Buchtest Nikolaus Heusler Hans-Jürgen Humbert Symbolbibliothek Prozessoren 12.19.93 12.19.93 Objekt: PC go! Ausgabe: 3/1994 Rubrik: Büchertest Redakteur: Hans-Jürgen Humbert Autor: Nicki Heusler, XXX/XXXXXX Datum: 19.12.1993 Thema: Test zweier Fachbücher (Prozessoren und Symbolbibliothek) ================================================================================ Symbole für alle Fälle Gehören Sie zu den Anwendern, die öfters mittels PC und CAD-Programm technische Zeichnungen oder Schaltpläne entwerfen müssen? Bekanntlich enthalten solche Dokumente zu einem großen Teil bestimmte genormte Teile. Es bietet sich daher an, auf eine Bibliothek zurückzugreifen. Von Data Becker Software kommt eine neue Sammlung dieser Art, bestehend auf einem Buch mit Diskette. Bei der Symbolbibliothek Elektrotechnik (Messen, Steuern, Regeln) handelt es sich um eine Sammlung von über 1200 professionellen Symbolen, die in den Programmen GraphicWorks, AutoSketch, CorelDraw und AutoCAD (werden nicht mitgeliefert) eingesetzt werden können. Die Symbole richten sich nach den DIN-Normen 40713 (Schutztechnik), 40715 (Maschinen), 40716 (Zähler, Schaltuhren), 40900 Teil 2, 4, 6, 7, 8, 11 (Schaltzeichen, Symbolelemente, Netze und Elektroinstallation) und 19227 Blatt 1 bis 3 (Aufnehmer, Sensoren, Regler, Bediengeräte, Sinnbilder usw.). Die Bildchen eignen sich vor allem für eine Zielgruppe von Anwendern, die Installationen oder Regelkreise und ähnliches »Handfestes« entwerfen. Für elektronische Schaltpläne ist die Bibliothek ungeeignet: Transistoren, Halbleiter, Spannungsquellen, Operationsverstärker, ICs und dergleichen sucht man vergeblich. Alle Symbole sind auf der Diskette sowohl im GraphicWorks- wie auch im DCX-Format vorhanden, wodurch sie sich reibungslos in allen Programmen mit DCX-Schnittstelle einsetzen lassen. Im Buch sind alle Symbole mit ihrem Namen (der Dateiname ist eine achtstellige Codenummer), einer Erklärung (nach DIN) sowie natürlich dem Bild (teilweise verkleinert) aufgeführt. Diese Auflistung nimmt allein 180 Seiten in Anspruch. Die Piktogramme sind hierbei nach ihrem Vorkommen in den Normen geordnet, ein alphabetisches Verzeichnis gibt es nicht. Weiter gibt das Buch in gut verständlicher Form Hinweise zur Installierung der Bibliothek auf Festplatte und natürlich zur Anwendung. Diese Hinweise beschränken sich allerdings auf die Programm GraphicWorks, ebenfalls von Data Becker sowie AutoSketch (unter Windows) und AutoCAD 11/12. Diese Ausführungen sind ziemlich ausführlich und genau. Mit 69 Mark ist die Sammlung relativ teuer. Eine gute Empfehlung ist sie daher vermutlich vor allem für professionelle Anwender, also Ingenieur-Büros, Systemarchitekten oder Hochschulen und Institute. Der private Anwender ist mit dieser Bibliothek, die es übrigens auch für den Maschinenbau und Innenarchitektur gibt, möglicherweise nicht optimal beraten. (Nikolaus M. Heusler) PC go! Info Symbolbibliothek Elektrotechnik Die Bibiliothek enthält über 1200 professionelle technische Symbole für den Einsatz in CAD-Programmen. Böning & Koch; "Symbolbibliothek Elektrotechnik; Messen, Steuern, Regeln"; ISBN 352041; 211 Seiten; Data Becker GmbH, Düsseldorf; 69,- Mark Des Pudels Kern Ohne den Prozessor wäre Ihr PC nur ein sehr teurer, aber unnützer Kasten, außerstande, irgendwelche Aufgaben zu erfüllen. In jedem Computer verrichtet so eine Zentraleinheit ihren Dienst und führt die Programme aus. Doch was hinter diesem so wichtigen Grundelement steckt, wie es aussieht und funktioniert, weiß kaum einer so ganz genau. Grund genug für Michael Birmelin, ein Buch über die Prozessoren der Intel-Familie 80xxx zu verfassen, die in IBM-kompatiblen PCs eingebaut sind. Der Schmöker aus dem Franzis'-Verlag vermittelt wesentliche Merkmale der einzelnen Varianten vom alten 8086 über 286 und 386 bis zum 80486 und - ganz aktuell - dem Pentium. Nach einer kurzen Abhandlung über die historische Entwicklung stellt der Autor im zweiten Kapitel sehr ausführlich die einzelnen CPU-Typen mit ihren Derivaten vor: So gibt es die Familie 80386 ja in den Versionen SL, SX und DX, die sich zum Beispiel hinsichtlich der Datenwege unterscheiden. Auch spezielle Bausteine zur Leistungssteigerung wie Coprozessoren 80x87, LAN-Copper oder Overdrive-Prozessoren finden Beachtung. Während dieses zweite Kapitel doch eher den Einsteiger in diese Thematik anspricht, enthalten die folgenden Abschnitte bereits weitergehende Informationen über die Architektur eines Prozessors. Besonders interessant ist das Kapitel 4.6, das sich sehr ausführlich mit den Caches befaßt. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, mit dessen Hilfe Zugriffe auf den Speicher erheblich beschleunigt werden können. Erklärt werden die grundsätzlichen Möglichkeiten, die dieses Verfahren bietet, aber auch Sonderformen und Verbesserungen. Wer selbst Erweiterungen für das Gerät entwickeln möchte, braucht Informationen über die Schnittstellen (seriell, parallel, Game), die das Buch im siebten Kapitel gibt. Hier steht auch Wissenswertes zu den Interrupts. Schade ist, daß der Autor gerade dieses sehr wichtige und zentrale Thema in knapp zehn Seiten abhandelt. Das Buch ist aber nicht nur für Hardware-Freaks interessant, die einen Einblick in den inneren Aufbau ihres Computers gewinnen möchten. Auch der Programmierer, der sich erst auf Maschinensprache-Ebene so richtig wohlfühlt, wird sehr gut bedient. Auch hierzu sind wieder Informationen aus allen Levels vorhanden. Die drei Betriebsarten (Real, Protected und Virtual), in denen ein Prozessor gefahren werden kann, werden ebenso erläutert wie die eigentlichen Maschinenbefehle, die mit zahlreichen Beispielen beschrieben sind. Dem Buch liegt eine kleine Diskette bei, auf der alle beschriebenen Programme fertig enthalten sind, und zwar sowohl als Quelltext (in der Programmiersprache C) wie auch ablauffertig im Objektcode. Praktische Erfahrungen beispielsweise über empfehlenswerte Gerätekonfigurationen oder über fünf verschiedene Betriebssysteme (DOS, Unix, OS/2, Windows NT, Novell Net Ware) runden das Buch ab. Insgesamt ist das Buch recht gut und leicht lesbar geschrieben, auch wenn es an einigen wenigen Stellen vielleicht etwas ausführlicher sein könnte. Tabellen und Zeichnungen sind gelegentlich eingestreut, Fotos und Bilder fehlen, wären bei diesem Thema aber auch kaum sinnvoll. Positiv sollten noch das ausführliche Inhalts- und Stichwortverzeichnis sowie das Lexikon mit etwa 75 Begriffen erwähnt werden. Das Buch kann somit allen empfohlen werden, die sich für die interne Funktionsweise eines PCs interessieren. (Nikolaus M. Heusler) PC go! Info Handbuch der 80xxx Prozessoren und Pentium Das ausführliche Nachschlagewerk informiert über internen Aufbau der Prozessortypen 8086 bis 80586 (Pentium), stellt die Unterschiede zwischen den Typen dar und beschreibt ausführlich anhand von Beispielen auf Diskette die Programmierung. Michael Birmelin; "Handbuch der 80xxx Prozessoren und Pentium"; ISBN 3-7723-4111-X; Franzis Verlag München, 1993; 346 Seiten; DM .......