der in puncto Schnelligkeit
und Leistungsfaehigkeit seinesgleichen sucht.
Einen kleinen Nachteil muss man bislang bei der Verwendung der HD mit
Geos64/128 in Kauf nehmen: man kann leider nur auf 1581-Partitionen
zurueckgreifen. Doch statt weiter Disk-Jockey zu spielen, muss man nur
noch Partitionen wechseln und das geht wesentlich schneller, da der
Zugriff auf ein echtes Laufwerk laenger dauert, eine Loesung des
Partitionsproblems gibt es mittlerweile durch Wheels64.
Das naheliegendste war fuer mich also die Erstellung einer
Boot-Partition auf der Festplatte. Gesagt getan, mit den HD-Tools wurde
eine 1581-Partition geschaffen, GeoMakeBoot tat sein uebriges dazu und
dem Booten von der HD-500 stand nichts mehr im Wege ... beinahe nichts
.... nach etlichen Versuchen stellte ich fest, dass man die Partition
unbedingt noch einmal unter Geos formatieren muss, damit Geos sich
booten laesst.
Geos64 und SCPU128
Im August bekam ich dann meine bestellte SCPU128. Die ersten Test im
64er- und 128er Modus mit QWKRR128 V5.10, DesTerm 3.02 und anderen
Programmen verliefen durchwegs positiv und da der SCPU128 eine
Utility-Diskette mit einem Patch fuer Geos64 beilag, machte ich mich
daran, dies auch gleich auszuprobieren.
Zuerst habe ich mir eine Geos64-Bootdiskette fuer das Laufwerk 1571
erstellt, das Patch gestartet und die notwendigen Files auf diese
Diskette kopiert. Ich wurde schnell enttaeuscht, da das Patch
anscheinend nicht funktionierte, Anfragen ueber die Mailingliste
brachten auch keine weiteren Erkenntnisse, so musste ich selbst die
Ursache suchen. Und die fand sich dann erstaunlich schnell: beim
Erstellen der Bootdisk mit GeoMakeBoot war RamProcess V2.032 und der
FileBrowser noch aktiv. So liess ich also erst einmal alles weg, was
nicht unbedingt notwendig war und testete alles Schritt fuer Schritt,
bis die Files in der richtigen Reihenfolge auf der Bootdisk standen.
Nach dem Start von Geos64 ging dann alles ganz rasant: Scrollen durch
ein geoWrite-Dokument, Umschalten von Seite zu Seite, Suchen eines
Wortes und und und ...
Geos mal zwei
Nachdem sich Geos128 anstandlos von der Festplatte booten liess, wollte
ich das 64er-Geos natuerlich auch darauf installieren und erinnerte
mich an einen Artikel von Rudolf Sanda (GO64!-Ausgabe 4/97), in welchem
erklaert wurde, wie man die beiden Systeme auf einer RamLink-Partition
einrichtet. Und was fuer eine RamLink gilt, dachte ich mir, muesste
doch auch auf eine Festplatte umzusetzen sein, zumal beide Geraete vom
selben Hersteller sind.
So kopierte ich also alles noetige in die Boot-Partition, startete
GeoMakeBoot und korrigierte die Reihenfolge der Dateien so, dass die
C64-Autoexecute-Dateien vor den 128er-Dateien standen. Die Dateien, die
nur von Geos64 genutzt werden, habe ich mit dem Flag-Programm der
StormDisk so geaendert, dass sie nur im 40-Zeichen-Modus starten, und
die 128er-Programme so, dass sie nur beim Start von Geos128 aufgerufen
werden. Die Programme, die von beiden Systemen genutzt werden, wie z.B.
RamProcess, Filebrowser und BootTrans, stehen dann nur einmal dahinter.
HD-Time muss jedoch zweimal in der Partition vorhanden sein, jeweils
hinter dem Konfigurieren, denn die Festplatte muss zuerst erkannt und
installiert werden, bevor von dort Zeit und Datum gelesen werden
koennen, und HD-Time dann die niedrigste Geos-Partition einstellt.
So lassen sich beide Systeme problemlos von einer einzigen Partition
booten. Zwei Ausnahmen gibt es jedoch: Diagnostic128 startet trotz
80-Zeichen-Flag, gibt aber nur eine 'Only Geos128'-Box aus, was den
Boot-Vorgang nicht weiter beeintraechtigt, und komischerweise werden
unter Geos64 die Programme Configure128 und 128_Install_D auch noch
einmal gestartet. Dies erkannte ich daran, dass das Laempchen von
Laufwerk D beim Bootvorgang zweimal aufleuchtete, zum Glueck
funktioniert trotzdem alles ohne Probleme.
Beachten musste ich, dass das Geos128-Configure die RamCard nicht als
RAM-Erweiterung erkennt, wogegen das neue Configure fuer Geos64 bei
Auffinden einer RamCard eine RAM-Erweiterung mit 2048 kB anzeigte,
dadurch spart man sich unter Geos64 eine 1764/1750 als REU. Durch die
richtige Reihenfolge der Dateien - RamProcess muss hinter dem
128er-Konfigurieren stehen - laeuft alles richtig und ich konnte nun
unter Geos64 eine RAM-1581 einrichten, waehrend unter Geos128 wegen der
512 kB REU leider nur eine RAM-1571 moeglich war.
Double_Boot
Dieses ist zusammen mit weiteren Programmen, wie auch Turbo128, auf der
Diskette MegaTools V2 zu finden, und sorgt dafuer, dass bei einem
Bootvorgang nur die jeweiligen Autoexecute-Programme ausgefuehrt
werden, die dafuer vorher entsprechend umbenannt werden muessen. Alle
Geos64-Bootdateien muessen mit einer '6' und die Programme, die beide
Systeme nutzen, mit einem '*' beginnen. 128er-Dateien muessen nicht
umbenannt werden, duerfen aber nicht mit einer '6' beginnen. Dieses
kleine Autoexec-File, das schon unter dem Namen 'Double-System' auf
MegaTools V1 war, wird einfach als erstes selbststartendes Programm in
die Partition kopiert.
Geos128 im Turbo-Modus
Doch wieder zurueck zum eigentlichen Thema, was mich jetzt noch
stoerte, war das staendige Umschalten. Mit Geos128 konnte ich nur mit
abgeschalteter SCPU arbeiten, waehrend Geos64 schon mit 20 MHz lief.
Das hat sich jedoch geaendert: Dank Wolfgang Grimm wurde dieser Artikel
unter Geos128 mit 20 MHz geschrieben und es machte richtig Spass, ohne
Bildumschaltung, mit dem Komfort von geoWrite128 und vor allem mit bis
zu 10-facher Geschwindigkeit zu arbeiten.
Die Einrichtung war denkbar einfach, aus Testgruenden habe ich
ebenfalls erst eine 1571-Bootdiskette erstellt und diese ge'patch't.
Nachdem sie reibungslos lief, wagte ich mich an die Aenderung der
Dateien in der Festplattenpartition. Diese Aktion war allerdings kaum
der Rede wert. Das einzige was ich tun musste, war, Geos128 im 2
MHz-Modus zu booten, das Programm 'Turbo128 Patch' zu starten und
anschliessend auf der Festplatte mit GeoMakeBoot ein neues
GeoBoot128-File (natuerlich ohne RamProc und Filebrowser) zu erzeugen.
Ab sofort war Geos128 sowohl mit 20 MHz als auch im Normalmodus
bootfaehig.
Zur Abrundung liegen der Diskette 'MegaTools V2' die beiden Programme
'SCPU128/1 Opt.' und 'SCPU128/2 Opt.' bei, mit welchen weitere
Steigerungen der Geschwindigkeit um ca. 8% (40- und 80-Zeichen-Modus)
bzw. ca. 15% (nur 80-Zeichen-Modus) erreicht werden koennen, ausserdem
noch eine kleine Anleitung zum Patch, die in meinen Augen doch recht
duerftig ausgefallen ist. Nicht erwaehnt wurde naemlich, dass nach dem
Start von 'SCPU128/2 Opt.' kein 40-Zeichenprogramm mehr gestartet
werden sollte, da man nur noch grafischen Muell auf dem Screen sieht.
Falls man versehentlich doch so eine Applikation startet, braucht man
viel Glueck und eine gute Gedaechtnisleistung, um in den nicht
erkennbaren Menues den Punkt 'Verlassen' zu finden. Ausserdem wird von
einer Steigerung der Geschwingigkeit um ca. 87% gesprochen, ohne
spezielle Beispiele zu nennen. Dies musste ich selbst mit einer Stopuhr
ueberpruefen, wobei die reine Testzeit mehr als sechs Stunden in
Anspruch nahm. Die Angaben (in Sekunden) der Tabelle beziehen sich auf
die Arbeit mit einer RAM-1571, beziehungsweise mit der HD, wobei
'Paging' das Umschalten der Bildausschnitte von oben nach unten und
'Scrolling' das Durchlaufen der Seite bedeutet. Den
Beschleunigungsfaktor habe ich sowohl als Zahl - wieviel mal es vorher
laenger dauerte (Maximum ist 10)- und in Prozent - wieviel Zeit jetzt
eingespart wird (Maximum ist 90)- angegeben. Diese Zahlen duerfen
selbstverstaendlich auch angezweifelt und selbst ueberprueft werden, da
ich manche Tests aus Zeitmangel nur einmal durchgefuehrt habe.
TopDesk128 V3.x
Entgegen einer eMail von Wolfgang Grimm brauchte ich nicht auf den
TopDesk V3.3 umzustellen, das Patch laeuft auch mit meiner Version 3.2
vom 18.1.98 10:41 Uhr, die ich als Ersatz fuer eine andere,
fehlerhafte, Version 3.2 bekam. Den TopDesk V3.3 konnte ich nicht
testen, da mir keine funktionierende Version vorlag - scheinbar habe
ich mit den TopDesks immer Pech ...
Trotz allem, auch der TopDesk V3.2 wird von der SCPU stark
beschleunigt, hauptsaechlich der Bildschirmaufbau, dies ist jedoch vom
jeweiligen Laufwerk abhaengig. Der Aufbau des Directorys einer
HD-1581-Partition mit 44 Dateien mit schmaler Anzeige steigert sich zum
Beispiel von 5.5 (ohne SCPU) auf 3.5 Sekunden (mit SCPU). Das erklaert
auch den Unterschied bei den Kopierzeiten, die in der Tabelle zu sehen
sind. Solche Vorgaenge werden nur kaum oder gar nicht beschleunigt, da
die SCPU128 bei Floppyzugriffen immer auf 2 MHz zurueckschalten muss -
dadurch faellt die Beschleunigung etwas mager aus. Fuer die weiteren
Tests habe ich einige Applikationen gewaehlt, in denen weniger
Floppyzugriffe und mehr Rechenarbeit der (S)CPU stattfinden.
geoPaint128
Hier zeigt sich jetzt, wieviel Zeitersparnis eine bis zu zehnfache
Geschwindigkeit bringen kann. Die C64-User unter den Lesern werden sich
jetzt wundern, aber man muss immer bedenken, dass die SCPU128 ebenfalls
nur mit 20 MHz laeuft und der Systemtakt des C128 im Normalmodus ja
schon 2 Mhz betraegt.
Das Ausfuellen eines Rechtecks mit der Groesse 500 x 140 Punkte dauerte
bislang ca. 10 Sekunden, mit 20 MHz muss man schon mehrere Versuche
starten, um die relativ genaue Zeit von 1,3 Sekunden zu ermitteln. Auch
der Ausdruck eines geoPaint-Dokumentes (67 kB Druckerdaten) geht
schneller, statt fast 15 dauert es nur noch 10 Sekunden, alle weiteren
grafischen Funktionen werden ebenfalls bis zu ueber 80 Prozent
beschleunigt.
geoWrite128
Auch hier geht das Drucken wesentlich schneller von statten, bisher
dauerte der Ausdruck eines dreiseitigen Dokumentes in hoher Aufloesung
(ergeben 364 kB Druckerdaten) mit dem Druckertreiber 'Tp3.3/24 Eps_GC'
ca. 98 Sekunden. Mit der SCPU128 braucht geoWrite nur noch 48 Sekunden
- eine Steigerung um ca. 51% - die Zusatzoptimierungen brachten keine
messbaren Steigerungen. Das Tippen geht jetzt sehr fluessig, da ich
aber kein Schreib-As bin, kann ich es nicht voll ausreizen.
Ein kleines Manko musste ich jedoch feststellen: Wenn eine Maus
eingestoepselt ist, erhaelt man statt des kleinen y meist nur einen
Grossbuchstaben, dies passiert sowohl mit der Smartmouse als auch mit
der Commodore 1351. Bei einer Ueberpruefung im TopDesk trat dieses
Phaenomen sogar nach dem Wechseln des Eingabetreibers auf die
herkoemmlichen 1351-Treiber auf. Ob es an den Treibern liegt oder ob
das Patch ueberarbeitet werden muss, ist noch unklar. Die Probleme mit
den Tastenkombinationen Shift 2-9 und CTRL-i (Tab), die ich unter
geoWrite64 hatte, treten in geoWrite128 nicht mehr auf, auch sonst ist
mir nichts aufgefallen, keine Pixelfehler und alle Menues werden alle
anstandslos richtig auf- und wieder abgebaut. Die Zeitverzoegerungen
beim Umschalten zur naechsten Seite, beim Wechseln der Schriftart und
beim Setzen oder Loeschen von Tabulatoren sind im Bereich unter einer
Sekunde, so dass ich hier auf Messungen verzichtet habe, alle weiteren
Ergebnisse sind in der Tabelle zu finden. Fuer den Suchen/Ersetzen-Test
habe ich ein 50-seitiges Dokument verwendet, das die
Inhaltsverzeichnisse der 64'er-CD-ROM enthaelt, und habe dort das Wort
'prg' durch Grossbuchstaben ersetzt.
GeosLQ
Wie allen bekannt ist, erreicht man mit GeosLQ die hoechste
Druckqualitaet unter Geos, was allerdings sehr viel Zeitaufwand
erfordert - unter Geos64 kann es schon mal 15 bis 20 Minuten je Seite
dauern. Mit dem 128er geht es zwar doppelt schnell, da alles auch mit
doppelter Geschwindigkeit abgearbeitet wird, mit der SCPU128 wird der
Ausdruck aber in fast einem Viertel dieser Zeit erledigt.
Um ein moeglichst genaues Ergebnis zu bekommen, habe ich einen
halbseitigen Text mit RomaLQ und einer Schriftgroesse von 30 Punkten
genommen, der unter anderem auch verschiedene Schriftstile enthielt,
und mit Interpolation, geoWrite-Formatierungen und stufenlosen Groessen
bei hoechstmoeglicher Aufloesung gedruckt. Damit keine Verzoegerungen
den Test stoerten, weil der Computer auf den Drucker warten muss, liess
ich die 955 kB Druckerdaten in meinem Centronicsbuffer auflaufen und
bekam so ein sauberes Ergebnis. Hier kann man auch gut feststellen,
dass die zweite Optimierung keinen weiteren Vorteil mehr bringt, da
beim Ausdruck mit GeosLQ der Bildschirm abgeschaltet wird.
geoFile128
Auch diese Applikation laeuft ohne Probleme und profitiert nun von der
neuen Geschwindigkeit. Vor allem REU-Besitzer kommen auf ihre Kosten,
da bekanntlich echte Floppyzugriffe nicht beschleunigt werden koennen,
aber ein virtuelles Laufwerk auf einer Speichererweiterung wird von
Geos selbst erzeugt und bedient und daher jetzt auch mit 20 MHz
angesprochen. Die Testdatenbank war hier meine Adressendatei mit 295
Datenblaettern a 13 Feldern, also ein gutes Beispiel, um die Extreme
der Beschleunigung sehen zu koennen. Allerdings musste ich feststellen,
dass die Zeiten um ca. 3-5 Prozent variieren, daher habe soweit es
moeglich war, die Mittelwert in die Tabelle aufgenommen.
DirPrint
Wer die Uebersicht bei den vielen Geos-Disketten nicht verlieren
moechte, wird sich wie auch ich des oefteren dieses Programmes von Falk
Rehwagen bedienen, um sich die Inhaltsverzeichnisse auszudrucken. Da
jeder Druckvorgang zuerst im Hintergrundbildschirm stattfindet und
diese Daten dann an den Drucker weitergegeben werden, laesst sich auch
das beschleunigen. Wieder kommt hier mein Druckerbuffer zum Einsatz, um
die genauen Daten zu ermitteln, und wie ich feststellte, wird hier
jeder Ausdruck schneller. Die Angaben der Tabelle, die in Klammer
stehen sind die Anzahl der Directory-Seiten, der Dateien und die
Druckdaten in Kilobyte, die zweite Optimierung ist nicht moeglich, da
das DirPrint nur im 40-Zeichen-Modus laeuft.
Weitere getestete Software
Das Programm BootTrans, mit dem ich beim Bootvorgang 16 Dateien
(insgesamt 226 kB) von der HD-Partition in die Ram1571 kopieren lasse,
bereitet keine Probleme, bringt aber nur eine Beschleunigung von ca. 22
Prozent. Auch RamProcess V2.032, der FileBrowser und die Programme der
Pegasus-Disk, wie RamDiagnost und FileDiagnost, laufen ohne weitere
Anpassung, aber RamProcess bremst hier noch zu stark ab, als dass man
von einem fluesigeren Arbeiten sprechen koennte.
Das Korrigieren von Texten unter GeoSpell geht jetzt viel schneller und
man muss nicht mehr auf das naechste Wort warten, aber da wohl kaum
jemand mit diesem Programm und seinem sehr begrenzten Wortschatz - es
erkannte gerade einmal die Haelfte der hier geschriebenen Worte -
arbeiten wird, sei es nur der Vollstaendigkeit halber erwaehnt.
Wer aus Kompatibilitaetsgruenden - was mir jedoch unverstaendlich ist,
da alle getestete Software problemlos laeuft - hardwaremaessig auf 2
MHz zurueckschaltet, muss Geos128 neu starten. Eine andere
Moeglichkeit, wieder in den vollen Genuss der 20 MHz zu kommen, gibt es
nicht. Weil diese Umschaltung aber nicht noetig ist, wird dieser Punkt
in der Bewertung auch kaum ins Gewicht fallen.
Fazit
Dass wir hier in Deutschland Geos128 mit der SCPU128 dank dieses
Patches noch vor den Amerikanern nutzen duerfen, ist wohl ein allzu
seltenes Beispiel fuer den unermuedlichen Einsatz einiger weniger
Programmierer wie Wolfgang Grimm, die der C64/128-Szene noch geblieben
sind. Das Patch ist zwar noch nicht ganz ausgereift und es fehlt noch
ein ueberarbeitetes Configure fuer die RamCard-Besitzer, aber was jetzt
unter Geos128 in kuerzester Zeit machbar ist, laesst einen mittlerweile
eingefleischten PCler wohl doch nur noch staunen. Und das alles voellig
absturzfrei !
Besonders die C128-User, die bisher aus Zeitgruenden immer mit einer
REU arbeiteten, werden nicht enttaeuscht, da diese
Geschwindigkeitsvorteile noch einmal gesteigert werden. Zudem wird bei
RamDisk-Zugriffen nicht mehr auf 1 MHz zurueckgeschaltet und bei
einigen Vorgaengen durch das Patch auch ohne SCPU eine Steigerung von
ueber 10 Prozent erreicht.
Einen Test mit der RamLink konnte ich allerdings nicht durchfuehren, da
ich meine RL noch nicht mit Simms bestueckt habe, aber ich denke man
darf den Angaben des Programmierers ohne weiteres glauben, wenn er von
einer dreissigprozentigen Steigerung beim Kopieren innerhalb der
RamLink ohne und einer Beschleunigung von 87 Prozent mit SCPU
berichtet. Auch wenn ich mit REU und Festplatte ohne SCPU nur
Steigerungen bis zu 10 Prozent erreicht habe, stehen in meiner
Ergebnistabelle schliesslich genug Beispiele fuer Steigerungen von bis
zu 90 Prozent mit SCPU. Und das ist schliesslich das Maximum dessen,
was erreicht werden kann.
Alles in allem ist das Turbo128-Patch ein Muss fuer die Geos128-User
mit SCPU128 und verdient besonderes Lob fuer die schnelle
Verfuegbarkeit - nur zwei Monate nach dem Erscheinen der SCPU128.
Testprogramm: Turbo128, SCPU128/1 Opt., SCPU128/2 Opt.
Hersteller: MegaCom Software
Erscheinungsdatum: Juli 1998
Alternativen: Bisher keine bekannt
Testkonfiguration:
C128D (Plastik) mit JiffyDos, SCPU128, RamCard 16 MB, REU1750 512 kB,
CMD HD-500, 1581-JD, 1571-JD, 1541-JD, Druckerpuffer 1 MB
Bezugsquellen:
Turbo128 fuer SCPU128, Preis: 10.- DM
(ist in MegaTools V2 enthalten: 25.- DM, Update V1 auf V2: 10.-DM)
TopDesk128 V3.3, Preis: 45.- DM
(Update von 3.1: 15.- DM, Update von 3.2: 10.- DM)
- MegaCom Software Britta Grimm
Langenfelder Hof 1
78652 Deisslingen
Tel: 07420-1324, Fax: 07420-2608
eMail: MegaCom_Soft@t-online.de
Internet: http://home.t-online.de/home/megacom_soft
StormDisk, Preis: 29.- DM
Pegasus 1, Preis: 27.- DM
GeoMakeBoot, Preis: 22.- DM
SCPU128, Preis: ca. 539.- DM
RamCard, Preis: ca. 160.- DM
16 MB RAM, Preis: 45.- DM
HD-500, Preis: 999.- DM
JiffyDos C128 + 1 LW, Preis: 99.- DM, weitere Laufwerke: je 45.- DM
- Ceative Micro Design Inc.
P.O. Box 646
East Longmeadow, MA 01028, USA
Tel.:001-413-525-0023, Fax: 001-413-525-0147
Internet: http://www.cmdweb.com/
eMail: sales@cmdweb.com
- PPE M.Renz
Silcherstr. 16
53332 Bornheim
Tel: 02227-912097, Fax: 02227-3221
eMail:PPE_Renz@t-online.de
- GUC Juergen Heinisch
Moerser Str. 11
46286 Dorsten
Tel: 02866-96101, Fax: 02866-96102
eMail: JHeinisch@GeosUserClub.com
Internet: http://www.GeosUserClub.com
- CSW-Verlag
Goethestr. 22
71364 Winnenden
Tel + Fax: 07195-61120
eMail: go64@c64.org, cosowi@t-online.de
Bewertung: 90 Prozent
Negativ:
- zu knappe Anleitung
- kein Smartmouse-Patch
- kein neues Configure, daher auch keine Nutzung der RamCard
- keine Reaktivierung des 20 MHz-Modus moeglich
Positiv:
- kompatibel zu allen getesteten Programmen
- bisher keine Alternative erhaeltlich
- einfache Installation mit GeoMakeBoot
- Booten auch mit 2 MHz moeglich
- laeuft auch mit TD 3.2 (ohne RamLink)
- fluessiges Arbeiten jetzt moeglich
- Beschleunigung auch ohne SCPU (v.a. RamLink)
- Steigerungen bis zu 90 Prozent (Schnitt 40-50%)
Ergebnistabelle:
Ohne Patch SCPU Opt.1 Opt.2 Faktor
TopDesk128 V3.2:
126kB kopieren: HD -> HD 53 53 51 50 50 1.06 5.7%
REU-> HD 36 30 28.8 28.5 28 1.29 22%
HD ->REU 19 19 17.5 17 17 1.12 10.5%
REU->REU 2.8 1.5 1 1 1 2.80 64.3%
Ram-Disk validieren (320kB) 4.2 3.7 1.5 1.3 1.2 3.50 71.4%
15 Dateien (300kB) loeschen 7.8 7.2 2.5 2.3 2.2 3.55 71.8%
geoPaint128 mit REU:
Starten eines GP-Bildes 4.3 4.0 1.2 1.1 1.0 4.30 76.7%
Datei aktualisieren 4.7 4.7 < 1 >4.7
Datei wiederherstellen 3.5 3.5 < 1 >3.5
Uebersicht 8.5 8 2.5 2.3 2.1 4.05 75.3%
Scrolling 7.5 7 2.5 3.00 66%
Paging 1.5 1.5 < 1 >1.5
Bild kopieren 5 5 1.5 3.33 70%
Bild einkleben (z/m/e) 14 14 2.5 5.60 82%
Einkleben+einpassen+glaetten 21 21 3.3 2.7 2.5 8.40 88%
Gitternetz zeichnen 1.5 1.5 < 1 >1.5
Invertieren 4.5 4.5 < 1 >4.5
Spiegel x-Richtung 26 26 8 3.25 69.2%
Spiegel y-Richtung 26 26 8 3.25 69.2%
Drehen (640x144 Punkte) 41 41 5.5 5 4.8 8.54 88.3%
Drehen (100x100 Punkte) 20 20 2.5 2.3 2.2 9.09 89%
geoPaint128 mit HD:
Starten eines GP-Bildes 16 16 12.5 1.28 21.8%
Datei aktualisieren 6.5 6.5 3.5 3.50 46.3%
Datei wiederherstellen 5 5 2.2 2.1 2.0 1.54 60%
Uebersicht 13 13 8 7.3 1.78 43.8%
Scrolling 12 12 6.5 1.85 45.8%
Paging 2.7 2.5 1.6 1.69 40.7%
Bild Kopieren 8 8 5 4.8 4.7 1.70 41.3%
Bild einkleben (z/m/e) 16 16 3.8 3.6 3.4 4.71 78.8%
Einkleben+einpassen
+glaetten 22.5 22.5 4.5 3.7 3.7 6.08 83.6%
geoWrite128 mit REU:
Scrolling abwaerts 25 24 5.5 5 5.00 80%
Scrolling aufwaerts 57 45 8 7.5 7.60 86.8%
Paging abwaerts 2.6 2.6 0.5 < 0.5 >5.2
Paging aufwaerts 2.6 2.6 0.5 < 0.5 >5.2
Suchen/Ersetzen 77 70 8 7.5 7.2 10.7 90.6%
GeosLQ mit REU:
Ausdruck Beispieltext 360 360 111 97 97 3.71 73.1%
geoFile128 mit REU: