Software-Corner Nikolaus Heusler Pit Klein PC go 4/94 12.26.93 12.26.93 Objekt: PC go! Ausgabe: 04/94 Rubrik: Software-Corner Redakteur: Pit Klein PK Autor: Nicki Heusler, XXX/XXXXXX Datum: 26.12.1993 Thema: Tips und Tricks zu PC-Software Bitte ersetzt in diesem Text alle Symbole @ durch den Klammeraffen! ================================================================================ @u:Software-Corner @v:Seien Sie ehrlich: Können Sie Ihre Software voll ausnutzen, kennen Sie wirklich jede Funktion? Unsere Sammlung enthält wieder einige Kunstgriffe für kommerzielle Programme, diesmal mit Schwerpunkt Textverarbeitung, und sicher ist auch für Sie etwas Neues dabei! @zu:ASCII-Texte in Wordperfect @t4:Eine Ascii-Datei (wie beispielsweise die Systemdatei AUTOEXEC.BAT oder CONFIG.SYS oder ein Datenfile) soll in Wordperfect bearbeitet werden. Der normale Ladebefehl (Shift F10 bzw. F5/Auswahl mit Cursor/1) führt in der Regel nicht zum Erfolg, vielmehr wird der Vorgang mit der Meldung »inkompatibles Datenformat« erfolglos abgebrochen. Manchmal gelingt es in Einzelfällen tatsächlich, das File zu laden, dann verschwinden aber die Umlaute und das scharfe ß. Lösung: Verwenden Sie den Wordperfekt-Befehl Text Ein/Aus (Ctrl F5) mit der Option 1 (DOS-Datei) und der anschließenden Wahl von <2> oder <3> mit Dateiname. Dieser Weg ermöglicht das problemlose Laden von Ascii-Dokumenten. Beim Bearbeiten von Programm- oder Batch-Files wie beispielsweise »AUTOEXEC.BAT« sollten Sie übrigens bei allen Textprogrammen (auch Word) darauf achten, daß beim Speichern keine Formatinformationen mit gespeichert werden. Legen Sie den Text nur als Text ab, sonst wird das Programm hinterher nicht mehr funktionieren. @zu:Anzeigen fester Zeilenschaltungen @t4:Aufgabenstellung: Absatzendemarkierungen (»feste Zeilenschaltungen FNZ«, so die Wordperfekt-Sprechweise) werden in Wordperfekt normalerweise nur dargestellt, wenn alle Sonderzeichen eingeschaltet sind. Sie sollen nun standardmäßig durch das aus Word bekannte stilisierte »q« (ALT 20) ersetzt werden. Man geht dabei wie folgt vor: Im Startmenü kann die Einstellung wunschgemäß vorgenommen werden. Dazu geben Sie ein: Taste für Startmenü (F1) Bildschirm (3) Zeichen für FNZ (6) / ALT 20 RETURN RETURN Alternativ kann statt ALT 20 auch jedes andere Zeichen gewählt werden, zum Beispiel ein Grafikzeichen wie ALT 169 (Ecke). Die sichtbare Darstellung der Absatzendezeichen hat den wesentlichen Vorteil, daß diese Markierungen nun leichter bearbeitet werden können (Suchen, Löschen, Einfügen und so weiter). @zu:Framework III auf Laptops @t4:Gerade bei Laptops mit der geringeren Flexibilität beim Einsatz unterschiedlicher Programme ist ein integriertes Programm wie Framework III gut verwendbar. Allerdings ist ohne Festplatte der Einsatz des integrierten Pakets nicht ohne weiteres möglich, da das Programm auf verschiedene Dateien zugreift. Ältere Laptops, die keine Festplatte besitzen, bereiten dann Probleme: Man kann das Programm nur von Diskette betreiben, die ständig im Laufwerk liegen muß. Durch den Umfang paßte Framework III bisher aber nicht auf nur eine Diskette. Es muß also eine Möglichkeit gefunden werden, das Programm so auf mehrere Disketten zu verteilen, daß alle während der Laufzeit noch nachgeladenen Files auf ein und derselben Floppy zu finden sind. Und das gelingt! Bei Verzicht auf das Wörterbuch und das Hilfssystem kann Framework III bequem auf zwei 720 KB-Disketten untergebracht werden. Die erste Diskette wird nur einmal zum Booten und Start des Programms benötigt. Erzeugen Sie eine bootfähige Diskette mit DOS 3.3 oder höher. Kopieren oder erzeugen Sie darauf die Dateien AUTOEXEC.BAT und CONFIG.SYS. Falls Sie eine Maus benutzen, kopieren Sie auch deren Treiber auf diese Diskette. Nehmen Sie in die CONFIG.SYS die Zeile @li:SHELL=COMMAND.COM/P @t4:auf, damit COMMAND.COM resident geladen wird. Nun müssen folgende Framework-Dateien auf die Diskette kopiert werden: @li:FW.EXE FWxxxxx.RES DEUTSCH.CH FWENV @t4:Dabei steht »xxxxx« für eine individuelle Kombination aus Ziffern und Buchstaben. Konfdigurieren Sie Framework auf Ihrem »normalen« Computer, aber angepaßt an den Laptop: also z.B. CGA als Bildschirmtreiber, Standardlaufwerk »A:«, kein Exp. oder Ext.-Memory und so weiter. Verwenden Sie dazu das Programm SETUPFW.EXE. Kopieren Sie dann auf eine zweite Diskette folgende Dateien: @li:BLIOTH.FW3 FW.OVL FW2.RES FWENV FWSETUP @t4:Das war's. Sie haben noch eine Menge Platz für Dateien auf der zweiten Diskette. Bei einen Toshiba T1100 beispielsweise mit insgesamt 512 KByte Hauptspeicher sind noch 112 KByte Speicher frei - das reicht für die meisten Anwendungen. Man sieht, es geht doch: Framework III läßt sich auch auf einem Laptop ohne Platte einsetzen. @zu:Word: Parlez vous »français?« @t4:In der Textverarbeitung werden oft Anführungszeichen benötigt. Statt der deutschen Gänsefüßchen (") werden oft französische Anführungszeichen (»«) eingesetzt. Da es sehr umständlich ist, ständig die Tastenkombinationen und einzugeben, können diese Sonderzeichen mit einfacheren Tastenkombinationen erzeugt werden. Ab Word 4.0 geht das so: »: CTRL S «: CTRL A (beide Tasten gleichzeitig drücken). Bei deutschen PCs leutet die Aufschrift der Control-Taste STRG. Das öffnende » erhält man also mit . @zu:Word mit der Herkules-Karte @t4:Wird mit Word und einer Herkules-Karte gearbeitet, kann es im Grafikmodus der Textverarbeitung zu Problemen kommen: Alle Zeichen ab den Code 128 werden falsch dargestellt. Dafür ist das MS-DOS-Programm GRAFTABL verantwortlich. Ist dieses aktiv, treten derartige Fehler auf. Um das Manko zu beseitigen, lösche man GRAFTABL aus der AUTOEXEC.BAT-Datei und boote den PC neu. @zu:Pagemaker: Beliebig große Postscript-Schriften @t4:Das DTP-Programm »Pagemaker 3.0« unterstützt Postscript-Drucker mit all ihren Schriften. Der Menüpunkt Schriftgrad stellt nur wenige Schriftgrößen zur Verfügung. Allerdings können Sie in dieses Eingabefeld beliebige Zahlen schreiben, das Programm akzeptiert alles. Damit stehen praktisch unendlich viele Schriftgrößen für Ihre Pagefox-Dokumente zur Verfügung. Auch »exotische« Schriftgrößen wie 13,3 Punkt sind möglich. Damit sich die Zeilen nicht überlappen, sollten Sie den automatischen Zeilenabstand aktivieren. @zu:Word und das scharfe ß @t4:Bei der Verwendung des Druckertreibers HPLJ_POR mit dem beim HP Laserjet II als Firmware mitgelieferten Zeichensatz Courier 10 CPI (voller US-ASCII-Zeichenvorrat, normale Schreibmaschinenschrift) erscheint das Zeichen für das scharfe ß seitlich geneigt, was ein sehr unschönes Schriftbild ergibt. Lösung: Bleiben Sie im ganzen Text weiterhin beim Schrifttyp COURIER_IBM_S1 (Modern a), so daß der volle IBM-Zeichensatz zur Verfügung steht. Die ß (und nur diese) formatieren Sie aber mit dem Roman-8-Zeichensatz: Dazu betätigen Sie, wenn der Cursor auf einem ß steht, die Tasten , dann (Format), (Zeichen) und geben unter Schriftart ein: Courier_R8_S1 (Modern c). Nach Betätigung der RETURN-Taste wird der Schrifttyp für diesen Buchstaben neu festgelegt. Sie werden sehen: Das Aussehen der scharfen ß in diesem Zeichensatz paßt genau zum Text der Courier 10. Der Praktiker wird diesen Vorgang durch ein kleines Makro automatisieren. @zu:Ventura Publisher 1.0 mit scharfem ß @t4:Und nochmal das scharfe ß. Das DTP-Programm Ventura Publisher verfügt über eine Import-Funktion für Word-Texte. Das ist sehr praktisch, weil man auf diese Weise Dokumente mit der bekannten Textverarbeitung eingeben kann, ohne sich mit den beschränkten Editier-Möglichkeiten des Publishers zufriedengeben zu müssen. Die Layout- und Formatierungen erledigt man anschließend per Ventura Publisher. Allerdings hat die Sache noch einen erheblichen Haken: Das scharfe ß wird vom Publisher nicht übernommen, stattdessen landet ein Leerzeichen im Dokument. Man müßte nun manuell den Text überarbeiten und die Lücken ausfüllen. Es geht aber auch besser: Im fertigen Word-Text ersetzt man alle ß durch die Zeichenfolge <217> (interner Code für das ß). Das Wort »muß« sähe danach beispielsweise so aus: »mu<217>«. Dieser Austausch kann ganz einfach mit der Funktion vorgenommen werden. Es empfiehlt sich, den angepaßten Text unter einem anderen Namen zu speichern, falls man das Original-Dokument später noch einmal benötigt. @zu:Lotus 123: Kopierschutz ade @t4:Der Kopierschutz-Mechanismus von Lotus 1-2-3 erlaubt höchstens zwei Installationen. Das kann unter Umständen zu wenig sein, beispielsweise falls man nach einer Formatierung der Festplatte das Programm ein weiteres Mal installieren möchte. Geht dann die Platte nochmal in die ewigen Jagdgründe ein, ist nochmaliges Formatieren angesagt. Lotus 1-2-3 ist dann jedoch für immer »aus dem Verkehr gezogen«. Dieser Fall trat in der Redaktion auf, es zeigte sich, daß der Festplatten-Controller defekt war. Erst viel später hat sich herausgestellt, daß auch Lotus dieses Problem erkannt hat. Dort ist ein Utility »Lotus 1-2-3 Value Pack« erhältlich, das unter anderem den Kopierschutz entfernen kann. Wir hoffen, daß wir Ihnen mit diesem Hinweis eine Menge Ärger ersparen können! @zu:Zuwenig Speicherplatz bei Multitasking unter Windows 386 @t4:Läßt man unter MS-Windows 386 mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen und macht dann von einer Vollgrafikseite eine Bildschirmkopie, die in einen Text in MS-Write eingebunden werden soll, so erhält man häufig beim Starten eines weiteren Programms die Fehlermeldung, daß nicht genügend Speicherplatz frei ist. Dies kann schon dann geschehen, wenn nur der Spooler zum Ausdruck des Textes geladen wird. Diese Fehlermeldung kann leicht umgangen werden. Man muß nur sofort nach dem Einfügen der Grafik in den Text die Zwischenablage entleeren. Dies kann durch das Kopieren eines einzelnen Textzeichens in die Zwischenablage erfolgen. Dann ist der größte Teil der Ablage wieder freigegeben und alle Anwendungen laufen wieder einwandfrei. @zu:Funktionstasten bei MS-Word @t4:Da die Bedienung von Microsoft-Word mit einer Maus überaus elegant und komfortabel ist, versäumen viele Anwender, die Wirkung der Funktionstasten im Zusammenspiel mit den Umschalttasten ALT, CTRL (bzw. STRG) und SHIFT zu beachten. Tatsächlich bieten diese jedoch bereits in der Grundeinstellung für gängige Abläufe sehr bequeme Alternativen. Die aus meiner Erfahrung wichtigsten Kurz-Kommandos sollen hier tabellarisch zusammengefaßt werden. ((hier kann der Redakteur nach Belieben die Tabelle zusammenstreichen - Gruß Nicki)) @li:F1 nächsten Ausschnitt F2 Berechne markierten Bereich F3 Textmarke übernehmen F4 Bearbeitung wiederholen F5 Überschreiben ein/aus F6 Markierung setzen F7 Wort zurück F8 Wort vor F9 Absatz vor F10 Absatz zurück SHIFT F1 Rückgängig SHIFT F2 Gliederungsansicht ein/aus SHIFT F3 Makro aufzeichnen ein/aus SHIFT F4 Suche wiederholen SHIFT F5 Gliederungaufbau SHIFT F6 Spaltenmarkierung ein/aus SHIFT F7 Satz zurück SHIFT F8 Satz vor SHIFT F9 Zeile markieren SHIFT F10 alles markieren CTRL F1 Ausschnitt zoomen CTRL F2 Kopfzeile CTRL F3 Makro schrittweise abrufen CTRL F4 Groß/Kleinschrift wechseln CTRL F5 Linienzeichnen ein/aus CTRL F6 Thesaurus CTRL F7 Übertragen Laden CTRL F8 Druck Drucker CTRL F9 Druck Layoutkontrolle CTRL F10 Übertragen Speichern ALT F1 Format Tabulator Setzen ALT F2 Fußzeile ALT F3 Markierten Bereich in Papierkorb ALT F4 Layout ALT F5 Gehezu Seite ALT F6 Rechtschreibprüfung ALT F7 Zeilenumbrüche ALT F8 Format Zeichen ALT F9 Text/Grafik ALT F10 Druckformat aufzeichnen ALT A Normalschrift ALT B Blocksatz ALT D Doppelt unterstrichen ALT E Erste Zeile um einen Tabstop einrücken ALT F Fett ALT G Linken Einzig um einen Tabstop erweitern ALT H hochgestellt ALT I Kursiv ALT K Kapitälchen ALT L Linksbündig ALT M Linken Einzug um einen Tabstop reduzieren ALT N Standard ALT O Anfangsabstand ALT Q Linker und rechter Einzug ALT R Rechtsbündig ALT S Durchgestrichen ALT T tiefgestellt ALT U Unterstrichen ALT V verborgen ALT Y Negativer Erstzeileneinzug ALT Z Zentriert ALT 2 Doppelter Abstand (zweizeilig) ALT Leertaste Normalschrift ALT ? Hilfe @t4:Beachten Sie bitte, daß diese Tabelle nur einen Auszug der verfügbaren Tastenkombinationen wiedergibt. Die Belegung kann vom Benutzer umdefiniert werden, so daß nicht an jedem Word-Arbeitsplatz die selbe Belegung vorliegen muß. (Nikolaus M. Heusler)