Erschienen in 64'er Magazin, Ausgabe unbekannt · Originaldatei: SCHREIBV.TXT
Hinweis: Dies ist das an die Redaktion eingereichte Manuskript, nicht der gedruckte Endtext. Layout, Bildunterschriften, Korrekturen und Kürzungen der Redaktion können in der veröffentlichten Fassung abweichen.
Effektiv arbeiten mit Schreibvereinbarungen
Im Zuge der Umstrukturierung wird für die 64'er-Sonderhefte eine eigene Redaktion gebildet. Um die Zusammenarbeit mit Ihnen, unseren Autoren in Zukunft noch besser zu gestalten, geben wir Ihnen hier einige Anweisungen.
Durch die Bildung einer eigenständigen Redaktion, die natürlich weiterhin eng mit der 64'er-Redaktion zusammenarbeitet, ergeben sich einige Notwendigkeiten hinsichtlich der Gestaltung der Artikel und Beiträge, die Sie uns als Autoren liefern. Diese lassen sich grob in drei Punkte unterteilen:
1. Die redaktionellen Schreibvereinbarungen
2. Die Satzanweisungen für die Satzmaschine
3. Formale und stilistische Details
Ziel dieses Unterfangens ist es zum einen, daß Ihre Beiträge uns in einem möglichst »drucknahen« Zustand erreichen um damit zum anderen die redaktionelle »Durchlaufzeit« zu minimieren. Für Sie bietet sich dadurch auch die Möglichkeit, weitgehend Einfluß auf die Gestaltung der Texte zu nehmen. Allerdings müssen dazu, wie bereits erwähnt, einige Formalitäten beachtet werden.
1. Schreibvereinbarungen
Das 64'er-Stammheft und die Sonderhefte sind Fachzeitschriften, die mit einer bestimmten Terminologie arbeiten. Diese soll, um Verwirrungen beim Leser zu vermeiden, möglichst einheitlich sein. Aus diesem Grunde wurden Schreibvereinbarungen für die wichtigsten Begriffe vereinbart. Diese finden Sie als Kopie anbei.
2. Satzanweisungen
Schon beim Schreiben des Artikels haben Sie die Möglichkeit, die äußere Form des späteren Artikels in gewissen Maße zu bestimmen — und sollten diese auch ausnutzen. Da die Artikel direkt vom PC in der Redaktion zur Satzmaschine übertragen werden, ist es möglich, schon im Text Steuerzeichen für die Satzmaschine zu verwenden. Diese beginnen im allgemeinen mit dem Zeichen »..« und sollen in einer separaten Zeile im Text stehen. Sie dienen dazu, Überschriften, Zwischenüberschriften, Tabellen etc. festzulegen.
Dieser Text zum Beispiel ist mit diesen Satzanweisungen versehen. Die einzelnen Satzanweisungen finden Sie ebenfalls in der Anlage, die wichtigsten seien hier jedoch aufgelistet:
64'er Stammheft
..2u Artikelüberschrift
..v4 fetter Vorspann
..logo Vorspann mit Testlogo
..az Autorenzeile
..i4 Initial (erster Absatz, 1. Buchstabe groß)
..zu4 Zwischenüberschrift Anfang vierspaltig
..4t Fließtext vierspaltig, Ende Zwischenüberschrift
..zu2 Zwischenüberschrift Anfang zweispaltig
..2t Fließtext zweispaltig, Ende Zwischenüberschrift
..2b4 Bildunterschrift 4 spaltig, Tabelle, Listing etc.
..zif Bildnummer
..foto Fotonachweis
64'er Sonderheft
..2u Artikelüberschrift
..v2 fetter Vorspann
..i2 Initial (erster Absatz, 1. Buchstabe groß)
..za Zwischenüberschrift Anfang
..ze Zwischenüberschrift Ende
..2t Fließtext 2 spaltig
..1b2 Bildunterschrift 2 spaltig, Tabelle, Listing etc.
Tabellen
..tb Beginn Tabelle
..ln Linie in der Tabelle
..tu Tabellenüberschrift (Kopfzeile)
Sonstiges
..in Info (6'-Schrift, sehr klein)
..li Listing im Fließtext
halbfette Schrift
vollfette Schrift
kursive Schrift
normale Schrift
Sollen Texte oder Tabellen im Kasten erscheinen, ist der Satzanweisung ein »k« anzufügen. Beispiel:
..2tk Fließtext im Kasten
Diese Satzanweisungen zu verwenden, erfordert zu Anfang zwar eine gewisse Gewöhnung, stellt dann aber einen nur unbedeutenden Mehraufwand dar. Bei der Weiterbearbeitung in der Redaktion lassen sich solche Manuskripte dann wesentlich besser in den Arbeitsprozeß integrieren.
ACHTUNG: DIESE SATZANWEISUNGEN SIND NCIHT MEHR AKTUELL...
3. Formale und stilistische Details
Wie eben erwähnt, werden die Texte in der Redaktion mit dem PC weiterverarbeitet. Verwendung findet dabei das Textprogramm Microsoft Word. Um dies zu ermöglichen, ist es also unabdingbar, uns die Artikel sowohl als Ausdruck als auch auf Diskette zuzusenden. Das Textfile wird dann mittels RS232 vom C 64 zum PC hin übertragen und gleichzeitig ins DIN-ASCII-Format konvertiert. Optimal wäre es natürlich, wenn die Artikel schon auf einem PC geschrieben würden, da hier ein Arbeitsgang entfiele.
Alle Formatierungen des Textes wie beispelsweise Steuerzeichen (bei Vizawrite etwa) etc. sind bei Verwendung von Textprogrammen auf dem C 64/128 daher unnötig. Sie müssen im Gegenteil mühsam wieder entfernt werden. Die Texte sollten also lediglich CRs (Absatzendezeichen) enthalten. Tabellen sollten nicht mit TABs, sondern nur mit Leerzeichen formatiert werden.
Beim Ausdruck des Manuskripts wäre es jedoch wünschenswert, wenn der Text etwa in der Breite dieses Textes ausgedruckt wird, da dies das Korrekturelesen erheblich erleichtert. Diese Formatierung sollte aber nur beim Ausdruck, nicht aber auf dem Textfile verwendet werden.
Bild- und Listingunterschriften, sowie Tabellen und Infos (Bezugsquellen, Literaturverweise) müssen an das Ende des Textes gestellt werden. Weiterhin sollten im Ausdruck Bild- und Listingverweise im Text mit einem Textmarker-Stift gekennzeichnet sein.
Als Anführungszeichen dürfen nicht die normalen »Gänsefüßchen«, sondern die Spitzklammern Verwendung finden. Eine Ausnahme bilden direkt zitierte Befehle wie
LOAD "$",8 (siehe Steuerzeichen »..li«)
Tastenbezeichnungen im Text
Soll im Text, etwa bei Programmbeschreibungen auf gewisse Tasten verwiesen werden, so ist folgendes zu beachten:
Einzelne Tasten: X (immer mit Großbuchstaben)
Tastenkombinationen: CTRL X oder RUN/STOP RESTORE bei gleichzeitiger Betätigung.
Bei CBM W sollen die Tasten CBM und W nacheinander gedrückt werden.
Ausnahme: Bei gleichzeitiger Verwendung mit dem Wort »Taste« kann auf die Spitzklammern verzichtet werden. Also: die RETURN-Taste.
Alles über Listings
Basic-Befehle im Text werden groß und ohne Anführungszeichen oder spitze Klammern geschrieben: Geben Sie RUN ein.
Listingzeilen im Fließtext oder direkt einzugebende Befehlskombinationen werden gesondert gekennzeichnet:
10 POKE 53280,0:POKE 53281,0 20 PRINT "ALLES SCHWARZ"
Einzelne Befehle können, wie bereits erwähnt, jedoch durchaus im Fließtext stehen. Beispiel: Schalten Sie mit POKE 53280,2 die Rahmenfarbe auf rot.
Sofern Listings abgedruckt werden, sollten diese ebenfalls in druckfähiger Form geliefern werden. Die 64'er-Redaktion bedient sich dazu zweier Programme, die mit Epson-kompatiblen Druckern am seriellen Port (Epson FX 80/85 mit Interface oder Star NL-10) zusammenarbeiten. Dies ist zum einen der erweiterte MSE und der »Cursor-Translator« für Basic-Programme. Diese Programme befinden sich auf der beiliegenden Diskette und werden mit dem Programm »BOOT« gestartet, welches auch den Drucker initialisiert (Drucker piept zweimal). Sollten sich Schwierigkeiten mit der Druckeranpassung ergeben, können Sie uns gerne anrufen. Im »Cursor-Translator« sind einige Parameter einzugeben, jedoch existieren bereits Defaultwerte, die mit RETURN übernommen werden können. Beim MSE sind nach CTRL P noch einige Daten einzugeben. Dies sind die Nummer des Listings, die Ausgabe, für die der Beitrag vorgesehen ist, der bearbeitende Redakteur bzw. Ihr Name, und die Artikelüberschrift. Diese Daten werden als Kopf jeder Listingseite mit ausgedruckt.
Des weiteren liefert Ihnen der MSE eine weitere, sehr wichtige Information:
Die Anzahl der Heftseiten, die das Listing beansprucht. Dies ist sehr wichtig für die Seitenschätzung Ihres Beitrages. Um diese möglichst genau zu gestalten, hier einige Hinweise:
6930 Zeichen pro Seite (bei reinem 2t-Fließtext ohne Überschriften und Bilder); 63 Zeilen a 55 Zeichen // 3465 Zeichen pro Spalte
7038 Zeichen pro Seite (bei reinem 3t-Fließtext ohne Überschriften und Bilder); 69 Zeilen a 34 Zeichen // 2346 Zeichen pro Spalte
7816 Zeichen pro Seite (bei reinem 4t-Fließtext ohne Überschriften und Bilder); 76 Zeilen a 29 Zeichen // 1950 Zeichen pro Spalte
1 Bild (Bildschirmfoto) beansprucht etwa den Platz von 1000 bis 1200 Zeichen (mit Bildunterschrift)
1 Bild: ca. 20 Zeilen = 580 Zeichen (4t), 680 Zeichen (3t), 1100 Zeichen (2t)
MSE-Listings: Siehe oben
Basic-Listings (mit Cursor-Translator ausgedruckt): 76 cm Listing bzw. 15 Blöcke auf Diskette entsprechen in etwa einer Heftseite.
Eine Zwischenüberschrift »kostet« etwa 200 Zeichen
ACHTUNG: DIESE ANGABEN SIND NICHT AKTUELL.
Überschrift und Vorspann sind in ihrer Länge variabel. Im Laufe der Zeit entwickelt man auch hierfür ein gewisses Augenmaß.
Da für jeden Beitrag im Redaktionsplan ein gewisser Umfang festgelegt ist, sollte dieser auch nicht über- oder unterschritten werden.
Gewisse Toleranzen sind zwar unvermeidbar, da auch die Seitenschätzung von layout-technischen Maßnahmen betroffen ist. Eine Genauigkeit von etwa 5 Prozent (+/-) läßt sich aber durchaus erreichen (hahaha! d. Säzzer)
Neben den rein formalen Regeln gibt es noch einige Richtlinien für die stilistische Gestaltung des Textes:
Überschrift, Vorspann
Diese sollen interessant klingen und den Leser auf den Artikel aufmerksam machen. Man kann hier durchaus Fantasie und Kreativität walten lassen. Auch der darauf folgende Vorspann, der maximal 5 bis 6 Zeilen lang ist, erfüllt gewisse Aufgaben: Er soll den Leser gewissermaßen »in den Artikel hineinziehen«, also den Themenbezug herstellen und das Interesse wecken. Zudem sollten auch Einsteiger auch bei schwierigen Themen dann wissen, worum es sich in dem Artikel dreht.
Zwischenüberschriften
Zwischenüberschriften (ZÜs) sollem im Text verschiebbar sein, also keine direkten Überschriften darstellen. Dues hat in erster Linie layout-technische Gründe, da ZÜs das optische Bild auflockern und dem Leser als Anreiz dienen. Der Text der ZÜs sollte so formuliert werden, daß diese auch notfalls entfallen können. Insofern kommt ihnen auch eine gewisse Pufferwirkung bei der Seitenschätzung zu. Abschnittsüberschriften dagegen, die an einer bestimmten Stelle stehen müssen, sollen dagegen durch Fettdruck gekennzeichnet sein. Dieser wird ein- bzw. ausgeschaltet durch die Steuerzeichen »« und »« . Für das Zeichen »^« nimmt man bei Textverarbeitungen auf dem C 64 den Pfeil nach oben.
Weiter ist der Art und Weise, wie der Leser angesprochen wird, Aufmerksamkeit zu widmen:
Der Leser soll sich direkt angesprochen fühlen. Deher ist die gelegentliche Verwendung der »Sie«-Form (2. Person) empfehlenswert. Diese kann abwechselnd mit dem Passiv (..anschließend wird die Diskette verbrannt etc.) oder der »man«-Form (danach entnimmt man die Diskette dem Ofen). Nur in absoluten Ausnahmefällen sollte die Ich-Form verwendet werden. Wichtig ist hier, wie auch generell, häufige Wiederholungen zu vermeiden, wie etwa:
Nachdem Sie zu hundersten Mal versucht haben, dem »Disk not necessary error« auf die Schliche zu kommen, sollten Sie Ihr Handbuch aufschlagen. Sie finden auf Seite 35 alles, was Sie benötigen, aber verzweifeln Sie nicht...
Abschließend noch ein Tip für die Reihenfolge im Artikel:
1. Fließtext
2. Info
3. Bild-, Tabellen- und Listingunterschriften (BUs)
4. Tabellen, die aus mehr als nur einigen Zeilen bestehen. Sie sind deshalb auszusondern, da sie vom Layout an gestalterisch günstige Stellen gesetzt werden. Zu jedem Bild, Listing oder jeder Tabelle, die unter den BUs aufgeführt ist, muß im Text ein entsprechender numerischer Verweis (Bild 1, ...tippen Sie Listing 2 ab..., etc) sein. Die Reihenfolge der Numerierung wird im Fließtext bestimmt.
Weitere Erläuterungen zu stilistischen Feinheiten finden Sie im Anhang zu den Schreibvereinbarungen. Natürlich helfen wir Ihnen bei Rückfragen und eventuell auftauchenden Problemen gerne weiter.
(K. Schrödl/G. Knechtel/Nikolaus Heusler)
Markt & Technik Verlag, Hans-Pinsel-Straße 2, 85540 Haar, 089/4613-0
Listing 1. »ROM-SHOOTER« Dieses Programm bringt Ihren Computer sicher zum Absturz Bild 1. Der Bildschirm nach einem perfekten Absturz Tabelle 1. Übersicht aller Killer-Pokes
| Poke | Art des Absturzes |
|---|---|
| Poke 1,53 | Cursor flackert wie wild |
| etc.. |
S T I L I S T I S C H E S
I. Regeln
1. Bindestriche
a) Immer, wenn die Zusammenschreibung zu Mißverständnissen führen kann, oder durch eine Ähnlichkeit mit gängigen Alltagswörtern den Leser im Lesefluß behindern. Zum Beispiel: Expansion-Port (hier Ähnlichkeit mit "Sport").
b) Bei Zusammensetzung zwischen Fremdwörtern und deutschen Wörtern, wenn der fremdsprachliche Teil noch nicht hinreichend umgangssprachlich akzeptiert ist. Beispiel: Patch-Anweisung.
c) Bei Zusammensetzung mit Eigennamen (also auch Produktnamen). Beispiel: Basic-Programm, IBM-Tastatur
d) Programmiersprachen sind Eigennamen. Daher: Zusammensetzung mit Programmiersprachen immer mit Bindestrich
2. Zahlen
a) Zahlen bis 12 werden ausgeschrieben. Beispiel: Drei Antworten sind gefragt.
b) Ausnahme zu Regel a): Kommen in einem Satz gleichrangige Zahlen sowohl kleiner 12 als auch größer 12 vor, so werden alle Zahlen in Ziffern geschrieben. Beispiel: Die Variable A belegt 3 Bit, die Variable B 16 Bit. Aber: Geben Sie drei mal 16 Bit ein ("drei" und "16" sind nicht gleichrangig, weil zu völlig unterschiedlichlichen Objekten gehörend).
c) Zahlen, die nicht wörtlich zu nehmen sind, denen also keine Zählung im weiteren Sinn zugrude liegt, werden generell ausgeschrieben. Beispiel: Der Chip enthält einige zehntausend Transsistoren. Zweihundert Zuschauer folgten der Vorführung. (Im ersten Fall ist die Ungenauigkeit bereits explizit im Wort davor zum Ausdruck gekommen, im zweiten Fall hat niemand nachgezählt, es könnten auch 235 Personen gewesen sein). Hier kann in Sonderfällen eine Zahlenschreibweise angebracht sein, wenn die Wortschreibung ein zu langes Wort ergeben würde.
d) Bei Mengenangaben und Meßwerten mit Benennung werden immer Ziffern verwendet. Beispiel: 2 KByte, Meter Draht.
e) Zahlen in Typenbezeichnungen immer mit Ziffern. Beispiel: 3-KByte-RAM.
f) Ordnungszahlen werden immer in Ziffern geschrieben. Beispiel: Zeile 7, aber sieben Zeilen
g) Dezimalstellen werden im Deutschen immer durch ein Komma angetrennt, nicht durch einen Punkt. Beispiel: 12,34 Mark. Tausenderstellen werden im Deutschen überhaupt nicht abgetrennt, auch nicht durch Punkte. Beispiel: Richtig ist 12000000 Transsistoren, falsch: 12.000.000 Transistoren.
h) Sonderfälle:
16seitige Ausgabe
einjährig
zwanziger Jahre
4- bis 5-Zimmerwohnung
ein Jahr lang
dreistellig
Jahrhundert
3D-Grafik
tausendfach
3. Beugung und Plural von Fachbegriffen und Fremdwörtern
a) Fremdwörter, deren Beugungsformel allgemein geläufig sind, werden nach den Regeln der betreffenden Fremdsprache gebeugt. Beispiel: Modus, Modi, Directory, Directories.
b) Fremdwörter, deren originale Beugungen und Pluralform nicht geläufig sind oder in der Ursprungssprache selbst nicht gebeugt werden, erhalten keine Beugungs- und Pluralendung. Beispiel: das Bit, 100 Bit, des Bit.
c) Bei Fremdwörtern im Zweifelsfall keine Beugungsendung und kein Plural-"s". Damit werden "unglückliche" Formen vermieden: Beispiel: "Terminusse" klingt lächerlch.
d) Ist das Geschlecht eines Fremdwortes nicht offensichtlich, so wird das Wort als Neutrum behandelt. Beispiel: Das File.
4. Groß-/Kleinschreibung
a) Es gibt keine durchgehende Großschreibung im Deutschen.
b) Ausnahme: Abkürzungen, die maximal 5 Buchstaben lang sind und deren Abkürzungscharakter noch erkennbar ist. Beispiel: IBM, MS-DOS.
c) Ausnahme: Programmierbefehle, deren Syntax eine durchgehende Großschreibung vorsieht. Beispel: Geben Sie "GOTO LABEL NIRGENDWO" ein.
d) In Produktnamen werden seitens der Hersteller oft Groß-/Kleinbuchstabungen praktiziert, die gegen die Grammatik verstoßen. Diese Abweichungen werden nicht übernommen! Es heißt deshalb: Wordstar, Supercalc, Plus/4.
e) Ausnahme: Kleinschreibung des ersten Buchstabens, dem ein Großbuchstabe folgt, wird übernommen, um den Wiedererkennungswert zu gewährleisten. Beispiel: dBase.
5. Superlative
a) Superlative von Wörtern, die einen nicht steigerbaren Zustand bezeichnen, gibt es nicht. Diese sind (Auswahl):
richtig
falsch
wahr
unwahr
leer
voll
rechteckig
einzig
alltäglich
weiß
schwarz
ideal
eindeutig
rund
quadratisch
tod
schwanger
b) Superlative von allen Wörtern mit den Endungen:
...los
...frei
c) Adjektive, die eine Eigenschaft eines Objektes näher kennzeichnen, dessen Namen in sich diese Eigenschaft bereits verkörpert, sind zu unterlassen. Beispiele:
dicke Trosse (eine dünne Trosse heißt nicht Trosse)
steile Wand (eine Wand ist immer steil)
aktuelle Neuheit (jede Neuheit ist aktuell)
6. Apostroph
a) Im Deutschen ist ein Auslassungszeichen (Apostroph) vorgeschrieben, wenn in enem Wort ein "e" entfallen ist. Beispiel: Wenn's geht. Da dies ein Ausdruck einer verschliffenen Umgngssprache ist, soll diese Verkürzung in der Schriftsprache vermieden werden! Außer, wenn der Text ausdrücklich einen umgangssprachlichen Ton vermitteln soll, es sich also um ein Stilmittel handelt (in der Regel nur in direkter Rede und bei Überschriften).
b) Im Deutschen ist ein Apostroph vor einem Genitiv- oder Plural-"s" verboten! Beispiele für richtige Schreibung: PCs, Ataris STs. Dies gilt auch bei Wörtern mit einem Endungs-"s". Beispiel: Jonas Erlebnis im Wal.
7. Buch-Infos
a) Buch-Infos beginnen nicht mit "Info:" — im Gegensatz zur Produkt-Info bei Aktuell.
b) Ein Buch-Info hat folgenden Aufbau: Autor, Buchtitel (in Anführungszeichen), Verlag, ISBN-Nummer, Preis. Beispiel: C. Moschip, »Computer-Killer und Kumpane«, Mark & Rechnung, ISBN 0-00007-00-0, Preis: 99,95 Mark
8. Bildunterschriften
a) Bildunterschriften enden ohne Satzzeichen, wenn sie aus einem einzigen Satz bestehen. Beispiel: Bild 4. So sieht ein Redakteur aus
b) Bildunterschriften mit mehr als einem Satz enden mit einem Satzzeichen
c) Nach einem einleitenden "Bild XX", "Tabelle XX" oder "Listing XX" steht immer ein Punkt. Und kein Doppelpunkt. Beispiel: Listing 3. Das Hauptprogramm mit Macken
d) Es gibt nur "Bilder", "Tabellen" und "Listings". Es gibt keine "Fotos", "Abbildungen" oder sonstiges!
e) Bildunterschriften müssen immer aus sich selbst heraus verständlich sein.
f) Jede Folge-Bildunterschrift (zum Beispiel bei Listing über mehrere Seiten) muß den ursprünglichen BU-Text so weit wiederholen, wie zur Wiedererkennung notwendig ist. Beispiel: Listing 1. Das Programm »Rechtschreipen« erspart den Duden
Folgende Seite: Listing 1. »Rechtschreipen« (Fortsetzung)
Und nicht: Listing 1. (Fortsetzung)
g) Bilder, Tabellen und Listings dürfen nur in zwei Formen benannt werden:
g1) mit Numerierung
g2) ohne Numerierung
g1a, g2a) Wenn möglich sollen Bildnumerierungen vermieden werden, außer sie sind für das Verständnis des Textes unerläßlich.
g1b, g2b) Wenn eine Form gewählt wurde, muß sie im ganzen Artikel einheitlich durchgezogen werden. Entweder alle Bilder, Tabellen und Listings sind numeriert, oder keines.
g1c) Sind Bilder, Tabellen und Listings durchnumeriert, so richtet sich die Reihenfolge der Nummern nach der Ersterwähnung im Text.
g1d) Wenn Bilder, Tabellen und Listings numeriert sind, muß jedes Bild, jede Tabelle und jedes Listing wenigstens einmal im Text mit Verweis erwähnt werden.
g2c) Besitzt ein Artikel nur ein Element der Kategorie Bild, Tbelle oder Listing, dann erhält dieses keine Nummer, auch wenn es im Text erwähnt wird.
9. Abkürzungen
a) Abkürzungen sind nicht zulässig.
b) Ausnahmen: bzw., ca., etc., usw., z.B.
10. Sonderzeichen "+", "-" und "="
Die Sonderzeichen "+", "-" und "=" sind Rechenzeichen und keine Kurzformen für "und", "bis", "bedeutet" oder "ist gleich". Sie sind daher in diesen Bedeutungen nicht zulässig.
Für den Bindestrich bitte zwei Divis (—) setzen.
11. Maßeinheiten
a) Im Fließtext sind Maßeinheiten in der Regel auszuschreiben, mit Ausnahme von "KByte" und "KBit". Beispiele: Mark, Ohm, Megahertz, Kiloohm, Prozent, Dezibel, Mikrofarad usw.
b) In Tabellen, Schaltplänen, Marktübersichten, Stücklisten und ähnlichem sind Maßeinheiten als Abkürzung zu schreiben. Beispiele: DM, O, MHz, kO, %, dB, uF usw.
c) Sonderfall Informationseinheiten Bit und Byte: Die einzig zulässige Schreibweise: KBit, KByte. Hier ist das "K" groß zu schreiben, denn es bedeutet nicht "Kilo", also "1000 Einheiten", sondern "1024 Einheiten". Deshalb ist die Wortschreibweise "Kilobyte" unsinnig und verboten. Bei Umrechnungen von MByte und GByte ist genu zu beachten, daß auch hier die Stufung in der Potenz 2 hoch 10 erfolgt und nicht in 10-hoch-3-Potenzen! 1 MByte entspricht also 1024 KByte (= 1048576 Byte) und nicht 1000 KByte (= 1024000 Byte). Leider erfolgt hier keine so klare Unterscheidung wie bei k und K. Genaugenommen ist das Wort "Mega" in diesem Zusammenhang ebenso falsch wie es "Kilo" wäre.
Die Mehrzahl von "Bit" ist wieder "Bit": Richtig ist: Die Speicherzelle enthält acht Bit, falsch ist: Sie enthält acht Bits (dann wären es Biere).
d) Die Einheiten Inch und Zoll sind gesetzlich verboten und sollen nicht eingesetzt werden.
12. Programmierbefehle und -zeilen
a) Programmierbefehle sind immer so zu schreiben, wie die jeweilige Syntax verlangt. Kann durch die Schreibweise ein Mißverständnis oder ein Lesehindernis entstehen, ist der Befehl in Anführungszeichen zu schreiben. Beispiel: In Basic gibt es den Befehl GOTO, in Fastbasic lautet er »Goto«. Pascal kennt »procedures«.
b) Befehle, die mit einer einzigen Taste oder einer Tastenkombination eingegeben werden, sind in spitze Klammern zu setzen. Beispiel: Drücken Sie RETURN, die Taste <5> oder die Q-Taste.
c) Handelt es sich um einen computerspezifischen Artkel oder ein deutlich als computerspezifisch gedachtes Beispiel, sind die Tasten exakt so zu bezeichnen, wie der Tastataufdruck lautet. Entsprechend richtet sich die Groß-/Kleinschreibung nach dem Aufdruck.
d) In allgemein gehaltenen Artikeln, oder bei Tasten ohne Aufdruck lauten die Bezeichnungen: CTRL, SHIFT, ALT, DELETE, INSERT, CAPS LOCK, RESET und für die Leertaste SPACE.
Cursortasten: CURSOR-aufwärts, CURSOR-abwärts, CURSOR-rechts, CURSOR-links, HOME. Funktionstasten: F1 bis Fn.
Typenspezifische Tasten ohne Aufdruck: Commodoretaste = CBM, Apple-Taste = APFEL, Amigatasten = AMIGA-links und AMIGA-rechts.
Es gilt Großschreibung.
e) Tastenkombinationen werden in gemeinsme spitze Klanmern mit enem Leerraum dazwischen gesetzt. Beispiel: CTRL A, RUN/STOP RESTORE, CTRL ALT DEL. Diese Schreibweise folgt der eingebürgerten Schreibweise in Handbüchern.
f) Befehle mit konkreten Parametern oder Befehlssequenzen aus mehreren Befehlen, die aber keine vollständige Programmzeile oder Eingabe darstellen, sind wie ein Zitat zu behandeln und in Anführungszeichen zu setzen. Beispiel: Mit »CIRCLE 2,3,4« wird ein Kreis gezeichnet.
g) Vollständige Programmzeilen und längere komplette Eingaben sind in eine eigene Zeile zu stellen. Sie erhalten einen eigenen Schrifttyp zugeordnet, die Typewriter-Schrift und stehen ohne Anführungszeichen.
h) Platzhalter innerhalb von Befehlen und Befehlssequenzen sind in spitze Klammern zu setzen und werden durchgehend klein geschrieben. Beispiel: Mit »OPEN (dateiname) #4« wird eine Datei eröffnet.
13. Programmnamen und Produktnamen
a) Programmnamen und Produktnamen sind bei der ersten Erwähnung in französische Anführungszeichen zu setzen. Bei späteren Erwähnungen entfallen diese Anführungszeichen, vorausgesetzt, dies führt zu keine Lesehindernis oder Mißverständnis. Beispiel: Das Programm »GURU« ist neu. Guru kostet 8500 Mark. Das Modus »10+« leistet gleiches, der Preis für »10+«, 1200 Mark liegt aber erheblich niedriger. (Hier würde "...für 10+, 1200 Mark..." unter Umständen Mißverständnisse hervorrufen).
14. Firmenbezeichnungen
a) Firmennamen werden nach den Standardregeln für Groß-/Kleinschreibung behandelt, unbhängig davon, ob sich die Firma selbst abweichend schreibt.
b) Durchgehende Großschreibung ist nur bei Firmennamen zulässig, die aus Abkürzungen hervorgegangen sind und nicht mehr als fünf Buchstaben lang sind. Beispiel: IBM, VW.
c) Die Rechtsform (KG, AG, GmbH usw.) wird nur dann an den Namen angehängt, wenn sie für den Inhalt von Bedeutung ist. Ausnahme: Bei Wirtschaftsmeldungen ist sie immer anzugeben.
II. Sonderfälle
1. Von Worten und Wörtern
a) "Worte" und "Wörter" besitzen eine grundverschiedene Bedeutung! Der Begriff "Worte" ist ein Synonym für "Sprüche" und gehört damit einer abstrakteren Ebene an als "Wörter". "Wörter" bezeichnen grammatikalische Einheiten. 1. Beispiel: Er machte große Worte. Damit wird gesagt, daß er große Sprüche klopfte, aber nicht, daß er dabei lange Wörter benutzte. 2. Beispiel: Er ersetzte große Wörter wie "Kathodenstrahldatensichtgerät" durch kleine, wie "Monitor".
b) Forth besitzt Wörter als Befehle, keine Worte.
2. Das gleiche und das selbe
a) "Das gleiche" ist ein Synonym für "etwas, das dem ersten gleicht". Beispiel: Sie trug auf der Party das gleiche Kleid wie ihre beste Rivalin.
b) "Das selbe" bezeichnet ein und das selbe Objekt. Beispiel: Das ist der selbe Mann wie gestern (und kein Zwillingsbruder).
3. "Tabu"-Wörter
a) "Möglichkeit" und "möglich" sind zu vermeiden. Typisches Allround-Wort ohne sprachliche Kraft.
b) "Können" in allen Variationen ist kraftlose und blasse Sprache. Mit eine Ausnahme (und nur dafür soll es verwendet werden): Können als Synonym für Fähigkeit. Jede andere Bedeutung ist sprachliches Blähwerk. Beispiel: Mit Hilfe des Menüs kann man einen Programmteil wählen... Je nun - man kann es nicht nur, man tut es schlicht! Besser schreibt man deshalb: Mit Hilfe des Menüs wählt man einen Programmteil. Gleiche Aussage, aber verbindlicher und kürzer!
c) "Erstellen" ist der Gipfel sprachlicher Fantasielosigkeit und gehört gleichzeitig zu den Standardwörtern in der Fachliteratur. Dabei besitzt es keinerlei sprachliche Kraft. Hier Beispiele zum Lesen und Lauschen:
1. Das Programm wurde mit dem Editor erstellt. - Das Programm wurde mit dem Editor geschrieben.
2. Er erstellte eine Liste mit den Befehlen. - Er stellte eine Liste der Befehle zusammen.
3. Das Programm erstellt den Sourcecode. - Das Programm erzeugt den Sourcecode.
Regel: Jedes "erstellen" ist durch ein aussagekräftigeres Wort zu ersetzen. Synonyme: erzeugen, schreiben, herstellen, anlegen, zusammenstellen, basteln, programmieren, formen, eintippen, produzieren, bilden, (aus)drucken, hervorbringen, ausgeben
d) "Option" klingt die ein Fachwort, ist aber nur die stümperhafte "Übersetzung" eines englischen Ausdrucks. Das Ursprungswort "option" hat nämlich zwei Bedeutungen, von denen nur eine derjenigen unseres Fremdworts "Option" entspricht und zwar "Wahlmöglichkeit" und "Vorkaufsrecht". Das Fremdwort "Option" bedeutet aber nur "Vorkaufsrecht". Darüberhinaus wird das Wort "Option" auch noch völlig falsch (sowohl vom Englischen wie auch vom Deutschen her betrachtet) für "Fähigkeiten" ganz allgemein eingesetzt. Ein Beweis mehr dafür, daß die Benutzer dieses Wortes noch nicht einmal die Bedeutung des englischen Ursprungswortes kennen. Die eigentlich mit "Option" gemeinte Bedeutung drücken folgende Wörter aus, von denen einige keine Synonyme im Sinne des Wortes sind): Funktion, Voreinstellung, Fähigkeit, Ausstattungsmerkmal, Parameter.
sk, 2.12.86 / Nikolaus Heusler, 28.12.90/02.11.93