Codieren von Bankbelegen Hier ist wieder eine kleine Sensation für den C 64: Mit einem gewöhnlichen Nadel-Matrixdrucker können Sie jetzt selbst Ihre Bank-Belege, also Schecks, Überweisungsformulare und so weiter codieren. Das Programm enthält den dazu notwendigen OCR-A-Zeichensatz. Alle fünf Felder oder nur einige lassen sich bedrucken. Viele Sonderfunktionen beispielsweise zur DIN-ISO-Prüfsummenberechnung sowie die integrierte Liste aller Belegarten machen das komfortable und einfach zu bedienende Programm sehr interessant nicht nur für den Tüftler. Nikolaus M. Heusler »Bitte dieses Feld nicht beschriften und nicht bestempeln« - diesen Hinweis unten auf Schecks und sonstigen Bankformularen hat sicher jeder schon einmal gelesen. Das Feld muß frei bleiben, weil an dieser Stelle die maschinenlesbaren Ziffern und Zeichen eingedruckt werden, die in der Bank von speziellen Lesegeräten abgetastet werden. Dieses System bewirkt eine erhebliche Verschnellerung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Der weiße Bereich am Fuß der Formulare wird von rechts nach links gelesen und ist in fünf Zonen (Felder) unterteilt (von links): Zunächst wäre da das Mehrzweckfeld, in dem beispielsweise bei einer Überweisung Angaben wie Kundennummer oder Rechnungsnummer stehen können. Der Empfänger der Zahlung, beispielsweise eine Behörde kann durch maschinelles Lesen des Mehrzweckfeldes die Zahlung blitzschnell richtig buchen. Schecks ist hier die Schecknummer zu finden. Das Mehrzweckfeld ist maximal 13 Stellen lang und wird durch das Sonderzeichen »Haken« eingeleitet. Neben dem Mehrzweckfeld findet sich die maximal zehnstellige Kontonummer mit dem Sonderzeichen »Stuhl« (heißt wirklich so!). Danach folgt der Betrag, er ist immer elfstellig und von links mit Nullen aufgefüllt. Als Sonderzeichen ist die »Gabel« vorhanden. Danach folgt die achtstellige Bankleitzahl mit dem »Haken«, daneben folgt ein zweistelliges Feld mit dem Namen »Text« und einem »Stuhl«. Dieses Textfeld gibt dem Lesegerät Auskunft über die Belegart, also ob es beispielsweise ein Scheck, eine Überweisung, eine Lastschrift oder ein Summenbeleg ist. Die zwei Stellen des Textfeldes ermöglichen bis zu hundert verschiedene Belegarten, zahlreiche Codes sind bankübergreifend festgelegt (zum Beispiel 11 für Eurocheques, oder 20 für gewöhnliche Überweisungsaufträge). Die fünf Felder werden mit einer speziellen maschinenlesbaren Schrift nach DIN 66008 bedruckt, die den Namen OCR-A (optical character recognition, optische Zeichenerkennung) trägt. Genauere Hinweise zu den Feldern und zur OCR-Schrift findet man in einschlägiger Literatur (s. Literaturverzeichnis). Wenn Sie schon immer einmal den Wunsch verspürt haben, auch einmal Texte in die »Tabu-Felder« zu drucken, oder wenn Sie sich selbst oder Ihrer Bank die Arbeit erleichtern möchten (codieren Sie Zahlscheine, die Sie ausgeben, vorher selbst, sie lassen sich dann schneller verarbeiten), oder wenn Sie sich einfach nur für die Funktionsweise der Codierung interessieren, brauchen Sie nur Ihren C 64/128, einen Epson-kompatiblen 24-Nadeldrucker und das Programm »OCR-Belegdrucker«. Laden Sie das Programm mit dem Befehl LOAD "OCR-DRUCK",8 Der Start des Basic-Hauptprogramms erfolgt wie gewohnt mit RUN. Da bei einem 24-Nadeldrucker die in DIN 66008 Teil 7 (9x9-Punktmatrix) angegebenen Anforderungen nicht exakt erfüllt werden können, besteht nun die Wahl zwischen zwei verschiedenen OCR-Schriften, einer fetten und einer schmalen. Im allgemeinen wird man sich für die fette Schrift entscheiden, die der Original-OCR-A-Schrift am nächsten kommt (Taste <1>). In besonderen Fällen steht auch eine etwas schmalere Version zur Verfügung (Taste <2>). Nach dem Laden des entsprechenden Unterprogramms von Diskette (es handelt sich um eine kurze Maschinensprache-Steuerung und der Zeichensatz-Tabelle) werden noch interne Daten eingelesen, danach erscheint eine Anleitung zur Bedienung des Druckers, die Sie sich durchlesen sollten, bevor Sie mit einer beliebigen Taste das Hauptprogramm starten. Auf dem Bildschirm sind die fünf Felder zu sehen, daneben steht jeweils der Vermerk »leer«, da noch keine Daten eingegeben wurden. Felder mit diesem Vermerk werden später nicht bedruckt, auf diese Weise können Sie einen Beleg nur teilweise codieren. Darunter steht neben dem Hinweis »Belegart«, um welche Art von Bankbeleg es sich handelt, allerdings nur, wenn sich im Textfeld bereits eine zweistellige Nummer befindet. Im Programm sind die Nummern fast aller zwischenbetrieblichen Belege gespeichert. Im allgemeinen wird man das Textfeld allerdings leerlassen und nicht codieren, da auf den Formularen fast immer der Text bereits vorgedruckt ist (rechts unten). Ausnahme: Korrekturhüllen für beschädigte Belege. Ganz unten blendet das Programm Hinweise und Fehlermeldungen ein. Bewegen Sie mit den Cursortasten den blinkenden Cursor auf das Feld, in dem Sie Daten eingeben möchten. Zur Eingabe dienen die Zifferntasten. Die Zahlen werden stets rechtsbündig angezeigt, das Programm hängt neue Eingaben rechts an das Feld an, falls sich der Cursor nicht im Feld befindet. Eingaben lassen sich mit der DEL-Taste löschen (ausfügen). Die Leertaste () löscht ein komplettes Feld, es wird dann beim Druck nicht berücksichtigt, falls Sie keine neuen Daten eingeben. Mit der Stern-Taste wird das Feld von links mit Nullen aufgefüllt, beim Betragsfeld ist dies vorgeschrieben. Steht der Cursor auf dem Mehrzweckfeld und enthält dieses genau zwölf Ziffern, besteht die Möglichkeit, mit der P-Taste eine Prüfziffer berechnen und in das Feld aufnehmen zu lassen. Bei Belegen mit den Nummern 17 und 67 ist diese Prüfziffer vorgeschrieben. Sie soll die Erkennung von Fehlern im Mehrzweckfeld ermöglichen. Die Berechnungsvorschrift findet sich in DIN ISO 7064, MOD 11, 10. Der eigentliche Druck ist dann möglich, wenn mindestens ein Feld Daten enthält, und die Felder Text, Bankleitzahl und Betrag entweder leer oder ganz ausgefüllt sind. Schalten Sie Ihren Drucker ein und ziehen Sie das zu codierende Formular falsch herum (auf dem Kopf stehend, also mit dem Codierstreifen nach vorn) in den Drucker ein. Schalten Sie den Printer ggf. auf Online und betätigen am Computer die Taste mit dem Pfeil nach links. Die eingegebenen Daten werden geprüft und aufbereitet zum Drucker geschickt, was etwa eine Sekunde dauert. Ein abgeschalteter oder nicht angeschlossener Drucker wird vom Programm erkannt und gemeldet. Nach dem Druck wird das Blatt ausgeworfen. Im Prinzip eignen sich alle Epson-kompatiblen 24-Nadeldrucker, die über ein geeignetes Interface an den seriellen Port des C 64 angeschlossen sind. Als Geräteadresse verwendet das Programm die 4, die Sekundäradresse lautet 1 (Linearkanal beim Wiesemann-Interface). Diese Daten können ggf. im Programm ab Zeile 900 geändert werden. Schalten Sie Ihren Drucker so, daß er bei einem CR (ASCII-Code 13) automatisch ein LF (Code 10) ergänzt und beim Einziehen des Formulars einen oberen Rand von 1/6 Zoll erzeugt. Folgende Druckerbefehle kommen zur Anwendung: ESC 3 n Zeilenabstand n/180 Zoll CR neue Zeile inkl. Linefeed ESC * 39 24-Nadelgrafik, 180 dpi FF Formfeed, Blatt auswerfen Das Maschinenprogramm, welches den Druck steuert, beginnt ab Adresse 49152 und wird über folgenden Befehl aufgerufen: SYS 49152,G,A$ Der String A$ wird aufbereitet und über das Gerät G (4) ausgedruckt. In A$ dürfen neben den Ziffern 0..9 und dem Leerzeichen nur die drei Sonderzeichen (Hilfszeichen) H1 bis H3 vorkommen, die als Doppelpunkt (H1, »Haken«), Strichpunkt (H2, »Gabel«) und Kleinerzeichen (H3, »Stuhl«) übergeben werden. Literatur: OCR-A-Schrift, DIN 66008, DIN-Institut e.V., Berlin 30 Prüfsummenberechnung, DIN ISO 7064, DIN e.V., Berlin 30 Einheitliche Zahlungsverkehrs-Vordrucke des Kreditgewerbes, Best. Nr. 22.102, Bank Verlag, Köln 30