Fischertechnik Interface Kurztest Nikolaus Heusler Hans-Jürgen Humbert Fischertechnik 64'er Redaktion 12.19.93 12.19.93 Objekt: 64'er Magazin Ausgabe: 03/1994 Rubrik: Hardware Redakteur: Hans-Jürgen JH Autor: Nicki Heusler, XXX/XXXXXX Datum: 19.12.1993 Thema: sehr positive Kurzbeschreibung Fischertechnik-Interface Bitte ersetzt in diesem Text alle Symbole // durch den Klammeraffen! ================================================================================ //u:Die Verbindung nach außen //v:Will man mit einem Computer Zusatzgeräte fernsteuern, kommt man um einen Adapter nicht herum. Wir haben das Computing-Interface von Fischertechnik für den C 64 getestet. //ar:von Nikolaus M. Heusler //i:D //t4:as Interface 30562 aus der »Computing«-Serie von Fischertechnik, ursprünglich konzipiert zur Ansteuerung eines Fischertechnik-Roboters, kann mit wenigen Grundkenntnissen auch universeller eingesetzt werden. Unser Kurztest durchleuchtet Aufbau, Features und Einsatzmöglichkeiten. Einen genaueren Testbericht finden Sie in 64'er 12/93, Seite 81. Das Interface wird über ein langes Flachbandkabel an den Userport des C 64/C 128 angeschlossen. Die Verbindung nach »außen« erfolgt über die typischen Fischertechnik-Stecker. Es können bis zu vier Elektromotoren bidirektional angesteuert werden (die vier Ausgangspaare können also auf Befehl in ihrer Polarität vertauscht werden, der Gleichstrommotor läuft dann in die andere Richtung). Weiter sind zwei Analogeingänge vorhanden, der Anwender kann programmgesteuert den Widerstand (Bereich etwa 0 bis 5 kΩ) an diesen Leitungen abfragen. Acht digitale Eingangsleitungen lassen sich beispielsweise mit Schaltern oder Tastern beschalten, über etwas Zusatzhardware können hier auch Sensoren angeschlossen werden, die dann eine Ja/Nein-Enscheidung herbeiführen (Temperatur, Helligkeit, Feuchtigkeit). Dazu müssen Sie mit einem Schwellwertschalter das analoge Signal, das der Sensor liefert, in ein digitales Signal umwandeln. Ein solcher Umsetzer wird »Schmitt-Trigger« genannt. Das Interface benötigt eine externe Spannungsversorgung von unstabilisierten 5 Volt Gleichspannung. Kostenpunkt hierfür: etwa zehn Mark, falls man nicht auf das erheblich teurere vom Hersteller vorgeschlagene Fischertechnik-Netzteil ausweicht. Dafür wird jedoch auch das Netzteil des C 64 nicht belastet. Je nach Leisung des externen Netzgerätes lassen sich möglicherweise nicht alle vier Motoren gleichzeitig betreiben, in diesem Fall können zur Abhilfe auch zwei externe Netzgeräte parallel geschaltet werden. Auf der beiliegenden Diskette befindet sich unter anderem für den C 64, C 128 und VC 20 Steuerungs-Software in Form einer Pseudo-Befehlserweiterung in Maschinensprache. Reine Basic-Kenntnisse genügen also, um dem Interface Befehle zu geben oder Eingänge abzufragen. Um etwa den dritten Motor links drehend einzuschalten und dann so lange laufen zu lassen, bis der siebte Taster betätigt wurde, kommt folgendes Programm zum Einsatz: //li:500 SYS M3,EIN 510 SYS M3,LINKS 520 A=USR(E7) 530 IF A=0 THEN 510 540 SYS M3,AUS 550 END //t4:Aus Sicherheitsgründen schaltet das Interface alle Motoren ab, falls es länger als eine halbe Sekunde keine Befehle vom Computer erhält. Das ist praktisch, falls das selbstgeschriebene Programm mit einer Fehlermeldung aussteigt. So kann es nicht vorkommen, daß ein noch laufender Motor das Modell demoliert. Und wenn es dann beispielsweise mit CONT im Programm weitergeht, so wird mit dem ersten Befehl das Interface wieder »aufgeweckt« und hat keinen Motor vergessen. Überhaupt wurde großer Wert auf Sicherheit gelegt: Die Stromversorgung ist gegen Verpolung und Überspannung geschützt, das Plexiglas-Gehäuse sehr stabil (Bild), die Platine macht einen professionellen Eindruck. Beim Anschlußkabel für den C 64 wurde auch eine Zugentlastung nicht vergessen, der Userportstecker ist mechanisch gegen Verpolung geschützt. Dem Gerät liegt ein 12 seitiges Heftchen bei, das die Anwendungsmöglichkeiten und die Bedienung erklärt. Mit Hilfe eines ebenfalls mitgelieferten Basic-Diagnoseprogramms wird bei Fehlern die Hardware getestet. Und was kann man alles daran anschließen? Mit vier Ausgängen kann auch der Modellbahn-Fan schon einiges anfangen. Über einen Kanal steuern Sie zum Beispiel den Fahrstrom, die drei verbleibenden Kanäle könnten auf Signale oder Weichen aufgeteilt werden. Eingänge zur Abfrage von Schienenkontakten (Reed-Kontakte oder Lichtschranken) sind ja genügend vorhanden. Ein Projekt, das freilich schon etwas tiefergehende Hardware-Kenntnisse erfordert, wäre, an die Ausgänge die Mechanik eines Cassetten- oder gar Videorekorders anzuschließen. Vom der selbstgebauten Datasette bis zum Anrufbeantworter »Marke Eigenbau« ist alles denkbar. Bei dem Interface handelt es sich insgesamt also durchaus um ein für den Hardware-Amateur empfehlenswertes Produkt. Eigenen Projekten steht jetzt nichts mehr im Wege - Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. (jh) //in:Fischertechnik, ----- Tumblingen/Waldachtal Bild. Das Fischertechnik-Interface ist in ein stabiles Plexiglas-Gehäuse eingebaut