Übersetzung der kompletten Anleitungen zu DesTerm 2.00

durch Michael Scholich, Scharhoferstraße 21, 68307 Mannheim,

der für kleine finanzielle Anerkennungen (Spenden) dankbar ist.

(denkt bitte daran, 60 Seiten schreiben UND übersetzen. . . . )

geschrieben in GEOS, Zeichensatz BSW128

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S 1

READTHIS (automatisch gebooteter Infotext) 4

DESTERM 128 V2.00 USER GUIDE 5

1 Was ist ein DesTerm128 Terminalprogramm? 5

1.1 Hinweise zur Programmweitergabe 5

1.2 Haftungsausschluß 5

2 Zu Beginn 5

2.1 Anpassung des DesTerm an die Hardware 6

2.1.1 Konfiguration des Modems 6

2.2 Modemtyp 7

2.3 Einstellung der Hayes 'Setup' -Optionen 7

2.3.1 Wählarten 7

2.3.2 maximale Übertragungsrate (Baudrate) 8

2.3.3 Einstellung der 'Connect Rate' 8

2.3.4 Initialisierungssequenz 8

2.3.5 Abbruchssequenz ('Hangup') 8

2.3.6 Wählstring 8

2.3.7 Antwortcodes des Modems ('Response') 8

2.4 Wiederholung der Initialisierung ('Resend Init') 9

2.5 Zusammenstellung der Arbeitsumgebung 9

2.5.1 Änderung der Farbeinstellung 9

2.5.2 Tastaturklick

2.5.3 Druckeranpassung

2.5.4 Joystick- und Maussteuerung

2.5.5 Mausmodus

2.5.6 Nummer des Controlport

2.5.7 Informationsfenster

2.5.8 Wählmelodien

2.5.9 Overlays und Puffer

2.5.10 NTSC-/PAL- Modus

2.5.11 justieren des VDC-Modus

3 Installieren deiner Telefon-Grunddaten

3.1 Wählpausen

3.2 Eingabe der Telefon-Grunddaten

4 Funktionstastenbelegung

5 Erforschung des Terminalmodus

5.1 Statuszeilen

5.2 'Hotkeys' (Tastaturbefehle)

5.3 DesTerm Tastaturemulation

5.4 Gebrauch des 'Capture'- (Eingangs-) Puffers

6 Auswahl der Parameter zur Datenübertragung

6.1 Baudrate

6.2 Echomodus

6.3 Lokalmodus

6.4 Stop Bits

6.5 Data Bits

6.6 Paritäts Bit

6.7 Masken High Bit

6.8 Xon/Xoff 'Handshaking'

6.9 Videomodus

6.10 Tune Bits (-Out/-In/-Half)

7 Parameter zum Terminal Emulations Modus

7.1 Emulationsmodus

7.2 setzen des Backspace ('Rücktaste')

7.3 setzen des Delete ('Löschtaste')

7.4 Backspacemodus

7.5 Wrapmodus

7.6 VT-102 Decid

7.7 Rückantwort

7.8 setzen der Tabulatoren

7.9 Übertragung der EOL (Zeilenende)

7.10 Empfang des EOL (Zeilenende)

7.11 Farbmodus

7.12 Bildschirmlänge

7.13 Bildschirmbreite

7.14 Pixelmodus

7.15 Cursormodus

7.16 Aussehen des Cursors

7.17 Bildschirmmodus

7.18 hexadezimale Anzeige

7.19 Chat Modus (unmittelbare Kommunikation)

7.20 Reset Modi

7.21 Tips und Hinweise

8 Funktion des Puffers

8.1 Puffermodus

8.2 abspeichern des Pufferinhalts

8.3 laden in den Puffer

8.4 editieren des Pufferinhalts

8.5 Automatiken

8.5.1 automatisches speichern

8.5.2 Dateinamen/Dateimodus

8.5.3 Entleerung

8.6 Kontrolle der Auszüge (Extrakte)

8.7 drucken des Pufferinhalts

8.8 Pufferinhalt löschen

9 Diskettenbefehle

9.1 Suchmuster

9.2 Laufwerksdarstellung und -zuweisung

9.3 RamDiskbefehle

9.4 Directory und -suchmuster

9.5 Directory in den Puffer laden

9.6 Initialisierung

9.7 Validisierung

9.8 Reset

9.9 Befehle senden

9.10 Datei löschen

9.11 Diskette formatieren

9.12 Dateien kopieren

9.13 Geräte

9.14 Useradresse/DesTermadresse

9.15 Geräte definieren

9.16 Ram formatieren

9.17 Datei-Suchmuster

10 Wählen von Nummern

10.1 rund um die Anwahl

10.2 Anwahlnummer

10.3 Nummer eingeben

10.4 Wahlwiederholung

10.5 Mehrfachwahl

11 Übertragungsoptionen

11.1 Zeichenpause

11.2 Zeilenpause

11.3 Punterblock

11.4 Vorgabedatei ('default file')

11.5 senden eines ASCII Zeilenvorschubs

11.6 eingehende Xon/Xoff

11.7 Dateimehrfachauswahl

12 Upload von Dateien ('absenden')

12.1 Xmodem

12.2 Xmodem 1K

12.3 Ymodem (Batch)

12.4 Punter (Cl)

12.5 Multi Punter #1 / Multi Punter #2

12.6 ASCII / CBM-ASCII

12.7 (frei)

12.8 Anweisungen zu mehrfachen Uploads

13 Dateien downloaden ('empfangen')

13.1 Xmodem (CRC/1K)

13.2 Ymodem (Batch)

13.3 Punter (Cl)

13.4 Multi Punter #1 / Multi Punter #2

13.5 Padding

14 Rückruf

15 editieren der Voreinstellungen

15.1 laden d. Zeichensatz-/Setup-/Funktions-/Rufnr.datei

15.2 Overlay laden

15.3 Befehlssequenz laden

15.4 Setupdatei speichern

15.5 Namensdatei speichern

16 Hörer auflegen ('hangup')

17 Overlay starten

18 über DesTerm

19 DesTerm beenden/verlassen

Anhang A DesTerm Zeichensätze

Anhang B Vergleich ASCII / CBMSCII

Anhang C ANSI und VT-102 Kontrollsequenzen

Anhang D VT-52 Sequenzen

Kurzübersicht der Befehle

DesTerm 2.00

Dieses Programm darf frei von/an jedem/n weitergegeben werden. Bei regelmäßiger Benutzung wird eine Shareware-Gebühr von US$ 25 fällig, ein kleiner Betrag für solch ein Programm !!! Für weitere Informationen drücke im Terminalmodus <CTRL>+<RUN/STOP> und wähle dann 'About DesTerm'.

Durch diesen Text (beim lesen des Originals am Bildschirm) kannst Du mit den Cursortasten scrollen. Rückkehr zum DesTerm Terminalbildschirm mit <ESC>, in den 'View Buffer Mode' mit <ALT>+<v>.

Diesen (und die folgenden) Text(e) zu drucken, muß der Drucker im DesTerm konfiguriert werden. Dazu gehst Du mit <ESC> aus dem 'View Buffer Mode' und anschließend mit <ALT>+<u> in das 'Environment Menu'; dort <v> gedrückt, kann man die Druckeradresse (meist 4) mit den Cursortasten und anschließendem <RETURN> wählen. Jetzt mit <a> zur Wahl der Sekundäradresse (meist 7) schreiten und mit <y> die Ausgabeart (ASCII oder Commodore-Pet-ASCII) einstellen. Noch eine Option betrifft die Linefeed Einstellung (<l>), in der DesTerm mitgeteilt wird, ob am Zeilenende nur ein 'Carriage Return' oder ein 'Carriage Return'+'Line Feed' gesendet wird (Wagenrücklauf oder Wagenrücklauf+Zeilenvorschub). 'Automatic' steht für einfachen Wagenrücklauf und 'Required' bedeudet einen zusätzlichen Zeilenvorschub. 'Try and Error' ('probieren geht über studieren') ist der einfachste Weg, diese Option einzustellen.

Jetzt, wo der Drucker eingerichtet ist, kann der Pufferinhalt ausgedruckt werden: mit <ESC> in den Terminal Bildschirm gehen und dort <ALT>+<p> drücken.

Die (originale) DesTerm Anleitung ist ca. 160K lang (über 60 Seiten) und wurde deshalb in mehrere Teile gegliedert, damit der Puffer des DesTerm nicht überläuft. Die einzelnen Dateien (Teile) sind mit <ALT>+<l> im Terminalmodus ladbar. Der Pufferinhalt kann dann angezeigt ('view') oder gedruckt ('print') werden. Die Dateien liegen im einfachen Commodoreformat vor und sollten deshalb auch mit jedem sequentiellen Filereader handhabbar sein. Es wird sehr empfohlen, sich die Zeit zu nehmen, diese Anleitung komplett durchzulesen. Die meisten Funktionen des DesTerm sind einfach zu benutzen, aber manche der weitergehenden Eigenschaften sind ohne Anleitung nicht zu beherrschen. Die Dateien mit den Anleitungen heißen (im Original): 'DESDOCS1.DOC' bis 'DESDOCSA.DOC'

Wie Du gemerkt hast, wurde dieser Text automatisch durch DesTerm geladen, als Teil des Bootvorganges. Wahrscheinlich willst Du später diesen Text nicht mehr lesen, dazu löschst Du einfach die Datei "DSL.STARTUP" von der Startdiskette.

Weitere Dateien, die DesTerm zur Arbeit braucht, sind:

DESDOCSx.DOC Hauptanleitung zu DesTerm (x=1,2,3,4,5,6,7,8,9 und A)

CMPDOCSx.DOC Anleitung zum DesTerm 'D' Compiler (x=1,2 und 3)

FILETYPE CHANGER ändert den Filetyp einer Datei (auf einer 1571 Diskette)

AUTOBOOTMAKER legt Bootsektor auf Deiner DesTerm Diskette an (Autostart)

READTHIS diese Datei (englisches Original)

STARTUP Ursache dafür, daß dieser Text angezeigt wird

DSL.STARTUP compiliertes STARTUP

LOGONSPINQ Befehlsfolge, um die DesTerm BBS & 'read news' anzurufen

DSL:LOGONSPINQ compiliertes LOGONSPINQ

LISTCOPY Befehlsfolge, um 'copy from list' zu demonstrieren

DSL.LISTCOPY compiliertes LISTCOPY

COPYLIST Dateiliste, wie sie von LISTCOPY benötigt wird

LOGONOPUS Befehlsfolge, um in 'generic OPUS' einzuloggen

DSL.LOGONOPUS compiliertes LOGONOPUS

CHECK CRC überprüft ('validiert') DesTerm Dateien. BENÜTZE ES ! ! !

CRC.BIN Maschinenspracheteil, benötigt von CHECK.CRC

Das CHECK.CRC überprüft die Richtigkeit und Vollständigkeit von DesTerm Dateien darauf, ob sie auch korrekt ablaufen (werden). Ist die Datei 'verdorben' oder gar nicht vorhanden, starte einen neuen Entpackungsversuch oder suche einen Ersatz.

Matthew E. Desmont, Desmont Software Industries

DesTerm 128 V2.00 vom Juni 1990

1. Was ist ein DesTerm128 Terminalprogramm?

DesTerm 128 ist ein Programm, das es Dir erlaubt, mit dem Commodore 128 in die Welt der Telekommunikation einzudringen. Dieses Programm repräsentiert dreijährige Forschungs- und Entwicklungsarbeit; - aus einem kleinen BASIC Programm, das an einem Nachmittag entstand, entstand ein voll ausgereiftes Terminalprogramm, vollgepackt mit vielen nützlichen Eigenschaften, die nie zuvor für den Commodore 128 möglich waren. DesTerm kann per VT-102 Protokoll mit Großrechnern genauso kommunizieren, wie mit IBM PCs, die den ANSI Standard für Farbgrafiken benutzen. DesTerm kann aber auch das Commodore-Farbgrafiksystem unterstützen. DesTerm kann fließend mit 2400 Baud (DER Modemgeschwindigkeit) arbeiten, und wenn das nicht genügt, auch mit echten 9600 Baud. Dies ist das erste und einzige Terminalprogramm für den 128'er, das erfolgreich 9600'er Modems anspricht. Neuerdings haben unabhängig voneinander zwei Hardware-Hersteller spezielle UART/ACIA Steckkarten für den 64'er/128'er herausgebracht. DesTerm unterstützt diese Module vollständig.

Hast Du verschiedene Lieblings-BBSen, erinnert sich DesTerm an die Informationen über jede und das Terminal wird entsprechend darauf eingerichtet.

1.1 Hinweise zur Programmweitergabe

DesTerm wird als Shareware verteilt, das heißt: hohe Qualität zu niederigem Preis. Nach einer kurzen Testphase mußt Du Dich entscheiden, ob Du das Programm weiterhin benützen willst, wenn 'ja', dann schicke bitte US$ 25 Registrationsgebühr an Matthew E. Desmont, wenn 'nein', darfst Du es auch nicht mehr weiterbenutzen. Du könntest auch ohne Bezahlung fortfahren, aber die Shareware Autoren hängen (wie alle anderen Autoren auch) vom Kunden ab und wenn kein 'Interesse' am Programm gezeigt wird, stirbt es, wird nicht mehr weiterentwickelt. Shareware ist viel billiger als kommerzielle Software und die Autoren sind viel zugänglicher für Vorschläge, Kommentare und Fragen. Und, niemand wird durch Shareware Vertrieb reich, das eingehende Geld kommt dem Projekt zugute (als Hardware, Unterstützung, . . . ). Je mehr Leute sich registrieren lassen, desto mehr Hardware kann das Programm unterstützen.

Das Programm darf frei weitergegeben werden, unter folgenden Bedingungen:

1) Es darf nur eine geringe Kopiergebühr erhoben werden

2) Dem Empfänger ist zu erklären, daß die Kopiergebühr die Registration NICHT mit einschließt, sondern das letztere direkt mit dem Autor zu begleichen ist

3) Die Originaldateien -und besonders die Anleitung- dürfen nicht verändert werden.

Alle Rechte an Programm, Zeichensätzen und Dokumentation bleiben beim Autor: Matthew E. Desmont. Ausgenommen sind die RS-232- und CRC- Routinen, deren Rechte liegen bei Geoffrey Welsh; sie wurden mit dessen Genehmigung hier verwendet.

1.2 Haftungsausschluß

Das Programm und die begleitende Dokumentation sind ohne ausdrückliche noch stillschweigende Garantie über eine Lauffähigkeit unter bestimmten Bedingungen oder Konfigurationen. Der Autor ist nicht verantwortlich für irgendwelche Schäden, die mittelbar oder unmittelbar aus dem Gebrauch des Programms erstehen.

2. Zu Beginn

Es gibt ein paar grundsätzliche Hinweise, um mit DesTerm umzugehen. Hast Du diese begriffen, ist der Rest wirklich einfach.

Zum starten des DesTerm, die Diskette mit den DesTerm Dateien einlegen und

RUN"DESBOOT2.00"

eingeben. Das Programm zeigt einen Startbildschirm, während weitere Teile nachgeladen und initialisiert werden. Ist die Initialisierung vollständig, erscheint auf dem 80-Zeichenschirm das Hauptterminalbild, darauf ein geöffnetes Fenster mit einem Sharewarehinweis und eine Melodie erklingt. Die Melodie kannst Du ausspielen lassen, oder durch Tastendruck beenden. DesTerm versucht nun das Modem zu initialisieren, um dessen richtige Konfiguration zu überprüfen. Mehr Information zur Konfiguration von DesTerm und Modem folgen später. Danach sucht das Programm nach der Datei "DSL.STARTUP" auf der Bootdiskette. Soweit vorhanden, enthält es die Befehle, DesTerm zu konfigurieren (in 'run-time'). Sind diese Befehle ausgeführt, steht der Terminalmodus nun zur Verfügung.

DesTerm ist im Prinzip menügeführt, das Hauptmenü wird mit <CTRL>+<RUN/STOP> aufgerufen und ist somit die wichtigste Tastenkombination. Von hier aus sind ALLE DesTerm Funktionen ansprechbar. <CTRL>+<RUN/STOP> wurden ausgewählt, weil sie sonst sehr selten zusammen gedrückt werden und somit eine irrtümliche Bedienung unwahrscheinlich ist. In das Hauptmenü kommt man so nur vom Terminalmodus aus, wenn keine weitere Menüs geöffnet sind.

In den Menüs kannst Du Dich mit allen Cursortasten bewegen, die aktuelle Anwahl wird revers dargestellt. Kommt der Cursorbalken am unteren Rand an, springt er nach oben weiter und umgekehrt. Die angewählte Option wird durch <RETURN> oder <ENTER> ausgeführt. Viele Optionen haben einen Buchstaben farblich hervorgehoben ('hotkey'), diese können durch Druck auf die entsprechende Taste 'kurzgewählt' werden. Aus einem Menü kommst Du mit <ESC> wieder hinaus, oder -soweit vorhanden- mit der 'quit' Option.

Willst Du Joystick oder Maus (1350/1351) in einem der Ports benützen, werden dadurch die Cursortasten 'ersetzt'. <FEUER> bzw. <linke Taste> entsprechen <RETURN>. Auf der 1351 entspricht zusätzlich die <rechte Taste> einem <CTRL>+<RUN/STOP> im Terminalmodus, bzw. in einem Menü der <ESC> -Taste. Der Joystickport ist vom User festlegbar, auch das Verhalten der Maus außerhalb der Menüs, siehe Kapitel '2.5 Zusammenstellung der Peripherie'.

Manchmal ist Text in ein Fenster einzugeben (z.B.: Dateiname oder Telefonnummer), dann kann der Cursor mit den Cursortasten vor- und zurückbewegt werden, um die Eingabe zu editieren.

Über Menüs DesTerm zu konfigurieren ist zwar sehr einfach, aber manchmal auch etwas langweilig. Zur Zeitersparnis sind 'hotkey' -Kombinationen eingebaut worden. Jede Buchstabentaste zusammen mit <ALT> bewirkt etwas, oder öffnet ein Menü. Eine vollständige Übersicht hierüber findest Du im Terminalmodus mit <HELP>. Oft kann anstatt <ALT> auch die <C=> Taste benützt werden, nur im Commodore Emulationsmodus wird <C=> als normaler Bestandteil der Zeichensatztastatur angesprochen (nicht als Funktionstaste).

2.1 Anpassung des DesTerm an die Hardware

Der größte Frust beim computern entsteht oft, wenn viel Zeit verloren geht, die Peripherie richtig zu konfigurieren. In der Telekommunikation ist dies besonders schlimm, da jedes Modem ein wenig anderst arbeitet und die technischen Fachbegriffe den unerfahrenen User erdrücken.

Den besten Nutzen aus DesTerm zieht man mit einem Hayes-kompatiblen Modem (und Interface), z.B. Commodore 1670, 1650 oder 1660. Hast Du kein solches, kannst Du DesTerm dennoch benutzen, aber auf die automatische Anwahl mußt Du (u.U.) verzichten.

Noch mehr Probleme gibt es mit RS-232 Modems am 128'er, da der RS-232 Stecker nicht dem allgemeinen Standard entspricht und auch die Signalspannung des C128 nicht der entspricht, die das Modem erwartet. Viele Firmen haben Interface herausgebracht, aber manche mit gedrehter Polarität der Modem Kontrollsignale. DesTerm benötigt für ordentliches arbeiten die Signale DCD (Data Carrier Detect) und DTR (Data Terminal Ready). Der erste Schritt, DesTerm einzurichten ist, herauszufinden, ob die Interface Signale invertiert sind, oder nicht.

2.1.1 Konfiguration des Modems

Aus allgemein unbekannten Gründen werden die meisten Modems mit einer Voreinstellung (default) verschickt, die für keine der Menschheit bekannten Anwendung ideal wäre. Die Eigenschaften der Modems (und somit die default Konfiguration) variieren beträchtlich von Modell zu Modell, aber ein paar grundsätzliche Dinge müssen vor der Konfiguration von DesTerm doch geklärt werden.

Viele Modems besitzen 'DIP-Schalter' für Grundfunktionen. Es sollte in der Modemanleitung stehen, wo diese sich befinden, oder wenn nicht vorhanden, wie die Funktionen programmierbar sind, um die gleichen Effekte zu erreichen. Und denke daran, Konfigurationsbefehle an das Modem geschickt, bleiben nicht notwendigerweise dauerhaft gespeichert, lies in Deiner Anleitung zum Modem nach, ob und wie das geschehen kann.

Wenn hier Schalterstellungen angegeben werden, dann nur als Anhaltspunkt, Dein Modem kann anderst sein. Klappt etwas nicht, lies nochmal die Anleitungen.

DTR Override:

DTR ist ein Signal, mit dem der Computer das Modem kontrolliert. Manche Computer, Interface und Kabel verbinden DTR nicht, oder nicht richtig, weshalb Hersteller ihr Modem einstellen, DTR zu ignorieren. DesTerm benutzt es und arbeitet damit wesentlich wirkungsvoller. Oft wird der 'DTR Override' mit DIP-Schalter #1 nach oben ausgeschaltet (oder bei Hayes mit "AT&D2"). Wenn das Modem keine Befehle befolgt, mußt Du DTR Override wieder aktivieren, schaue aber erst unter 'Kontrollsignale' nach.

Verbal Response Codes:

Das Modem gibt u.U. seinen Status in Zahlen oder längeren Strings aus. DesTerm ist voreingestellt, Strings als Antwortcodes zu akzeptieren, kann aber auch auf Zahlen konfiguriert werden. Der englische Antwortcode dürfte für den Anfänger einfacher zu verstehen sein, deshalb DIP-Schalter #2 hoch, oder "ATV1"

Quiet Mode:

Das Modem soll keine Statusmeldungen geben? DIP-Schalter #3 'runter, oder "ATQ0"

Command Mode Echo:

Das Modem kann Dir anzeigen, welche Befehle Du ihm eingetippt hast. Obwohl DesTerm unterhalb 9600 Baud mit 'Echo ein' gut umgehen kann, wird doch die allgemeine Geschwindigkeit und die Zuverlässigkeit von DesTerm erhöht, wenn das Befehlsecho 'aus' ist: DIP-Schalter #4 'runter, oder "ATE0"

Auto Answer:

Die vielleicht lästigste Angewohnheit der Modemhersteller ist die Voreinstellung, daß einem Anruf sofort geantwortet wird, sobald ein ankommender Anruf erkannt ist. Abschalten mit: DIP-Schalter #5 'runter, oder "ATS0=0"

Carrier Detect Override:

Modems sind oft so konfiguriert, daß sie anzeigen, mit irgendetwas verbunden zu sein, selbst wenn sie es nicht sind. DesTerm kommt besser zurecht, wenn auch diese Funktion 'aus' ist: DIP-Schalter #6 hoch, oder "AT&C1"

2.2 Modemtyp

Um ordentlich zu funktionieren, muß DesTerm natürlich wissen, welches Modem benutzt wird. Die Einstellung erfolgt unter 'Modem settings' im 'Modem Type' -Menü. Zur Auswahl stehen 'Normal Hayes', 'Inverted Hayes', '1670', '1650' und '1660'. Hast Du eins der letzten drei Modems (oder ein dazu kompatibles), einfach anwählen und fertig. Benutzt Du eines der Steckmodul Interfaces, die DesTerm unterstützt (SwiftLink-232 oder HART), so wähle 'Normal Hayes'. Hast Du keines dieser Interfaces, aber ein normales Userport-Interface, zusammen mit einem Hayes kompatiblen Modem, so wirst Du gewissen Spaß haben. . .

Wie Du vielleicht weißt, besitzt der 128'er keinen Standard-RS-232-Port, deshalb müssen Modems entweder speziell gefertigt, oder sie müssen über ein RS-232 Interface angeschlossen werden. Vorhandene Interfaces teilen sich in zwei Kategorien: mit bzw. ohne Inversion. Das bedeudet, daß zum Modem gesendete Kontrollsignale invertiert ('umgedreht') werden, oder nicht. DesTerm muß das natürlich für eine korrekte Funktion auch wissen. Im Normalfall wird das Modem die 'Carrier Detect Line' deaktivieren, wenn es nicht mit einem anderen Modem spricht und zum Datenaustausch aktivieren. DesTerm erkennt die eingehende 'Carrier Detect Line' und zeigt ein großes 'C' links der Modemgeschwindigkeit in der Statuszeile an. Ist das Modem eingeschaltet, aber nicht in Verbindung mit einem anderen, sollte das 'C' nicht vorhanden sein. Ist in diesem Fall doch das 'C' angezeigt, konfiguriere die andere Hayes Option. Vergewissere Dich, daß das Modem den 'Carrier Detect' und den 'DTR' NICHT überspringt. Hast Du damit Probleme, frage einen Freund . . .

2.3 Einstellung der Hayes 'Setup' -Optionen

Die Hayes Setup Menus sind vielleicht die wichtigsten des ganzen Programms und werden im folgenden erklärt.

2.3.1 Dial Type (Wählart)

Die Wählart sollte wenn möglich 'Tonwahl' sein, ansonsten 'Pulswahl'. Die Option 'None' wird gebraucht, wenn 'T' oder 'P' ausdrücklich in den Anwahlstring eingeschlossen werden sollen (das heißt, wenn 'call waiting' ausgeschaltet ist).

2.3.2 Max Baud Rate (höchste Übertragungsgeschwindigkeit)

sollte auf die maximale Geschwindigkeit eingestellt werden, mit der das Modem umgehen kann

2.3.3 Einstellung der 'Connect Rate'

Manche neuere Modems sprechen zum Terminal in einer ganz anderen Geschwindigkeit als in einer Verbindung (z.B.: Modem - Modem 300 Baud aber Modem - DesTerm 9600 Baud). Das wird 'Speed LOCKING' genannt. Das richtig einzusetzen, mußt Du DesTerm mitteilen, die Verbindungsrate zu ignorieren. Diese Option diktiert, ob DesTerm die Geschwindigkeit ändern soll, wenn vom Modem die Meldung einer Verbindung ('Connect') kommt. Für die automatische Umschaltung muß das Modem mit dem Connectstring auch die Geschwindigkeit mitteilen (z.B.: CONNECT, CONNECT 1200, CONNECT 2400, u.s.w.). Das X Register kontrolliert, wie offen das Modem ist, - normalerweise ist es auf 1 eingestellt (oder höher, wenn es das Modem unterstützt).

2.3.4 Initialisierungssequenzen

Wenn DesTerm startet, schickt es dem Modem einen Initialisierungsbefehl, damit 'soft' Optionen (Kommandostrings) nachfolgen können. Dieser String setzt für gewöhnlich das X Register und einige S Register und es ist möglich, Control- und Escape- Codes einzuschließen. Zur Eingabe von Controlcodes müssen zwei Zeichen eingegeben werden, ein caret (x-ähnliches Grafikzeichen) und das Zeichen, das normalerweise mit CTRL zusammen gedrückt wird, z.B.:

BELL CTRL/G gib ein: caretG oder caretg

RETURN CTRL/M gib ein: caretM oder caretm

LINEFEED CTRL/J gib ein: caretJ oder caretj

ESCAPE CTRL/+ gib ein: caret+

Benötigst Du eine Pause für eine halbe Sekunde (z.B. nach ATZ), benutze den Pfeil hoch, für den Beginn von Hexdaten ein $, gefolgt von von einer zweistelligen Hexzahl (für die Buchstaben A-F Großbuchstaben nehmen). Willst Du den Hochpfeil oder das caret innerhalb eines solchen Strings benutzen, soll ein Backslash vorangestellt werden. Zur Eingabe eines Backslash (als Zeichen) sind zwei einzugeben.

Der voreingestellte String ist: ATZxm^^^AT X1 S11=50 S7=50xm ('x'='caret')

Dieser String wird ein ATZ gefolgt von 'carriage return' eingeben, danach eineinhalb Sekunden Pause, X Register auf 1, Tonwahlgeschwindigkeit auf 50 Millisekunden und die Wählpause auf 50 Sekunden setzen, zum Schluß noch einen Wagenrücklauf ('carriage return').

2.3.5 Hangup Sequenz (Abbruchsequenz)

Eine Verbindung zu beenden wird DesTerm das DTR Signal unterbrechen und wenn das Modem korrekt konfiguriert ist, führt das zum sofortigen 'einhängen' des Telefones. Ansonsten wird DesTerm eine hangup-Sequenz senden, wenn nach einer Sekunde sich auf der 'carrier detect line' nichts mehr ändert. Die hangup-Sequenz enthält den entsprechenden Escapecode des Modems (normalerweise: +++) zusammen mit den Pausen. Dieser String sollte die Verbindung wirklich beenden.

Voreingestellt ist: ^^^+++^^^ATHxm

2.3.6 Wählstring

DesTerm muß wissen, welchen Wählbefehl es einsetzen soll (meistens ATD, evt. noch mit P oder T, für Puls- oder Tonwahl). Manchmal muß auch noch eine '0' (für eine Amtsleitung) vorgewählt und hier eingebaut werden.

2.3.7 Antwortcodes des Modems ('Response')

Während des Wählvorgangs nutzt DesTerm den 'report code', den das Modem sendet. Dieser Code enthält die eingestellte Geschwindigkeit oder den Grund, weshalb eine Verbindung nicht zustande kam. DesTerm wird alles ignorieren, was es nicht versteht und wartet darauf, daß es was versteht. Deshalb solltest Du jeden 'report code' anpassen (von '300 Connect' bis 'Ring'), damit DesTerm versteht, was vom Modem kommt. Sendet Dein Modem keinen speziellen Code, brauchst Du Dich nicht weiter darum bemühen. Hast Du Dein Modem auf numerische Codes eingestellt, solltest Du auch im DesTerm jeden String in sein numerisches Äquivalent ändern.

2.4 Wiederholung der Initialisierung ('Resend Init')

Hast Du den Initialisierungsstring geändert, oder vergessen das Modem einzuschalten, bevor DesTerm startet, kannst Du die Initialisierung im 'Modem Setup' Menü (nochmals) manuell durchführen.

2.5 Zusammenstellung der Arbeitsumgebung

Es ist wichtig, daß Du Dich komfortabel fühlst, wenn Du mit DesTerm arbeitest. Hier die Optionen des 'User Environment' Menüs, in dem persönliche Vorlieben eingestellt werden können. Dieses Menü erreichst Du auch mit <ALT>+<u> aus dem Terminalmodus heraus.

2.5.1 Ändern der Farbeinstellung