Erschienen in 64'er Magazin, Ausgabe Sonderheft 47 · Originaldatei: DIRPRINT.TXT
Hinweis: Dies ist das an die Redaktion eingereichte Manuskript, nicht der gedruckte Endtext. Layout, Bildunterschriften, Korrekturen und Kürzungen der Redaktion können in der veröffentlichten Fassung abweichen.
Anleitung zum Programm »DIRPRINT 1.4«
Hilfreiche Notizen
Aussagekräftig sollten sie sein, die Fileeinträge eines Inhaltsverzeichnisses der Diskette. Doch wer weiß nach einem halben Jahr noch, was das Programm »XYZ« eigentlich macht? Abhilfe bringen Kommentare neben dem Directory-Ausdruck.
Nikolaus M. Heusler
Es ist keine unbekannte Tatsache, daß Filenamen auf der Diskette nie länger als 16 Zeichen sein dürfen. Recht wenig, um außer einem markanten Namen noch andere Informationen unterzubringen (etwa Ladeadresse, Funktionsbeschreibung etc.).
Ein Beispiel aus der Praxis: Sie wollen einem Bekannten eine Diskette mit Programmen schicken. Sicher weiß der Empfänger bei dem einen oder anderen Programm nicht, was er damit anfangen soll oder wie es funktioniert. Da es umständlich ist, eine Anleitung zu jedem Programm beizulegen, laden Sie das Directory und drucken es. Rechts von den Fileeinträgen ist auf dem Papier noch Platz, hier kann eine kurze Bemerkung für jedes File hingeschrieben werden. Natürlich von Hand. Oder?
»Dirprint« automatisiert diesen Vorgang. Das Programm erlaubt es auf sehr komfortable Weise, kommentierte Directoryausdrucke auf dem Drucker auszugeben. Die Druckroutine ist dabei »intelligent«, die Bemerkung wird automatisch optimal formatiert. Reicht der zur Verfügung stehende Platz nicht, verwenden Sie die Floskeln zur Abkürzung. Das Programm ist menügesteuert und sehr gut gegen Bedienungsfehler gesichert.
Laden Sie das Maschinenprogramm wie ein Basicprogramm mit dem Befehl
LOAD"DIRPRINT 1.4",8
LIST bringt hier nur den Programmtitel, starten Sie also gleich mit RUN. Das Hauptmenü erscheint. Hier sind die acht Programmfunktionen aufgeführt, die durch Druck auf die entsprechenden Funktionstasten aufgerufen werden (die Tasten mit den geraden Nummern erhalten Sie durch SHIFT und die Taste mit der um eins verminderten Nummer, also ist <f6> zum Beispiel SHIFT mit <f5>). Einige Zeilen sind beim Programmstart schwarz gefärbt; diese Funktionen dürfen noch nicht aufgerufen werden, da sich noch kein Directory im Speicher befindet. Die Funktionen im einzelnen:
1. Directory von Disk lesen <f1>
Diese Funktion soll nach dem Programmstart als erstes aufgerufen werden. Legen Sie die Diskette ein, deren Directory Sie kommentieren wollen, und drücken RETURN. Wenn Sie sich geirrt haben, führt die Taste Pfeil nach links ins Hauptmenü zurück. Sonst müssen jetzt einige Daten eingegeben werden: Die Gerätenummer der Floppystation (normalerweise 8), die Drivenummer (falls Sie ein Doppellaufwerk besitzen, sonst immer null) und die Directorymaske. Das Sternchen lädt alle Files, sonst werden die üblichen Joker des LOAD-Befehls verwendet. Geben Sie als Maske etwa den Text »E*=P« ein, werden nur alle PRG-Files geladen, deren Namen mit dem Buchstaben »E« beginnt.
Falls sich bereits ein Directory im Speicher befindet, können Sie das neue daran anhängen. Beantworten Sie die entsprechende Frage dann mit »J«. Geben Sie »N« ein, wird der alte Speicherinhalt überschrieben.
Die Eingaben müssen bestätigt werden (Eingabe »J«, sonst »N« und Neueingabe). Daraufhin liest das Programm die Diskette. Diskfehler erkennt Dirprint selbstständig. Der aktuelle Dateiname wird angezeigt, der Diskname, die ID und das OS (Operating System, bei der 1541 fast immer »2A«). Sind alle erwünschten Files eingelesen, zeigt das Programm die Anzahl der freien und leeren Blocks auf dieser Diskette an. Übrigens können aus Speicherplatzgründen maximal 192 Files (oder besser gesagt: Filedaten) eingelesen werden. Jeder Eintrag belegt 64 Bytes in der Tabelle von $A000 bis $CFFF. Wird diese Anzahl überschritten, reagiert das Programm mit einer entsprechenden Fehlermeldung. Mit einem Tastendruck wird das Hauptmenü wieder aufgerufen.
2. Directory ausgeben <f3>
Diese Funktion arbeitet nur, wenn Sie schon ein Directory geladen haben. Auch hier wird erst die Geräteadresse eingegeben, die Zahl 4 aktiviert den Drucker, 3 (Voreinstellung) leitet die Ausgabe auf den Bildschirm. Dann geben Sie die Sekundäradresse ein (0 für den Bildschirm, ist nur für die Druckerausgabe von Bedeutung) und die Anzahl der Zeichen pro Zeile (für den Drucker beliebig, zum Beispiel 75, für den Bildschirm soll immer der Wert 40 eingegeben werden, da sonst die Bildschirmmaske etwas »verunstaltet« wird). Auch diese Eingaben müssen bestätigt werden (siehe oben).
Jetzt gibt »Dirprint« die Daten auf dem gewünschten Gerät aus. Ist der Drucker angesprochen, meldet sich der Bildschirm mit dem Text »PRINTING« ab. Werden die Daten auf dem Schirm ausgegeben, muß nach jeder Seite eine beliebige Taste zum Weiterblättern gedrückt werden.
Die Bemerkungen werden normalerweise rechts neben dem Eintrag dargestellt. Das Programm führt eine automatische Word-Wrap-Trennung durch, die Wörter, die nicht mehr in die Zeile passen, in die nächste Zeile zieht, natürlich bündig unter dem ersten Teil des Kommentars. Ist ein Wort der Bemerkung so lang, daß es nicht auf diese Weise linksbündig dargestellt werden kann, »zieht« das Programm es vor, es erfolgt dann also eine rechtsbündige Darstellung. Dadurch, daß das Programm so »mitdenkt«, ist der Ausdruck bzw. die Anzeige stets optimal formatiert.
3. Speicher löschen <f2>
Diese Funktion arbeitet nur, wenn Sie schon ein Directory geladen haben. Nach Bestätigung einer Sicherheitsabfrage (unterste Zeile) löscht das Programm den gesamten Speicherinhalt. Drücken Sie N, unterbleibt das Löschen.
4. Bemerkung eingeben <f5>
Diese Funktion arbeitet nur, wenn Sie schon ein Directory geladen haben. Sie ist wesentlich, da mit ihr das Directory kommentiert wird. Nach dem Aufruf geben Sie erst die Nummer des Files ein, das kommentiert werden soll. Diese Nummer erfahren Sie mit der Funktion »Directory ausgeben« (siehe oben 2.). Der Filename wird angezeigt, die Bemerkung kann eingegeben werden. Dazu haben Sie eine Zeile von 40 Zeichen zur Verfügung, in der sich der Cursor befindet. Hier wird auch eine ggf. bereits bestehende Bemerkung angezeigt, die dann editiert werden kann. Die üblichen Cursortasten wie CRSR LEFT/RIGHT oder INST/DEL finden Verwendung. Wenn Sie die Taste <f1> drücken, wird die eingegebene Bemerkung nicht übernommen, das Programm kehrt ins Hauptmenü zurück (Abbruch). Ansonsten kann mit RETURN die Bemerkung gespeichert werden. Reicht der Platz nicht für die Bemerkung, so können Sie vielleicht durch die Verwendung der Floskeln Platz sparen. 36 oft verwendete Texte können durch Eingabe von nur zwei Zeichen abgerufen werden. Eine Floskelliste bietet das Programm an, wenn Sie im Hauptmenü die Taste <f4> drücken (siehe unten). Eine Floskel wird gesetzt, wenn Sie im Editor die Taste <f3> drücken. Ein reverses »F« erscheint, hinter das Sie einfach den Kennbuchstaben oder die Kennziffer der Floskel gemäß der Liste setzen. Soll etwa ein File mit dem Text: »DIESES PROGRAMM GIBT'S JETZT AUCH FUER DEN C 64« kommtiert werden, geben Sie folgendes ein: »DIESES <f3>P GIBT'S <f3>J C 64«. Mit RETURN wird die Eingabe übernommen. Es sind, wie Sie sehen, zwei Floskeln enthalten. Den vollen Text hätten Sie ohne Verwendung der Formtexte nicht in den 40 Zeichen untergebracht.
5. Ordnen <f7>
Diese Funktion arbeitet nur, wenn Sie schon ein Directory geladen haben. Sie gestattet das alfabetische Ordnen der gespeicherten Liste nach bestimmten Kriterien. Zunächst erscheint wieder ein Menü. Jetzt haben Sie die Wahl, nach welcher Rubrik geordnet werden soll. Zur Verfügung stehen: Der Name, die Länge des Files, die Bemerkung oder der Filetyp. Wählen Sie, indem Sie die entsprechende Funktionstaste betätigen. Die Taste Pfeil nach links führt ins Hauptmenü zurück. Ansonsten wird die Liste entsprechend sortiert, was allerdings recht flott vonstatten geht.
6. Floskelliste <f4>
Die Funktion der Floskeln wurde bereits angesprochen. Haben Sie einmal vergessen, welche Formtexte das Programm anbietet, oder kennen Sie den Kennbuchstaben nicht, rufen Sie im Hauptmenü diese Funktion auf. Es erscheint die komplette Liste, die mit der CRSR UP/DOWN Taste nach oben und unten gescroll werden will. Vor dem Text steht der Kennbuchstabe oder die Kennziffer:
A=ADVENTURE B=BASIC
C=COMPUTER D=DISK
E=EDITOR F=FLOPPY
G=GRAFIK H=HARDWARE
I=IDEAL J=JETZT AUCH FUER DEN
K=KOPIER L=LOAD
M=MASCHINENSPRACHE N=NACHGELADEN
O=COMMODORE P=PROGRAMM
Q=MUSIK R=HEITERES SPIELCHEN
S=SPIEL T=TASTE
U=UTILITY V=VERSION
W=WIRD NACHGELADEN VON X=LOAD ...,8 START MIT RUN
Y=LOAD ...,8,1 START MIT SYS Z=ZUSATZ
0=COMPILER 1=SOUND
2=DEMO 3=3-DIMENSIONAL
4=DRUCKER 5=MONITOR
6=64'ER 7=(!!)
8=,8,1 9=N.S.S.
Sie merken schon, für die wichtigen Begriffe wurde der erste Buchstabe der Floskel als Kennbuchstabe gewählt. Die Floskeln können mit geringen Kenntnissen durch POKEs in das Programm oder einem Monitor geändert werden. Sie sind im ASCII-Code abgelegt, das Endekennzeichen ist jeweils ein Byte mit dem Wert 3.
7. Löschen <f6>
Diese Funktion arbeitet nur, wenn Sie schon ein Directory geladen haben. Sie gestattet das gezielte Löschen von einzelnen Einträgen im Speicher. Nach der Wahl kann zunächst das Kriterium ausgesucht werden: Nach Typ oder nach Namen löschen. Wählen Sie, indem Sie die entsprechende Funktionstaste betätigen. Die Taste Pfeil nach links führt ins Hauptmenü zurück. Ansonsten wird der Begriff, nach dem gelöscht werden soll, also die Typenbezeichnung (PRG, SEQ etc.) bzw. der Filename eingegeben. Auch hier können wieder die Joker * (vernachlässigt Rest des Namens) oder ? (ersetzt einzelne Zeichen) wie bei der Floppy üblich gesetzt werden. Dann werden mehrere Files aus dem Speicher gelöscht. Diese Funktion bezieht sich nicht auf das Laufwerk, auf der Diskette werden keine Files gescratcht! Nach dem Löschen erscheint das Hauptmenü.
8. Programmende <f8>
Es erscheint eine Sicherheitsabfrage. Drücken Sie die Taste N wie »Nein«, springt »Dirprint« ins Hauptmenü zurück. Betätigen Sie jedoch die J-Taste, wird das Programm beendet. Eine Abschiedsmeldung erscheint, verbunden mit dem Hinweis, daß Sie, solange bis der Speicher anderweitig belegt wird, mit SYS 2064 ohne Datenverlust das Programm wieder starten können (nicht nach Reset). Der Befehl SYS 2061 entspricht RUN, hier wird der gesamte Speicher gelöscht.
Das war die Erklärung zum Programm »Dirprint«. Sicherlich werden Sie viele Anwendungsgebiete für dieses Kommentierprogramm finden, der Softwaretausch ist ja nur eine Möglichkeit. Tüftler können ggf. auch noch Funktionen zum Abspeichern und Laden der kommentierten Directories einbauen, dabei wird die folgende Speicherbelegung sicherlich hilfreich sein. Eine solche Funktion fehlt bisher noch, da das Programm vor allem für Softwarelieferungen konzipiert wurde, und Disketten mit genau dem selben Inhalt kaum zweimal vergeben werden und somit kommentiert werden müßten.
0002-0005 temporär
0006 Anz. Einträge im Speicher
00A6-00A7 Zeiger auf Video-Ram
00A8-00A9 Zeiger auf Farbram
00AA-00AB alte IRQ-Adresse
00B0 Flag für Sortierung
00B1-00B2 Sortierung; Endadresse
00B3-00B6 Zwischenspeicher für Ausgabe
00BD Zwischenspeicher für Floskel-Liste
00F7 Jobcode
00F8 Blinkzähler
00F9-00FB Flags für Multitasking
00FC Jobcode
00FD Zwischenspeicher
00FE Drivenummer
0100-010F Puffer für Zahlen
8E00-8EFF Ausgabepuffer und Speicher für Eingabe der Bemerkung
8F00-8F7F Ausgabepuffer
8F80-8FFF Zwischenspeicher für unterste Bildschirmzeile
A000-CFFF RAM: Speicher für Directory (je File 64 Bytes)
D000-DFFF I/O-Bereich