Windows-Corner Nikolaus Heusler PC go! 05.06.9405.05.94 Objekt: PC go! Ausgabe: Rubrik: Tips und Tricks / Windows-Corner Redakteur: Autor: Nicki Heusler, XXX/XXXXXX Datum: 05.05.94 Thema: Tips und Tricks zu WINDOWS ================================================================================ Windows-Corner Hier ist wieder eine "Wagenladung" an wertvollen Tips und Tricks, die das Leben mit Microsofts Windows einfacher machen. Notausgang Manche Programme weigern sich einfach, mit Windows zusammenzuarbeiten. Der Versuch, sie in der DOS-Box zu starten, führt zum Absturz. Kein Problem, man kann Windows ja verlassen. Die Zahl der Mausklicks, die dazu notwendig ist, läßt allerdings Zweifel an der "Seriosität" dieser Routine zu. Windows hat eben auch seine Schattenseiten. Der schnellste Weg nach "draußen" führt über den Task-Manager. Mit der Tastenkombination erweckt man dieses Utility zum Leben. Wählt man hier als Task den "Programm-Manager" und klickt dann auf "Task beenden", erscheint die bekannte Box "Hiermit beenden Sie Ihre Windows-Sitzung". Das Ziel ist erreicht. Es geht aber auch noch schneller, und zwar mit Hilfe des weithin unbekannten Makro-Rekorders. Dann genügt ein Tastendruck, um die Oberfläche ordnungsgemäß zu verlassen. Die Aufzeichnung dieses Makros sollte sehr sorgfältig vorgenommen werden, denn der Rekorder erlaubt nachträglich keine Änderungen mehr. Macht man einen Fehler, muß die Aufzeichnung wiederholt werden. Zuerst müssen alle vorhandenen Programme gestartet werden, deren Name mit "P" beginnt. Danach aktivieren Sie den Makrorekorder und wählen dort unter dem Menüpunkt "Makro" die Funktion "Aufzeichnen". In der nun erscheinenden Box müssen einige Änderungen vorgenommen werden: Das Makro nennen wir beispielsweise "SCHLUSS". Die Wiedergabe muß aus jeder Anwendung möglich sein, daher wählen wir diesen Eintrag aus. Bezugspunkt ist der Bildschirm, und die Maus sollte ignoriert werden. Als letztes wird eine Tastenkombination vergeben, die das Makro startet - zum Beispiel und . Starten Sie die Aufzeichnung jedoch jetzt noch nicht: Zuerst muß die Taskliste in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Dazu starten Sie mit und den Task-Manager und aktivieren alle hinter (unter, nach) dem Programm-Manager stehenden Tasks nacheinander. Nach dieser aufwendigen Prozedur steht der Programm-Manager am Schluß der Liste. Jetzt kann im Rekorder mit der Aufzeichnung des Makros begonnen werden. Rufen Sie dann mit wieder den Task-Manager auf. Taste

wählt den nächsten Eintrag mit dem Anfangsbuchstaben "P", die Tastenkombination beendet diese Anwendung. Wiederholen Sie diese Prozedur so lange, bis es den Programm-Manager "erwischt" und die Abschlußmeldung von Windows (Beenden der Sitzung) erscheint. Dort wähle man "Abbrechen" und in der Dialogbox des Rekorders "Makro speichern". Das Makro-File findet mit "Datei speichern" Platz auf der Platte. Als Name für diese Datei bietet sich etwa "SCHLUSS.REC" an. Mit einer kleinen Änderung in der WIN.INI lädt Windows dieses Makro bei jedem Start. Dazu muß in der Sektion [WINDOWS] eine Zeile Load=C:\WINDOWS\SCHLUSS.REC eingefügt werden (je nach Name und Verzeichnis Ihres Makros). Ab dem nächsten Start von Windows ist es möglich, mit der Tastenkombination sofort die Logout-Meldung von Windows auf den Schirm zu bringen. Keine Angst, steigen Sie auf diese Weise beispielsweise aus einer Textverarbeitung aus, fragt diese vorher, ob der Text noch gespeichert werden soll. Nochmal: Windows verlassen Bei Beenden von Windows läßt sich Zeit sparen. Die Zeit reicht zwar vermutlich nicht für eine Tasse Kaffee. aber einige Sekunden dauert es doch auch beim 486er, bis der DOS-Prompt wieder erscheint. Die Verzögerung liegt daran, daß der Programm-Manager beim Beenden noch wichtige Einstellungen auf der Festplatte sichert. Dies ist der Fall, wenn in dem Menü "Optionen" der Punkt "Einstellungen beim Beenden speichern" durch ein Häkchen vor dem Text markiert ist. Schließt man den Manager durch Doppelklick auf das Systemsymbol in der linken oberen Ecke des Fensters, merkt sich das Programm bis zur nächsten Sitzung, welche Fenster an welcher Stelle in welcher Größe geöffnet waren - und das dauert eben seine Zeit. Will man sich diese Zeit sparen, genügt es, den Menüpunkt "Einstellungen nach Beenden speichern" anzuklicken und damit das Häkchen zu löschen. Schließt man Windows mit dieser Einstellung, dauert es nur einen kurzen Moment, bis DOS wieder aktiv wird. Diese Einstellung hat allerdings auch einen Nachteil: Die aktuellen Einstellungen des Programm-Managers werden nicht mehr gespeichert. Das kann man aber auch auf andere Weise erzwingen: Hält man beim Doppelklick auf das Systemsymbol die Umschalttaste gedrückt, versteht der Programm-Manager das als Aufforderung, die Einstellungen zu speichern. Die Dialogbox "Windows beenden" erscheint nun nicht. Das funktioniert auch mit dem Datei-Manager: Umschalttaste gedrückt halten und auf das Systemsymbol doppelklicken. Der Dateimanager sichert seine aktuellen Einstellungen. Noch ein Tip in diesem Zusammenhang: Sie haben Ihre Fenster nach langer Arbeit schön übersichtlich angeordnet und möchten dieses Layout nun für immer speichern. Normalerweise sieht die Vorgehensweise so aus: "Einstellungen beim Beenden speichern" aktivieren, "Windows beenden" anwählen, die Box "OK" bestätigen und zu DOS zurückkehren. Da nun jedoch das Änderungsflag gesetzt ist, Windows wieder starten und die Option "beim Beenden speichern" löschen. Es geht auch einfacher, insbesondere besteht keine Notwendigkeit, zu DOS zurückzukehren. Die Einstellungen werden nämlich schon vor dem Erscheinen der Dialogbox "Windows beenden" gesichert (leicht zu kontrollieren, da die Festplatte kurz anläuft). Es genügt hier, nun mit "Abbrechen" direkt zu Windows zurückzukehren und dann die Option "Beim Beenden speichern" zu löschen. Auf Spurensuche Besitzer eines Notebook mit LCD-Anzeige können ein Lied davon singen: Wo ist der Mauszeiger? Gerade bei schnellen Bewegungen verschwindet er gern einmal, da die Kristalle im LCD dann nicht mehr mitkommen. Windows verfügt ab Version 3.1 über eine Funktion, mit der der Mauscursor einen "Schatten" hinterläßt. Diese sogenannte Mausspur macht das Lokalisieren des Zeigers einfacher. Soll im Nachhinein die Spur eingeschaltet werden, erlebt man zunächst eine Enttäuschung: Die entsprechende Box in "Systemsteuerung" ist nicht zugänglich. Das macht aber nichts. Zuständig für den Schatten ist eine bisher fehlende Zeile in WIN.INI, die wir mit einem geeigneten Editor (zum Beispiel im Datei-Manager oder mit EDIT unter DOS) selbst einfügen werden. Man lade WIN.INI (befindet sich im Windows-Verzeichnis) und trage unter der Rubrik [WINDOWS] die nicht vorhandene Zeile MouseTrails=7 nach. Nach einem Windows-Neustart hinterläßt die Maus eine Spur von (in diesem Beispiel) sieben Schatten (zugleich der Maximalwert). Negative Werte hinter dem Schlüsselwort MouseTrails schalten die Spur aus. Hilfe für die Hilfe Immer wieder stolpert man bei einem Programm über die selbe Hürde. Auch der Druck auf schafft keine Abhilfe: Der durch Zufall in den Tiefen dieser Hilfsfunktion gefundene Kniff ist natürlich längst in Vergessenheit geraten. Wie gut, wenn man den Tip irgendwo vermerkt hat, wo man ihn auch wieder findet. Welcher Ort wäre dafür besser geeignet als die Hilfedatei des Programms? Das Hilfssystem von Windows gestattet es nämlich, zu beliebigen Textstellen Anmerkungen zu verwalten. Wählt man im Menü "Bearbeiten" den Punkt "Anmerken", öffnet sich eine Dialogbox. In dieses Fenster schreiben Sie die Anmerkung, die dann mit "Speichern" in ein File verewigt wird, das den Namen des Hilfetextes hat, allerdings mit dem Suffix ".ANN". Im Text selbst weist eine symbolisierte Büroklammer darauf hin, daß zu dem aktuellen Thema eine Anmerkung existiert. Ein Klick auf das Symbol öffnet die Box. Jetzt läßt sich der Text erweitern, nur lesen oder auch löschen. Formeltip für Ami Pro 3.0 Aufgabe: In Ami Pro sollen mathematische Formeln so ausgerichtet werden, daß alle Gleichheitszeichen genau untereinander stehen. Erzeugen Sie dazu im Formeleditor zunächst eine Matrix mit zwei Spalten und der gewünschten Zeilenzahl. Der erste Teil der Gleichung bis zum Istgleichzeichen einschließlich wird in die linke Spalte geschrieben, der zweite Teil in die rechte Hälfte. Wiederholen Sie diese Schritte für alle Formeln. Nach Eingabe der letzten Zeile markieren Sie die komplette erste Spalte und formatieren sie mit "Text ausrichten rechts". Das Markieren der kompletten Spalte ist erforderlich, weil nur ganze Spalten über das Text-Menü ausgerichtet werden. Nun markieren Sie entsprechend Spalte 2, und formatieren sie linksbündig. Die Formeln sind jetzt so ausgerichtet, daß alle Gleichheitszeichen untereinander stehen. Systemsteuerung abgespeckt Einstellungen wie Datum/Uhrzeit, Schriftarten und Farben sollten jederzeit im Menüpunkt "Systemsteuerung" sichtbar sein. Schließlich kann es schon einmal vorkommen, daß ein Anwender in Anbetracht des karmesinfarben leuchtenden Bildschirms nur noch rot sieht. Dann bietet sich zum Beispiel ein beruhigendes himmelblau an. Letztlich geht es ja um die Anpassung von Windows an die individuellen Bedürfnisse, auch beim Betrieb im Netz. Allerdings gibt es gewisse Optionen wie Drucker oder Anschlüsse, die vielleicht nicht so offen "herumliegen" sollten, sondern primär für den Systemverwalter wichtig sind. Unbefugte Änderungen können gerade hier größere Störungen nach sich ziehen. Setzt man auf Nummer Sicher, entfernt man die entsprechenden Symbole auch optisch aus der Systemsteuerung. Mit folgenden Zeilen in der Datei "CONTROL.INI" geht das ganz leicht: [Don't Load] Drucker=True Treiber=True Nach dem Neustart der Systemsteuerung sind aus dem Fenster der Druckersymbol und "Treiber" verschwunden. Auf diese Weise können Sie mit allen Icons verfahren, zum Beispiel Maus=True, Ländereinstellungen=True und so weiter. Will der Anwender danach Druckereinstellungen ändern, muß er vorher den einschlägigen Eintrag in CONTROL.INI entfernen. Mini-Tip: Die Nummer mit der Nummerntaste Was macht man, um in einem Unterverzeichnis alle Files zu markieren? Der eine Weg ist der, den mittlerweile die meisten Anwender kennen dürften: Man klickt mit der Maus die erste Datei an und führt dann die Maus bei gedrückter Shift-Taste zur letzten Datei im Fenster. Es gibt aber noch einen zweiten, schnelleren Weg: Man klickt mit der Maus in das Verzeichnisfenster und betätigt dann die #-Taste - und alle Dateien sind markiert. Katastrophenschutz Schaltet man den PC aus, während Windows läuft und das DOS-Fenster aktiv ist, kann dies katastrophale Folgen haben. Hier ist Vorsicht geboten. Umsonst die Daten in mühevoller Kleinarbeit eingegeben, alles futsch. Und das nur, weil man vergessen hat, aus dem DOS-Eingabefenster (DOS-Prompt) wieder zurück zur Windows-Oberfläche zu gehen und diese ordnungsgemäß zu beenden. Leider können wir Ihnen keine Hilfe für den Fall geben, daß es passiert ist. Wohl aber einen wirksamen Schutz davor, eine "Eselsbrücke". Der "Knoten im Taschentuch" für derart gefährdete Anwender ist ein spezieller Prompt. Ergänzen Sie in der AUTOEXEC.BAT folgende kurze Zeile: SET WINPMT=[Windows!] $P$G Dieser Befehl bewirkt, daß als Prompt bei aktiviertem Windows die Meldung Windows! erscheint, wenn man in der DOS-Shell arbeitet. So wird man permanent darauf hingewiesen, daß man zum Abschalten des Computers erst zu Windows zurückkehren und dort alle Anwendungen beenden muß. Den Prompt kann man natürlich völlig nach eigenem Geschmack gestalten - zum Beispiel so: "Shut the Windows, close the Gates!" Hokuspokus - Programm-Manager auf Sparflamme Ein Eintrag in der Datei PROGMAN.INI dampft den Programm-Manager nach dem Start eines Windows-Programms auf Symbolgröße ein. Die Zauberformel: Man stelle in der INI-Datei die Befehlszeile MinOnRun= unter der Rubrik [SETTINGS] auf 1. Speichern Sie die geänderte Datei und starten Windows neu. Sobald nun eine Anwendung aus dem Programm-Manager heraus aufgerufen wird, wird er nur noch als kleines Symbol unten auf dem Bildschirm gezeigt. Sollte die Befehlszeile MinOnRun nicht in [SETTINGS] vorhanden sein, fügen Sie sie einfach irgendwo dort ein. Windows ohne "Bandenwerbung" Nervt Sie das schöne "Flying Windows Logo", das während des Starts der Oberfläche immer zu sehen ist? Dann schalten Sie es doch einfach ab. Dazu genügt es, Windows mit dem Befehl WIN : zu starten. Das Leerzeichen zwischen dem Doppelpunkt und WIN ist wichtig. Mehr Platz im DOS-Fenster Ein Fenster der DOS-Shell in Windows zeigt normalerweise nur 25 Zeilen. Wenn Sie gegen etwas mehr Platz nichts einzuwenden haben, vergrößern Sie die Zeilenzahl doch auf 43 oder gar 50. Dazu genügt es, den neuen Wert in der Zeile ScreenLines=25 in der Datei SYSTEM.INI einzutragen. Sollte diese Zeile nicht existieren, fügen Sie sie einfach ein. In das File gelangen Sie entweder von DOS aus mit einem Editor, zum Beispiel EDIT bzw. dem Norton-Commander, oder unter Windoof per Programm-Manager. Rufen Sie unter dem Menüpunkt DATEI den Befehl "Ausführen" auf, und tippen Sie SYSEDIT in das Fenster. Damit starten Sie den Systemeditor, der mit Windows geliefert wird, normalerweise aber nicht als Icon im Fenster zu sehen ist. Nach Bestätigung mit OK erscheinen die wichtigen Steuerdateien Ihres Systems, darunter auch AUTOEXEC.BAT und CONFIG.SYS sowie WIN.INI. Blättern Sie in der Datei SYSTEM.INI bis zur Sektion [NonWindowsApp] und ändern oder ergänzen Sie die genannte Zeile. Nach dem Neustart von Windows erscheinen im DOS-Fenster nun 43 resp. 50 Zeilen. Leider gibt es einige Ausnahmen: Programme mit eigenen Konfigurationsroutinen wie Lotus 1-2-3 lassen sich nicht mit 50 Zeilen darstellen. Die Standardschriftgröße im DOS-Fenster ist 8 x 12 Punkt. Wird das bei über 25 Zeilen unleserlich, wählen Sie aus dem Systemmenü der DOS-Anwendung den Punkt "Schriftgrößen" und stellen den Wert 10 x 18 Punkt ein, damit Sie auch bei 43 oder 50 Zeilen noch lesen können, was Sie geschrieben haben. Die Notbremse Der DIR-Befehl von DOS rauscht normalerweise ohne Rücksicht auf Verluste sämtliche gefundene Dateinamen herunter - man kommt kaum mit dem Lesen nach. Die Tasten oder stoppen den Datenwust zwar, aber es ist schwierig, sie im richtigen Moment zu erwischen. Die interessanten Daten sind längst wieder im Nirwana verschwunden. Für das DOS-Fenster unter Windows kann man auch die Maus als "Notbremse" mißbrauchen. Dazu fügen Sie mit einem Editor in die SYSTEM.INI in der Abteilung [NonWindowsApp] folgende kleine Zeile ein (oder ändern sie, falls schon vorhanden, entsprechend ab): MouseInDosBox=0 Wie immer bei Eingriffen in SYSTEM.INI ist es erforderlich, Windows neu zu starten. Wird nun in einem DOS-Fenster ein DIR-Befehl aufgerufen, stoppt die linke Maustaste jederzeit das Listing. Klickt man dann auf die rechte Taste, geht die Raserei weiter. Neue Schriften im Desktop Nach längerer Arbeit vor dem Bildschirm fällt das Erkennen der Schrift in der Titel- und Menüleiste schwer. Das muß nicht unbedingt an der eigenen Kurzsichtigkeit liegen. Die dort verwendete Sans-Serif-Schrift ist dem einen oder anderen zu schmal. Genauso ist auch der Font unter den Icons nicht jedermanns Sache. Möchte man sich die Schrift für die Texte für den Desktop lieber selbst aussuchen, muß man das Windows nur mitteilen, und zwar über die Datei WIN.INI. Zum Öffnen und Editieren dieser Datei genügt ein Doppelklick mit der Maus auf die Bezeichnung des Files im Dateimanager. Diese Aktion startet den Editor und lädt die Datei. Um Windows mitzuteilen, daß ab sofort eine neue Schrift die Titel- und Menüleisten zieren soll, muß folgende Zeile direkt unter der Überschrift [WINDOWS] eingegeben oder entsprechend verändert werden: SystemFont= Nach dem Istgleich-Zeichen folgt der gewünschte Font, der jedoch auch unter Windows vorhanden sein muß. Welche Schriften im Betriebssystem gespeichert sind, erfährt man ebenfalls über WIN.INI. Dort stehen alle verfügbaren Zeichensätze ab der Rubrik [FONTS]. Zum Ändern der Titelschrift muß allerdings eine Schrift mit der Endung .FON (nicht .FOT) gewählt werden. Ähnlich geht man vor, um die Beschriftung der Piktogramme anzupassen. Auch hier werden neue Befehle in die WIN.INI eingebaut, allerdings unter der Bezeichnung [DESKTOP]: IconTitleFaceName= IconTitleSize= Genau wie bei der Auswahl der Titelleistenschrift hat man auch hier die Möglichkeit, irgend eine .FON-Schrift aus [FONTS] vorzusehen. Sollte versehentlich eine Datei mit einer anderen Erweiterung, etwa .FOT (Truetype-Schrift) gewählt werden, so ersetzt Windows diese Datei automatisch durch eine FON-Datei, und zwar die, die der gewählten Schrift am nächsten kommt. Nach dem Neustart kann man sein Werk begutachten. Dann hat das Betriebssystem die Neuerungen registriert. Druck genug für zwei: Windows und zwei Drucker Besitzen Sie mehrere Drucker, zum Beispiel einen Laserdrucker für Korrespondenz und den Matrixdrucker für Listings oder Kopien? Es ist gar kein Problem, beide gleichzeitig unter Windows zu betreiben. Umstecken der Geräte allein reicht allerdings nicht, da für beide Drucker unterschiedliche Treiber zuständig sind. Wir müssen also auch vor jedem Druckauftrag dem PC mitteilen, welcher Printer gerade angeschlossen ist. Ein "Um-Installieren" des Druckertreibers wäre jedoch aus einer Anwendung, etwa einer Textverarbeitung heraus, viel zu umständlich. Gewußt wie ist es jedoch sehr einfach. Installieren Sie erst einmal die Treiber für beide Printer. In der Systemsteuerung startet man durch einen Doppelklick auf das Drucker-Icon das Programm für die Konfigurierung. Wählen Sie dort "Drucker hinzufügen" und dann aus der Liste per Doppelklick das passende Gerät. Dann muß noch die richtige Verbindung hergestellt werden. Aktivieren Sie mit der Maus beispielsweise den Laserdrucker. Wird nun das Feld "Verbinden" angeklickt, erscheint eine Liste mit allen zur Verfügung stehenden Druckeranschlüssen (Ports). Für den ersten Drucker wird man sich beispielsweise für LPT1 entscheiden. "OK" verbindet den Treiber mit dem Anschluß. Danach kommt der Treiber für den Nadeldrucker an die Reihe. In der "Verbinden"-Box wird dann aber die Option "File" selektiert, die bewirkt, daß die Druckdaten erst einmal gar nicht den PC verlassen, sondern eben in eine Datei geschrieben werden. Diese drucken wird dann später noch extra. Nach dem Schließen der Drucker-Dialogbox wurden die Einstellungen gespeichert. Vor dem Druck wählt man zunächst das Gerät LPT1. Die Ausgabe erfolgt direkt auf dem angeschlossenen Drucker. Für die zweite Ausgabe (Durchschlag auf anderen Drucker) wähle man zum Beispiel in Ami Pro in "Datei" den Eintrag "Drucker wechseln" und schalte so auf das andere Gerät um. Vor der Ausgabe fragt Windows dann nach einem Dateinamen. In dieses File auf der festen Platte werden die bereits für den Drucker passend aufbereiteten Daten (Grafiken, Steuerzeichen und so weiter) geschrieben. Nachdem der erste ("echte") Ausdruck beendet ist, kann das zweite Gerät an den PC angeschlossen werden. Vorsicht: Wechseln der Kabel und Stecker kann ein angeschlossenes Gerät das Leben kosten, wenn es nicht vorher ausgeschaltet wurde. Fahren Sie also das System herunter (Windows ordnungsgemäß verlassen) und schalten den PC sowie den Drucker aus. Verbinden Sie den zweiten Drucker mit der parallelen Schnittstelle und schalten beide Geräte ein. Dann können die Daten aus der angelegten Datei zum Drucker geschickt werden - am besten direkt unter DOS. Dazu dient der COPY-Befehl: COPY PRN Extra-Tip: Sammelt man die Druckaufträge zum Beispiel für den Nadeldrucker im Laufe eines Tages in verschiedenen Dateien, kann der Ausdruck am Abend "in einem Aufwasch" erfolgen. Das Umstecken läßt sich jedoch mit einer zweiten parallelen Schnittstelle (in diesem Fall eine sinnvolle Investition) umgehen. Windows-Datenschutz Professionelle, schwer zu "knackende" Datenschutzprogramme sind teuer. Um aber nur wichtige Daten vor neugierigen Blicken von Kollegen ferzuhalten, reicht es, eine kleine Unzulänglichkeit von Windows geschickt auszunutzen. Die meisten "erweiterten" ASCII-Codes von 128 bis 255 werden von Windows nicht richtig verarbeitet. DOS hingegen akzeptiert in den Versionen ab 5.x durchaus solche Zeichen - auch im Dateinamen. Um eine Datei unter Windows unzugänglich zu machen, könnten Sie also ein solches Sonderzeichen in den Dateinamen aufnehmen. Verwenden Sie dazu das RENAME-Kommando. Soll beispielsweise die Datei PSSST.TXT auf diese Weise gesperrt werden, schreiben Sie: RENAME PSSST.TXT PSSST■.TXT Das kleine Viereck "■" erreichen Sie, indem Sie gleichzeitig die ALT-Taste gedrückt halten und dann auf der numerischen Tastatur (rechts, Ziffernblock) den Ascii-Code (in diesem Fall 254) eingeben. Lassen Sie dann los, erscheint das Viereck. Unter Windows erscheint diese Datei jetzt unter dem Namen PSSST_.TXT - aus dem Symbol ist also ein Unterstrich ("Underscore") geworden. Die Datei verweigert sich allen Lese-, Kopier-, Lösch- und Umbenennungsversuchen. Das funktioniert natürlich auch mit Dateinamen. Will man beispielsweise ein unter DOS mit dem MD-Befehl angelegtes Verzeichnis namens GEHEIM■ öffnen, quittiert Windows den Versuch kommentarlos mit dem Wechsel in das Root-Directory. Um später unter Windows wieder an solche Dateien heranzukommen, muß man ihnen lediglich von DOS aus per RENAME wieder einen "vernünftigen" Namen geben: RENAME PSSST■.TXT PSSST.TXT Wie gesagt, dieser Schritt ist nur für einen Zugriff unter Windows notwendig. DOS selbst hat mit solchen Dateinamen keine Probleme. RENAME darf übrigens nur auf Dateien angewendet werden, nicht auf Verzeichnisnamen. Um Verzeichnisse umzubenennen, bedient man sich entweder geeigneter Hilfsprogramme (Beispiel Norton Commander), oder man legt ein neues Verzeichnis mit dem gewünschten neuen Namen an und kopiert alle Dateien des alten Subdirectories hinein. Das alte Verzeichnis kann danach gelöscht werden. Noch ein Tip unter uns: Das normale "weiche" Leerzeichen (Space-Taste, ASCII-Code 32) ist auch unter DOS in Dateinamen verboten, nicht aber das optisch in nichts davon unterscheidbare "harte" Leerzeichen mit dem Code 255. Da es ebenfalls unsichtbar ist, kann man Kollegen damit sogar unter DOS "foppen": Einfach per RENAME so viele harte Leerzeichen an den Namen (vor dem Suffix) anhängen, bis die Länge von acht Zeichen erreicht ist. Aus GEHEIM.TXT wird dann beispielsweise GEHEIM  .TXT (zwei harte Spaces). Der so entstandene neue Name ist beim DIR-Befehl in nichts von der alten Schreibweise zu unterscheiden: Nur wer den Trick kennt, kann auf die Datei zugreifen. Alle anderen tippen sich die Finger wund. Schutz für den Programm-Manager Kennen Sie das? Man hat mühsam in liebevoller Kleinarbeit ein schönes Layout für den Programm-Manager erzeugt, die Icons liegen sauber geordnet nebeneinander auf dem Desktop. Und dann kommt ein lieber Kollege (oder man selbst) und bringt durch seine Unachtsamkeit alles wieder durcheinander. Auch so manchem Systemverwalter standen schon die Haare zu Berge, wenn infolge grober Spielereien wichtige Dateien gar nicht mehr sichtbar waren. Aber soweit muß es gar nicht kommen: Mit einer zusätzlichen Zeile in der Steuerdatei PROGMAN.INI sperrt man die Möglichkeit, am Layout des Desktop Änderungen vorzunehmen. Das geht einfach: Laden Sie das File PROGMAN.INI in einen Editor, zum Beispiel im Dateimanager oder sogar unter DOS. An den Schluß fügt man - falls es sie noch nicht gibt - eine zusätzliche Rubrik mit dem Namen [RESTRICTIONS] an. Hier finden alle Einschränkungen für die Bedienung Platz. Will man Verstellungen des Programm-Managers verhindern, muß man eine Zeile in diese Rubrik schreiben: [RESTRICTIONS] EditLevel=x Dabei ist x eine Zahl zwischen 0 und 4, die die gewünschte Stufe der Einschränkung angibt: Für Null EditLevel=0 gibt es keine Einschränkungen, bei x=4 sind alle Änderungsmöglichkeiten ausgeschlossen. Es können dann weder neue Programme dazugenommen werden, noch Icons gelöscht oder Kommandozeilen verändert werden. Der Menüpunkt "Eigenschaften" unter "Datei" ist zwar vorhanden, das Editierfeld jedoch nicht zugänglich. Auch der Versuch, Dateien oder Gruppen mit der ENTF-Taste zu entfernen, schlägt fehl. Die Icons innerhalb der Gruppen lassen sich nicht mehr verschieben. Ein Neustart von Windows macht den Schutz aktiv. Mit den anderen Ziffern 1, 2 und 3 lassen sich Zwischenstufen einstellen. Diese Methode stellt einen idealen Schutz gegen unliebsame Eingriffe Dritter dar, die Sperrung kann allerdings durch Löschen der Zeile EditLevel= oder durch die Stufe 0 aufgehoben werden. Selektives Drucken unter Ami Pro 3.0 Manchmal benötigt man nur einen Ausschnitt des Textes auf dem Papier. Sie könnten den gewünschten Bereich markieren, in die Zwischenablage kopieren und in ein leeres Dokument einfügen. Dieses wird dann gedruckt. Es geht aber auch leichter. Unter den mitgelieferten Makros zu Ami Pro befindet sich eines, das genau für diesen Zweck programmiert wurde: Es soll nur der markierte Textbereich gedruckt werden. Über das Menü "Extras Makros Wiedergeben" holt man eine Dialogbox auf den Monitor, in der alle Makros im Verzeichnis "Makros" aufgeführt sind, darunter auch PRNSHADE.SMM. Ein Doppelklick auf diesen Dateinamen startet das Makro. Sie werden aufgefordert, den gewünschten Textausschnitt zu markieren. Ein Klick auf die Schaltfläche "Fortfahren" bringt nur diesen markierten Bereich dann zu Papier. Mal was anderes Wußten Sie schon, daß es keineswegs ein Dogma ist, daß Windows nach dem Start grundsätzlich den Programm-Manager anzeigt? Sie können irgend ein beliebiges Programm aufrufen lassen. Zuständig dafür ist die Zeile SHELL=PROGMAN.EXE in der Rubrik [BOOT] der Datei SYSTEM.INI. Möchte man beispielsweise den Datei-Manager als Default, ist diese Zeile zu ändern in SHELL=WINFILE.EXE Bei einem Neustart von Windows zeigt sich ab sofort der Dateimanager anstelle des Programm-Managers. Die Prozedur zum Verlassen von Windows ist nach wie vor die selbe: Entweder auf das Feld links oben doppelklicken, oder unter dem Menü "Datei" den Befehl "Beenden" wählen. (Nikolaus M. Heusler)