Erschienen in 64'er Magazin, Ausgabe 01/1994 · Originaldatei: REP_01.TXT
Hinweis: Dies ist das an die Redaktion eingereichte Manuskript, nicht der gedruckte Endtext. Layout, Bildunterschriften, Korrekturen und Kürzungen der Redaktion können in der veröffentlichten Fassung abweichen.
| Objekt | 64'er Magazin |
|---|---|
| Ausgabe | 01/1994 u.a. |
| Rubrik | Reparaturecke |
| Reaktor | JH Hans-Jürgen |
| Autor | Nicki |
| Datum | 10.10.1993 |
Reparaturecke
Reset unerwünscht
Ich habe an meinen C 64 ein Diskettenlaufwerk 1541 angeschlossen. Dabei tritt nun folgendes Problem auf: Wenn ich am Computer per Taster einen Reset auslöse, führt auch die Floppy den Reset durch und löscht dabei unter anderem den Fehlerkanal. Beim Absturz eines Programms wegen eines Ladefehlers ist es nicht möglich, mit Reset auszusteigen und den Fehlerkanal auszulesen, um den fehlerhaften Sektor festzustellen und ggf. zu beseitigen.
Christian Blaich, 82538 Geretsried
Die Lösung des Problems wäre ein Reset, der nur den C 64 beeinflußt. Man könnte natürlich versuchen, die Reset-Leitung am seriellen Bus zu unterbrechen, es geht aber auch einfacher: Ein sehr kurzer Reset-Impuls versetzt zwar den C 64 in den Einschaltzustand, die Peripherie merkt allerdings nichts davon. Einen solchen kurzen Impuls könnte man mit Hilfe eines Monoflops in Verbindung mit einem RC-Glied erzeugen, dieser Aufwand ist aber gar nicht notwendig: Man braucht lediglich einen Taster (1 x um) und einen Kondensator, die nach Bild 1 verschaltet werden.
Nikolaus Heusler, XXXXX XXXXX
Schreibkontrolle
Die Schreib-Anzeige für die 1541 in 64'er 5/93 Seite 21 hat micht sehr interessiert. Leider mußte ich feststellen, daß sich in der Schaltung ein Fehler eingeschlichen hat. Die Werte der beiden Widerstände sind vertauscht eingezeichnet. Nach einer entsprechenden Korrektur der Schaltung klappte dann alles zu meiner Zufriedenheit.
A. Fink, Schwedt/Oder
Stabiles Parallelkabel für Speeddos
Ich besitze »Speeddos« für den C 64. Dabei stört mich das Flachband-Parallelkabel zwischen Laufwerk und C 64. Ich würde viel lieber ein rundes Kabel verwenden, habe aber von Problemen gehört, die damit auftreten können. Was ist dran an diesem Gerücht?
Bernd Steiner, 91217 Hersbruck
Die parallele Datenübertragung bei Speeddos funktioniert meist nur mit einem Flachbandkabel, da dieses eine bessere besonders niedrige kapazitive Kopplung aufweist. Den Schalplan für ein solches Kabel haben wir übrigens zuletzt in der Reparaturecke 10/93 veröffentlicht. Das Flachbandkabel hat den Nachteil, daß es nicht besonders stabil ist. Möchte man ein wesentlich stabileres, abgeschirmtes Rundkabel einsetzen, müssen die Handshake-Leitungen (meist Pins 8 und B des Userports) mit einem Kondensator (ungefähr 220 µF) gegen Masse abgeblockt werden.
Nikolaus Heusler, XXXXX XXXXX
Maz ab!
Ich wollte eine Demo vom C 64 auf eine Videokassette überspielen. Das klappte aber nicht so, wie ich mir das vorstelle. Das Computerbild erschien bei der Aufnahme ganz normal, flimmerte dann aber bei der anschließenden Wiedergabe enorm. Am Videorekorder und am Fernseher habe ich alles versucht, das Flimmern zu beseitigen - leider erfolglos. Es kann also nur noch am C 64 liegen.
Denis Mohrenweiser, 39171 Altenweddingen
Moderne Videorekorder arbeiten nicht immer mit dem C 64 zusammen, da sie eine andere Zeilenfrequenz erwarten, als sie der Computer liefert. Das Ergebnis sind flimmernde und/oder durchlaufende Bilder. Ältere Rekorder waren da nicht so »pingelig«. Aber die sensiblen neuen nehmen es sofort übel. Der »Fangbereich« der Synchronisation ist kleiner. Mit einer kleinen Schaltung, die direkt in den C 64 eingebaut werden kann (Bild 2), läßt sich Abhilfe schaffen. Der Schalter dient zum Umschalten zwischen Video- und Normalbetrieb. Der Adapter kann ohne Platine »fliegend« aufgebaut werden. Achten Sie darauf, daß die Leitungen so kurz wie nur irgendwie möglich sind. Einzige Ausnahme: Die Anschlußleitungen zum Schalter. Legen Sie die Eingänge der drei nicht benutzten Inverter sowie die nicht benutzten Flipflop-Eingänge unbedingt auf Masse, um ein Schwingen der Schaltung zu verhindern. Da hier doch tiefergehende Eingriffe in den Computer erforderlich sind, ist die Schaltung nicht für absolute Einsteiger geeignet.
Nikolaus Heusler, XXXXX XXXXX
Geistlose 1581
Heute hat meine Floppy 1581 ihren Geist aufgegeben, und zwar mittem im Speichern. Nach dem Einschalten des Laufwerks läuft der Motor kurz an, die rote LED leuchtet dauernd und die grüne LED blinkt im Rhythmus ca. zweimal kurz an und ca. 2 Sekunden dunkel. Das Ganze passierte wie erwähnt unter GEOS beim Schreiben auf eine Diskette. Die Fehlermeldung lautete »Schreiben nicht möglich«. Der Computer funktioniert nach dem Abschalten der 1581 ganz normal, auch die 1541 II zeigt keinen Fehler. Sobald jedoch die 1581 eingeschaltet wird, verweigert der C 64 jeden Zugriff auch auf die 1541 II.
Ein Netzgeräteaustausch brachte keine Abhilfe, die Spannungen 12 Volt und 5 Volt sind vorhanden. Auch das Öffnen der Diskettenstation und Abstecken des 3 ½ Zoll-Laufwerks von der Platine half nicht. Der Computer war zu diesem Zeitpunkt erst kurz in Betrieb, so daß eine Überlastung des Netzteiles aus Überhitzung nicht in Frage kommt, zumal ich alle Geräte zentral abschalte.
Hermann Riegler, A-2880 Kirchberg
Monitor-Probleme
Ich versuchte bisher vergeblich, einen Atari SM124 S/W-Monitor an den C 128 anzuschließen. An der Rückseite des Monitors befinden sich zwei Buchsen: eine für die Spannungsversorgung, die andere ist mit einem 13-adrigen Kabel verbunden. Hier setzt das Problem an. Ich weiß nicht, ob der Monitor ein Video- oder RGB-Signal benötigt. Vielleicht kennt ein Leser die Bedeutung dieser Schnittstelle.
Ich besitze außerdem noch einen zweiten Monitor vom Typ IBM 3178. Es handelt sich ebenfalls um einen Monochrome-Monitor ohne Steckerbelegung. Einen separaten Netzanschluß hat dieses Gerät nicht. Kann der C 128 überhaupt den Stombedarf eines solchen Monitors decken? Der einzige Anschluß nach draußen ist ein 15 poliger Stecker.
Thorsten Schober, Mannheim
High Fidelity
Die Hardware-Lösung von Hans-Jürgen Humbert »Mehr Leistung für den C 64« in 64'er 7/93 veranlaßt mich zu folgendem Tip für Besitzer des C 64 II und des Monitors 1084 S. Dieser Monitor besitzt vorne links einen in der Anleitung nicht erwähnten Kopfhöreranschluß, an den sich ohne externen Verstärker zwei Auto-Lautsprecher (Beispiel: »Honey-Comb« AL350HC, 3-Wege mit Baßreflex, max. 100 W, Imp. 4 Ω, Freq. 60-20000 Hz) anschließen lassen. Das ergibt sehr guten Sound. Im Handel sind diese Boxen für ungefähr 100 DM erhältlich.
Für den Anschluß an den 1084 S werden zwei Adapter benötigt: Ein Audio-Cinchstecker mono 3,5 mm mit Lautsprecher-Norm-Kupplung, und ein Lautsprecher-Normstecker mit zwei Lautsprecher-Norm-Kupplungen für die zwei Boxen. Falls gleichzeitig ein Videorekorder über den TV-Modulator am Monitor 1084 angeschlossen ist, hat man auch dafür eine sehr gute Tonwiedergabe.
Werner Riedel, Melle
Interface zerstört
Ich besitze einen Star LC-200 und einen C 128 D (Blech). Zum Anschluß setze ich das Wiesemann-Interface 92000/G ein. Zum Lieferumfang gehört ein zusätzliches Stromversorgungskabel mit einem Klinkenstecker, der bei ausgeschaltetem Computer in das Interface gesteckt werden soll. Leider habe ich das einmal nicht beachtet: Der Computer war versehentlich noch eingeschaltet. Seitdem funktioniert das Laufwerk nicht mehr, wenn das Interface angeschlossen ist. Ich habe es auch schon an einem Zweitlaufwerk angeschlossen, aber das Ergebnis blieb gleich. Gibt es noch Rettung?
Martin Schlosser, 28876 Oyten-Sagehorn
Nein, höchstwahrscheinlich nicht. Bei dem Vorgang haben Sie im Interface einen Kurzschluß ausgelöst, wir vermuten, daß das Interface defekt ist. Da bei dem Klinkenstecker, der das Interface über den Kassettenport des Computers mit Strom versorgt, die beiden Kontakte hintereinander angebracht sind, gibt es während des Einsteckens irgendwann einen Moment, in dem die beiden Kontakte verbunden sind. Aus diesem Grund sollten Sie alle Geräte grundsätzlich ausschalten, wenn Sie an irgend welchen Steckverbindungen hantieren möchten. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß der Computer oder der Drucker Schaden genommen haben. Leider schreiben Sie nicht, welche Geräte normal arbeiten, wenn das Interface nicht angeschlossen ist, und ob Sie noch drucken können.
Noch ein allgemeiner Hinweis: Das Wiesemann-Interface wird bei einigen Druckern direkt vom Printer über die Centronics-Schnittstelle mit Strom versorgt. Das Kabel ist in diesem Fall nicht erforderlich und kann, wenn es dennoch angeschlossen ist, Schaden anrichten! Probieren Sie also bei einem neuen Drucker immer erst, ob das Interface nicht auch ohne die »Nabelschnur« funktioniert!
Nikolaus Heusler, XXXXX XXXXX
Tastatur defekt
Mein Computer ist seit einiger Zeit sehr störrisch: Beim Druck auf die Tasten <9>, <0>, I, O, J, K, N oder M tut sich nämlich gar nichts. Auch der Joystick-Feuerknopf in Port 2 reagiert nicht mehr. Die Bewegungen nach rechts, links, unten und oben werden normal ausgeführt. Der Joystick in Port 1 dagegen funktioniert wie gewohnt. Welche CIA kann hier defekt sein?
Thomas Gollner, Gonna
Das Problem weist so, wie Sie es beschrieben haben, auf einen Defekt der CIA U1 (Complex Interface Adapter) hin. Die Tastatur wird von der CIA U1 verwaltet, die auch für die Joysticks zuständig ist. Im C 64 befindet sich dieses IC mit der Typenbezeichnung 6526 direkt neben dem Stecker, an den die Tastatur angeschlossen ist. Eine neue CIA kostet derzeit etwa 30 bis 40 Mark.
Wie Sie vielleicht wissen, ist die Tastatur im C 64 matrixförmig organisiert: Die 64 Tasten (RESTORE und SHIFT LOCK genießen Sonderbehandlung) sind elektronisch in einer Tabelle mit acht Zeilen und acht Spalten verschaltet. Das hat nichts mit der mechanischen Anordnung der Tasten auf dem Keyboard zu tun. Betrachtet man die acht Tasten, die Sie nennen, genauer, so stellt man fest, daß sie alle in der fünften Zeile liegen. Diese fünfte Zeile wird in der CIA U1 vom Bit 4 der Speicherstelle $DC00 bearbeitet. Und über genau dieses Bit wird auch die Abfrage des Feuerknopfes für den Joystick in Port 2 durchgeführt. Sieht man einmal von möglichen Schäden an der Platine im C 64 oder an der IC-Fassung ab, kann daher eigentlich nur die CIA U1 in die ewigen Jagdgründe eingegangen sein.
Nikolaus Heusler, XXXXX XXXXX
Ein Fall für zwei
Ich habe ein sehr großes Problem. Vor einiger Zeit ist mein C 64 II heruntergefallen. Danach ging erst einmal überhaupt nichts mehr. Nachdem ich das Gehäuse geöffnet hatte, sah ich sofort, daß die sich darin befindliche Sicherung durchgebrannt war. Nachdem ich diese erneuert hatte, lief der Computer wieder einwandfrei. Nach kurzer Zeit jedoch bekam ich beim Einschalten des Rechners nur noch einen grünen Bildschirm zu sehen. Auf die Tastatur reagiert nicht mehr. Nun meine Frage: Welcher Baustein könnte kaputt sein? Wo befindet sich dieser, und welche Typenbezeichnung hat er?
Frank Mantwill, 47138 Duisburg
300 Basic Bytes free
Noch nie hatte ich ernsthafte Probleme mit meinem C 128. Oft habe ich ihn stundenlang an einem Apfelmännchen rechnen lassen, wobei die Chips warmliefen. Doch neulich schaltete ich ihn im 64'er-Modus ein, und stellte überrascht fest, daß keine Einschaltmeldung erschien. Statt dessen wurde ich von einem gelöschten Bildschirm mit der Fehlermeldung ?OUT OF MEMORY ERROR IN 0 begrüßt, darunter stand die normale READY-Meldung mit Cursor.
Dieses Phänomen tritt bei einem Reset durch SYS 64832, Resettaster oder im 128'er-Modus nach GO 64 auf. Nach ewigen Versuchen erschien kurz die Einschaltmeldung, allerding nur mit 300 BASIC BYTES FREE. Danach war wieder die Fehlermeldung zu sehen. Alle Befehle, die ich im Direktmodus eingebe, werden normal ausgeführt (PRINT, LOAD usw.), beim Starten eines geladenen Programms stürzt der Rechner ab. Ausnahme sind kurze Basicprogramme, etwa 20-Zeiler. Beim Listen des Directories werden einige Buchstaben falsch wiedergegeben. Wer sagt mir, welcher Chip defekt sein könnte?
Harald Willand, 64832 Babenhausen
Die beschriebenen Symptome weisen ziemlich eindeutig auf einen RAM-Fehler hin. Solche Fehler entstehen ziemlich häufig durch Überhitzung und treten dann auch wie in Ihrem Fall nur sporadisch auf. Verfügen Sie über kein geeignetes RAM-Test-Programm (beispielsweise unser DOC 64 aus 64'er 11/91 oder das Programm aus dem ##Humbert-Buch##), müssen Sie wohl oder übel nacheinander alle RAMs (Bausteine U9 bis U12 und U21 bis U24, Typ 8264-15) auslöten und durch neue ersetzen. Aus technischen Gründen sollten RAMs nicht gesockelt, sondern immer direkt eingelötet werden.
Nikolaus Heusler, XXXXX XXXXX
Zeichensalat
Ich habe Probleme mit meinem gebraucht gekauften C 128D. Sehr viele Programme laufen einfach nicht. Meistens erscheint noch das Titelbild des Programms und dann entweder totaler Zeichensalat oder der Bildschirm bleibt einfach total leer. Das ganze ist mir bisher nur mit kommerziellen Spielen (Maniac Mansion, Zak McCracken, Giana Sisters usw.) passiert. Mit Public-Domain Software oder Programmen aus 64'er-Sonderheften hatte ich bisher noch keine Schwierigkeiten. Außerdem werden keine reinen weißen Flächen dargestellt. Immer erscheinen graue Streifen auf dem Bildschirm. Könnt Ihr mir helfen?
Jörg Weseley, Dillingen/Saar
Kein Anschluß unter dieser Nummer: Drei Floppies am C 64
Ich besitze drei Laufwerke vom Typ 1541 II. Wie erreiche ich ein normales Zusammenwirken von Anwendungen außerhalb von Geos?
Gerhard Rehfeld, Potsdam
Geos schaltet die Floppies auf verschiedene Adressen um. Diese Einstellung ist natürlich nach dem Abschalten des Systems nicht mehr vorhanden. Hinten an den Laufwerken befinden sich zwei DIP-Schalter. Mit diesen lassen sich vier verschiedene Adressen einstellen. Im Normalfall zeigen beide Schalter nach oben. Damit ist die Adresse fest auf 8 eingestellt. Die genaue Belegung der Adressen ist im Handbuch zu den Floppies angegeben. Besitzen Sie kein Handbuch, so hilft nur Probieren. Verstellen Sie einen Schalter und geben ein:
LOAD"$",X
Für X setzen Sie nacheinander die Zahlen 9, 10 und 11 ein. Stimmt die angegebene Adresse (X) nicht, erscheint die Fehlermeldung ?DEVICE NOT PRESENT ERROR. Haben Sie richtig geraten, wird das Directory geladen. Diese Schalterstellung sollten Sie notieren. Probieren Sie so nacheinander alle vier möglichen Stellungen aus. Denken Sie daran, daß keine zwei Floppies, die gleichzeitig am seriellen Bus angeschlossen sind, die selbe Adresse haben dürfen. Das gesamte System stürzt sonst ab.
Nikolaus Heusler, XXXXX XXXXX
Verbindung hergestellt
Ich habe einige Fragen zu »Convert 64« aus dem 64'er-Sonderheft 67. Bedeutet die Beschriftung »BC/RXD«, daß die Kontakte B und C am Userport des sendenden C 64 zusammengelötet werden müssen? Oder genügt einer der beiden Anschlüsse? Heißt »User-Port-Kabel«, daß der Userport-Stecker sowohl bei sendendem wie auch bei empfangendem C 64 im Userport stecken muß? Oder empfängt der C 64 über die serielle Schnittstelle? Braucht man mit dieser Kabelverbindung ein spezielles Terminalprogramm für den C 64? Wenn ja, wo erhalte ich es? Welche Schnittstelle wird beim PC verwendet, welche Programm setze ich dort ein? Darf die Verbindung zwischen C 64 und PC beliebig verlängert werden?
Thomas Raabe, Nürnberg
Die Beschriftung »BC/RXD« im Schaltplan bedeutet, daß die Pins B und C des Userports zusammengeschaltet und gemeinsam mit dem Interface verbunden werden sollen. Über diese Leitung (»RXD« bedeutet received data) empfängt der C 64 die Quittung des PC, daß dieser die gesendeten Daten korrekt empfangen hat. Zwei Pins am Userport sind notwendig, da eine solche Quittung einerseits eine Art »Alarm« (NMI) auslösen soll. Dies geschieht über die Flag-Leitung (Pin B). Andererseits gibt es verschiedene Arten von Signalen, die eigentliche Auswertung nach Eingang des Alarms erfolgt dann via Pin C (PB0).
Das Userport-Kabel dient zur Übertragung vom C 64 zum PC. Eine Übertragung in die andere Richtung ist mit »Convert 64« gar nicht möglich. Für den C 64 setzen Sie das Terminalprogramm »Convert 64« ein, das Sie auf der Diskette zum Sonderheft 67 finden. Dieses Programm bietet alle benötigten Funktionen wie Dateien von Diskette laden, konvertieren und zum PC senden. Es handelt sich um ein vollwertiges Terminal-Programm.
Am PC schließen Sie die Verbindung an eine (normalerweise neunpolige) serielle Schnittstelle (mit »SER« bezeichnet) an. Möglicherweise sind mehrere serielle Schnittstellen vorhanden. Diese Buchsen sehen so aus wie der Joystick-Anschluß des C 64. Oft wird auch die Maus des PC an eine solche Schnittstelle angeschlossen.
Auf dem PC benötigen Sie ein beliebiges Terminal-Programm. Wir in der Redaktion arbeiten bereits seit vielen Jahren mit »XTALK«, um die Artikel unserer Leser auf unsere Arbeits-PCs zu konvertieren. Bei XTALK lassen sich alle erforderlichen Übertragungsparameter wie Geschwindigkeit, Anzahl der Datenbits, Art der Übertragungs-Prüfung, und so weiter sowie die Nummer der empfangenden seriellen Schnittstelle einfach einstellen. Sind beim C 64 unter Convert 64 und am PC unterschiedliche Protokolle gewählt, wird die Datenübertragung fehlschlagen. Tip: Stellen Sie bei beiden Computern folgende Werte ein:
Baudrate 4800 8 Datenbits 1 Stopbit keine Parität
Zu der Frage nach der maximalen Kabellänge: Da es sich bei dieser Anwendung um eine serielle Übertragung handelt, kann das dreiadrige Kabel im Prinzip beliebig lang gewählt werden. Ich selbst verwende zur Konvertierung beispielsweise eine etwa drei Meter lange Leitung.
Nikolaus Heusler, XXXXX XXXXX
Geheimnisvolle Zahlen
Ich habe neulich einmal meinen C 64 aufgeschraubt und mir die darin eingebauten ICs genauer angesehen. Dabei habe ich festgestellt, daß auf den Bausteinen nicht nur die Typenbezeichnung wie 6581 oder NE556 aufgedruckt ist, sondern auch noch viele weitere Zahlen wie 8909, 1386S oder Z9111. Welche Bedeutung haben diese Angaben?
Stefan Zanner, 80999 München
Fast alle Chip-Hersteller drucken das Herstellungsdatum auf ihre Bausteine. In diesen vierstelligen Codes bedeuten zwei Stellen (meistens die letzten beiden) das Jahr und zwei Stellen die Kalenderwoche der Herstellung. Wenn Sie bei Ihren Erkundigungen also auf Codes wie 8909, 1386 oder 9111 stoßen, wurde der betreffende Baustein in der 9. Wochen 1989 bzw. in der 13. Wochen 1989 bzw. in der 11. Woche 1991 hergestellt. Das zu wissen kann sehr praktisch sein, wenn man beispielsweise das Alter eines gebrauchten Gerätes einschätzen will. Sind ICs von 1984 darin enthalten, ist der Computer mindestens zehn Jahre alt.
Nikolaus Heusler, XXXXX XXXXX
Computer flippt aus
Nach dem Zufallsprinzip verweigert mein C 64 ab und zu seinen Dienst. Ein Brummen kommt aus dem Monitor und es laufen dunkle Balken über den Bildschirm. Zuerst dachte ich mir nichts dabei, schaltete den Rechner aus und wieder ein, und er arbeitete wieder normal. Doch in letzter Zeit tritt der Fehler immer öfter auf. Nach dem Öffnen des Gerätes habe ich die RAM-Bausteine berührt. Sie waren glühend heiß. Doch nach Ausschalten, Abkühlen und Einschalten arbeitete der C 64 wieder völlig normal. Wo kann der Fehler liegen?
Peter Moellmann, Bocholt
Hier wird der Fehler mit ziemlicher Sicherheit im Netzteil des Computers liegen. Das Brummen und die durchlaufenden schwarzen Balken deuten auf eine fehlende Siebung der Versorgungsspannung hin. Tauschen Sie das Netzteil des C 64 mal gegen ein anderes aus. Tritt der Fehler immer noch auf, so müßten Sie die großen Kondensatoren auf der rechten Seite der C 64-Platine gegen neue austauschen. Das RAM wurde durch die Unterspannung des C 64 bestimmt falsch angesteuert und wurde deshalb »etwas« warm. Aber wenn es nach der Abkühlung wieder einwandfrei funktioniert, hat es wohl keinen Schaden genommen.
Auch noch eine andere Ursache ist denkbar: Falls der Fehler wieder auftritt, schlagen Sie einmal mit der Faust fest auf den Tisch neben (!) Ihren C 64. Endet die Störung dann, dürfen Sie von einem Haar-Riß auf der Platine ausgehen. Bei meinem Computer traten solche Probleme lange Zeit auch auf. Ich habe dann die Leitungen auf der Platine von der Spannungs-Eingangsbuchse über den Netzschalter und die Kondensatoren bis hin zu den Spannungsreglern großzügig mit Lötzinn ausgelegt. Jetzt brummt nichts mehr, die schwarzen Balken haben sich verabschiedet.
Nikolaus Heusler, XXXXX XXXXX
Floppy-Probleme
Meine Floppy 1541 ist defekt. Die rote Kontroll-Lampe geht nicht mehr aus und der Motor läuft ständig ohne einen Befehl. Schließe ich meinen Computer an, kann ich mit ihm nicht mehr arbeiten, da der Cursor blockiert. Ich habe gelesen, daß die Floppy bei diesem Phänomen einen ständigen Reset-Impuls erhält. Da ich noch eine zweite defekte Floppy besitze, kann ich Teile austauschen und möchte daher eine Reparatur versuchen. Können Sie mir einige Tips geben, was eventuell ausgetauscht werden muß?
Wolfgang Helbig, Brühl
Da das Problem auch auf den C 64 wirkt, muß irgend etwas an der Schnittstelle im Laufwerk defekt sein. Tauschen Sie doch einmal die Bustreiber 74LS14 (UA1) und 7406 (UB1) aus. Es handelt sich um kleine, billige Gatter-ICs, die die teuren VIAs schützen sollen. Wenn mit dem Datenaustausch zwischen C 64 und 1541 etwas nicht stimmt, sind fast immer diese Gatter schuld.
Der Dauer-Reset stimmt allerdings nachdenklich. Vielleicht stimmt etwas mit Laufwerks Spannungsversorgung nicht. Tauschen Sie die beiden Brückengleichrichter. Hilft das nicht, wechseln Sie auch die großen Kondensatoren und die Spannungsregler aus.
Hilft das alles nichts, müssen Sie sich wohl daran machen, die beiden VIAs (UC2 und UC3), den Controller (UC1) sowie den Prozessor (UC4) auszutauschen. Bedenken Sie im Falle eines Mißerfolgs beim Tausch gegen Bauteile aus Ihrem Zweitlaufwerk bitte, daß ja auch dieses nicht mehr funktioniert. Es wäre Zufall, wenn bei den beiden Laufwerken der Defekt an verschiedenen Stellen liegt und sich daher durch Tausch beheben läßt.
Nikolaus Heusler, XXXXX XXXXX
Unerwünschter Bildschirmschoner
Bei meinem 64'er (alt) verschwindet etwa eine Minute nach dem Einschalten das Bild. Die Eingabe von Befehlen ist nicht mehr möglich. Erstaunlich: Sobald ich mit Final Cardridge III Programme lade, bleibt das Bild bestehen. Spielen ist auch nur noch bedingt möglich, da die Farben ineinander verlaufen. Ich würde mich sehr freuen, wenn mir ein Leser weiterhelfen könnte.
Manfred Wahle, Loxstedt
C 128 stürzt ab
Nach einigen Minuten Betrieb des C 128 stürzt mein Computer ab. Wirre Zeichen erscheinen am Bildschirm, und es werden keine Eingaben mehr eingegengenommen.
Matthias Kreuzingen, Bad Aibling
Diese Fehlerbeschreibung läßt auf viele Ursachen schließen. Wahrscheinlich aber liegt ein thermischer Fehler vor. Betreiben Sie Ihren Rechner einmal ohne Gehäusedackel. Nach einigen Minuten werden ein oder mehrere Bausteine wahrscheinlich so heiß, daß Sie sich die Finger daran verbrennen. Diese sollten schleunigst ausgewechselt werden. Die ICs natürlich.
Leises Krächzen
Woran kann es liegen, daß auf meinem C 64 in vielen Spielen die Musikeffekte nur als leises Krächzen zu hören sind, während der ebenfalls an eine Stereoanlage angeschlossene C 64 meines Freundes hervorragenden Sound produziert. Bei selbstgeschriebenen Programmen treten dagegen keine Unterschiede auf.
Jan Ippen, 80336 München
Viele Programme für den C 64 nutzen auf eindrucksvolle Weise dessen hervorragende Sound-Möglichkeiten. Doch leider gibt es gerade dort, wo sich besoders schöne Effekte erzielen lassen, nicht selten Probleme: Bei der Filterung der erzeugten Töne durch die im SID integrierten Analog-Filter. Es gibt nämtlich Unterschiede bei der Bestückung von zwei Kondensatoren im C 64, die für die Filter zuständig sind. So finden sich als C 10 und C 11 bei älteren C 64 Werte von 470 pF oder 2,2 nF. Selbst die Schaltpläne des C 64 in einschlägiger Literatur sind hinsichtlich dieser Werte nicht einheitlich. Der Grund für dieses Verwirrspiel liegt darin, daß Commodore bei der Entwicklung des C 64 zunächst einen Wert von 470 pF für diese Kondensatoren eingeplant hat. Dieser Wert ist viel zu klein bemessen; der Frequenzbereich, in dem das Filter wirkt, liegt nur zu einem kleinen Teil in dem Frequenzbereich, in dem die vom SID erzeugten Töne liegen. Abhilfe würde ein größerer Wert, beispielsweise 2,2 nF schaffen. In neueren C 64 wurden entsprechend größere Kondensatoren eingesetzt.
Wer nun in seinem »Brotkasten« zwei 470 pF Kondensatoren als C 10 und C 11 findet, kann seinen Computer recht leicht dem neuen »Standard« anpassen. Es muß lediglich zu jedem der beiden Kondensatoren ein weiterer parallel geschaltet werden. Als Wert für diese beiden zusätzlichen Kondensatoren bietet sich 1,5 nF an. Es ergibt sich dann ein Gesamtwert von jeweils 1,97 nF, was in etwa 2,2 nF entspricht. Die Bauform der Kondensatoren ist im Prinzip egal. Es dürfen allerdings keine Elektrolyt-Kondensatoren (Elkos) verwendet werden. Am günstigsten für den Einbau sind Styroflex- oder Keramik-Kondensatoren.
Der Einbau läuft wie folgt ab: Erst schraubt man den C 64 auf (Vorsicht: Garantie-Verlust!). Dann suche man auf der Platine nach den beiden Kondensatoren, neben denen C 10 und C 11 auf der Platine steht. Sie befinden sich in der Nähe der oberen linken Ecke bei Pin 1 des SID und sehen gleich aus. Auf dem Kondensator ist mehr oder weniger deutlich der Wert aufgedruckt: Entweder 470 pF oder 2,2 nF. Meistens steht nur etwas mit 47 oder 22 da. Ist letzteres der Fall, kann das Gerät mit gutem Gewissen sofort wieder zugeschraubt werden, denn dann hat er bereits den richtigen Kondensatortyp eingebaut. Andernfalls soll nun vorsichtig jeweils ein 1,5 nF-Kondensator an die Pins des jeweiligen 470 pF Kondensators gelötet werden. Dann kann man den C 64 wieder zuschrauben und sich über den neuen Sound freuen, der jetzt bei Programmen wie »Shades« oder »Giana Sisters« ertönt.
Der Einbau ist normalerweise vollkommen unproblematisch, falls man über genügend Löterfahrung verfügt.
Nikolaus Heusler, XXXXX XXXXX