Nikolaus Heusler Archiv

Erschienen in 64'er Magazin, Ausgabe unbekannt · Originaldatei: FACTS.TXT

Hinweis: Dies ist das an die Redaktion eingereichte Manuskript, nicht der gedruckte Endtext. Layout, Bildunterschriften, Korrekturen und Kürzungen der Redaktion können in der veröffentlichten Fassung abweichen.

Facts! liefert Tatsachen

Wer sein Erspartes mit Wertpapieren vermehren will, muß sich mit der Rendite der in Frage kommenden Papiere vertraut machen, um vergleichen und das für ihn optimale Papier auswählen zu können. Das Programm »Facts!« liefert eine übersichtliche Tabelle, in der die Renditen von gespeicherten Wertpapieren nach Verzinsung, Kursgewinn und Laufzeit berechnet ausgegeben werden. Doch damit nicht genug: Das Programm liefert die Brutto-Renditen nach Abzug der individuellen Einkommensteuer und/oder Bank-Gebühren gleich mit und markiert besonders interessante Papiere. Eine wertvolle Hilfe bei der Entwicklung Ihrer persönlichen Anlage-Strategie: So wird die Auswahl zum Kinderspiel.

Nikolaus M. Heusler

Noch immer scheinen die Deutschen ihr Erspartes am liebsten auf dem Sparbuch anzulegen: 24,6 Milliarden DM dümpeln niedrig verzinst auf den 110 Millionen Sparbüchern vor sich hin. Dabei könnte man zum Beispiel durch den Kauf von höher verzinsten Wertpapieren seinen Spargroschen viel schneller vermehren. Manche Leute lassen sich davon jedoch abschrecken, weil gerade das Vergleichen zwischen den vielen verschiedenen erhältlichen Papieren eine mühsame Angelegenheit ist. Jedes Wertpapier bringt seine eigenen Kenndaten in die Rechnung ein, etwa die Fälligkeit und damit verbunden die Restlaufzeit, die Nominalverzinsung, den Kauf- und Verkaufskurs. Um jedem Papier einen speziellen Wert geben zu können, hat man die »Rendite« definiert, in der nach komplizierten mathematischen Formeln alle Kenndaten zusammengerechnet werden. Je höher die Rendite, desto mehr bekommen Sie für Ihr Erspartes. Wer gern in Ruhe zuhause Renditen vergleichen möchte, kann das mit »Facts!« sehr einfach, komfortabel und bequem tun. Das Programm berücksichtigt dabei sogar, daß Sie einen Teil des Gewinns als Steuern an das Finanzamt abführen und für die Aufbewahrung mancher Wertpapiere Gebühren an die Bank zahlen müssen. Im Programm sind bereits 32 aktuelle Wertpapiere mit allen Kenndaten erfaßt, diese Tabelle kann jedoch nach Belieben ergänzt werden.

Laden Sie das in reinem Basic geschriebene Programm mit dem Befehl

LOAD "FACTS!",8

Der Start erfolgt mit RUN. Jetzt wird noch eine Maschinensprache-Routine zur formatierten Zahlenausgabe (»USING«) von Diskette nachgeladen, danach kann's losgehen. Geben Sie zunächst das aktuelle Datum ein, indem Sie die Vorgabe verändern und dabei das Format TT.MM.JJJJ einhalten. Wie alle Eingaben wird auch diese mit der RETURN-Taste abgeschlossen. Das Programm benötigt diese Auskunft, damit die Restlaufzeit, von der die Rendite abhängt, exakt berechnet werden kann.
Jetzt soll der Rücknahmekurs eingegeben werden. Dies ist der Prozentsatz, der angibt, zu welchen Kurs das fällige Papier eingelöst wird. Bei einem Rücknahmekurs von 90% würden Sie also bei Anlage von 100 DM am Ende der Laufzeit nur 90 DM zurückbekommen. Bei den Wertpapieren, die im Programm schon gespeichert sind, beträgt der Rücknahmekurs immer 100%, also sollte die entsprechende Vorgabe direkt mit RETURN bestätigt werden. Sie können diesen Wert allerdings auch variieren, etwa wenn das Programm Abzüge wegen Pfändung oder aus sonstigen Gründen berücksichtigen soll.
Das Programm muß natürlich Ihren persönlichen Einkommensteuersatz kennen, wenn es die Steuern berücksichtigen soll. Geben Sie den Steuersatz in Prozent ein und betätigen RETURN. Sind Sie nicht steuerpflichtig, geben Sie eine Null ein.
Natürlich will auch die Bank an Ihrem Geld verdienen. Die Depot-Gebühren unterteilen sich üblicherweise in eine einmal fällige Gebühr beim Kauf des Wertpapiers, und eine Aufbewahrungsgebühr, die jedes Jahr gezahlt werden muß. Beide Gebühren hängen prozentual vom Nennwert ab. Geben Sie beide Gebühren in Prozent ein. Die Vorgaben entsprechen dabei den bei der Deutschen Bank AG üblichen Gebühren. Fragen Sie ggf. Ihre Bank. Nicht bei allen Wertpapieren werden Gebühren fällig: Wenn Sie Bundeswertpapiere kaufen und diese von der Bundesschuldenverwaltung in Bad Homburg verwalten lassen, kommen Sie völlig kostenfrei davon. Das Programm weiß aber, bei welchen der gespeicherten Papieren Gebühren anfallen, und zieht sie auch nur dort ab.
Facts! kennt jetzt alle aktuellen Daten und kann loslegen. Schalten Sie den Drucker ein und machen ihn bereit. Es werden keine besonderen Steuerzeichen gesendet, das Programm müßte daher mit allen Druckern zusammenarbeiten, die unter der Geräteadresse 4 (Sekundäradresse 0) erreicht werden.
Nach wenigen Sekunden kommt die Tabelle aus dem Drucker. Sie umfaßt acht Spalten: In der ersten Spalte steht das Fälligkeitsdatum, also der Tag, an dem Sie Ihr Geld wieder zurückbekommen. Bei der Anlage sollten Sie vor allem nach dieser Angabe vorgehen und sich überlegen, wie lange Sie das Geld entbehren möchten. Nicht bei allen Wertpapieren ist es möglich, vorher zu kündigen. In der zweiten Spalte steht der Nominalzins. Er gibt Auskunft darüber, wieviel Prozent Zinsen Sie jedes Jahr überwiesen bekommen. Zum Vergleich: Auf dem Sparbuch gibt's selten über 2,5 Prozent. Aber je höher die Zinsen, desto mehr Steuern müssen Sie dafür auch bezahlen. Daneben steht in Kurzform der Titel des Papiers.
Die vierte Spalte beinhaltet den aktuellen Kurs des Papiers. Es handelt sich sozusagen um den Kaufpreis. Steht hier beispielsweise 99,10 %, so müssen Sie für eine Geldanlage über 100 Mark nur DM 99,10 bezahlen, um das Papier zu erlangen. Dieser Preis wird an der Börse jeden Tag neu festgesetzt und richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Das Schöne dabei: Den Gewinn, den Sie aufgrund der Kursdifferenz machen (in unserem Beispiel 90 Pfennig) müssen Sie bei der Steuer nicht angeben, das Programm berücksichtigt dies bei der Berechnung der Brutto-Rendite. Da die Kurse täglich wechseln können, müßten Sie vor dem Start des Programms die aktuellen Kurse, die sich zum Beispiel in der Tageszeitung finden, im Programm eintragen. Wie das geht, erfahren Sie später.
Die Daten aus den ersten vier Spalten hat das Programm nicht berechnet, sondern nur aus einer internen von Ihnen eingegebenen Tabelle abgelesen. Jetzt wird's interessant: Facts! hat vier verschiedene Renditen berechnet. Spalte 1) enthält die reine Netto-Rendite, also ohne Berücksichtigung von Steuern und Bank-Gebühren. Diese Netto-Rendite hängt nur von den Kenndaten des Papiers sowie vom eingegebenen Tagesdatum ab. Interessanter ist da schon Spalte 2): Hier erscheint die Rendite nach Abzug der Einkommensteuer. Man schläft einfach ruhiger, wenn man ehrlich alle Erträge dem Finanzamt meldet und Steuern bezahlt. Suchen Sie sich daher ein Papier aus, das bei hoher Rendite einen möglichst niedrigen Kaufkurs bietet: Der Kursgewinn ist steuerfrei! Das Programm übernimmt diese aufwendige Arbeit für Sie. Bei einigen Papieren finden Sie nach der zweiten Rendite ein Sternchen. Dieses weist auf steuerlich besonders interessante Papiere hin. Bedingung: Die Brutto-Rendite (ohne Gebühren) muß über der vom Programm berechneten Durchschnitts-Rendite liegen, und durch Abzug der Steuern darf nur weniger als 80% bezogen auf den Einkommensteuersatz verlorengehen (diesen Wert können Sie in Programmzeile 360 ändern, wenn Sie möchten).
Spalte 3) weist die Rendite aus, die sich nach Abzug der Gebühren, aber vor Abzug der Steuern ergibt. Die Banken langen kräftig zu, und so geht, wenn man nicht darauf achtet, leicht ein knappes Prozent verloren. Es empfiehlt sich daher, Bundeswertpapiere zu erwerben, da diese nicht gebührenpflichtig sind. Spalte 4) schließlich enthält die Brutto-Rendite, die sich aus dem Zins-, Kursgewinn nach Abzug von Steuern und Bank-Gebühren ergibt. Ein Nummernzeichen in dieser Spalte zeigt, daß für das Papier keine Bank-Gebühren anfallen (Bundeswertpapiere).
Unter der Tabelle faßt Facts! noch einmal die Kenndaten zusammen.
Das Programm wird Ihnen mit Sicherheit eine sehr wertvolle Hilfe bei der Entwicklung Ihrer persönlichen Anlagestrategie werden, wenn Sie es sorgfältig füttern. Eventuelle Bedienungsfehler wie etwa ein abgeschalteter Drucker werden erkannt und gemeldet.

Aufnahme neuer Papiere
Es erscheinen laufend neue Wertpapiere. Sollen neue Papiere in den Vergleich einbezogen werden, müssen Sie das Programm entsprechend ergänzen. Von Zeile 42 bis 98 ist Platz für neue DATA-Zeilen. Das Format ist in der REM-Zeile 5 vorgegeben: Erst das Fälligkeitsdatum, wobei Tage und Monate zweistellig und das Jahr vierstellig angegeben werden und die einzelnen Felder durch Punkte getrennt werden müssen. Danach durch ein Komma abgetrennt der Zinssatz (die Nachkommastellenzahl ist beliebig, trennen Sie die Dezimalstellen durch einen Punkt ab). Es folgt ein weiteres Komma, danach der Kurstitel des Papiers, der unbedingt 16 Stellen haben muß (ggf. mit Leerzeichen auffüllen). Nach dem nächsten Komma steht hier der Ankaufkurs, wiederum mit beliebig vielen Dezimalstellen durch einen Punkt abgetrennt. Hier sollten Sie auch für Änderungen ansetzen, wenn Sie Kursaktualisierungen berücksichtigen möchten. Es folgt ein weiteres Komma und danach der Wertpapiertyp: Eine Null für gebührenfreie Papiere, eine eins für gebührenpflichtige Renten.
Bitte halten Sie das vorgegebene Datenformat unbedingt ein, da der Computer sonst mit den Angaben nicht viel anfangen kann und unter Umständen falsch arbeitet.