Erschienen in 64'er Magazin, Ausgabe 10/1993 · Originaldatei: REP_10.TXT
Hinweis: Dies ist das an die Redaktion eingereichte Manuskript, nicht der gedruckte Endtext. Layout, Bildunterschriften, Korrekturen und Kürzungen der Redaktion können in der veröffentlichten Fassung abweichen.
Reparaturecke
von Nikolaus M. Heusler
()zu:RS 232
()t4:BHat der C 64 eigentlich eine RS232-Schnittstelle oder nicht? Wenn ja, warum kann man sie dann als Modul kaufen?P
()ar:Dominik Acri, Gaggenau
()t4:Im C 64 ist bereits eine RS232-Schnittstelle eingebaut. Über den Userport können Sie Daten nach diesem Format ein- und ausgeben. Angesteuert wird die Schnittstelle über die Geräteadresse 2 (OPEN 2,2...). Die Sache hat nur zwei Haken: Erstens entsprechen die Pegel des Userports physikalisch nicht der Norm. Während am Userport sogenannte »TTL-Pegel«, also Spannungen bis 5 Volt anliegen, benötigt eine »ordentliche« RS232-Schnittstelle Spannungen zwischen -12 und +12 Volt. Zweitens passen Geräte für den RS232-Standard auch mechanisch gar nicht zum Userport, die Steckverbindungen sind verschieden. Daher benötigen Sie für Experimente zu RS232 am C 64 im Allgemeinen immer noch ein Zusatzmodul, das zum einen die Pegel entsprechend wandelt und zum anderen eine Norm-Buchse zur Verfügung stellt. Dieses Modul ist im Lieferumfang vieler Akkustikkoppler oder Modems für den C 64 enthalten. Eine Bauanleitung findet sich im Sonderheft 67. (Die Red.)
BIch habe mir nach dem Sonderheft 67 die RS232-Platine nachgebaut. Diese enthält die Anschlüsse GND, RTS, RXD, CTS, TXD. Welche Bedeutungen haben diese Abkürzungen? An meinem PC messe ich zwischen Masse und TXD eine Spannung von -8,3 Volt, zwischen TXD und RXD liegen +8,3 Volt. Sind diese Spannungen nicht zu hoch für den C 64? Ich habe mich bisher noch nicht getraut, die Platine in Betrieb zu nehmen.P
()ar:Siegfried Rosen, Brüssel/Belgien
()t4:Seien Sie beruhigt: Wie wir oben erklärt haben, arbeitet die RS 232-Schnittstelle mit höheren Spannungen als den 5 Volt des C 64. Sinn der Platine ist es unter anderem auch, beim Empfang die hohen Spannungen auf einen für den C 64 geeigneten Wert herunterzutransformieren. Die Abkürzungen haben folgende Bedeutungen:
RTS = »ready to send«, diese Leitung bedeutet, daß der Computer bereit ist zum Senden von Daten
RXD = »received data«, über diese Leitung werden Daten empfangen
TXD = »transmitted data«, der sendende Computer schickt die Daten auf dieser Leitung auf die Reise
CTS = »clear to send«, diese Leitung signalisiert eine laufende Datenübertragung. (Die Red.)
()zu:Bezugsquellen
()t4:BIn Ausgabe 4/93 wurde in »Extratouren« auf Seite 88 ein Selbstbau-Scanner vorgestellt. Können Sie mir die Adressen der Bezugsquellen Conrad Electronic und Franck'hsche Verlagsbuchhandlung nennen?P
()ar:Bertram Chwalek, München
()t4:Kein Problem: Conrad Electronic, Postfach, 92240 Hirschau; Franck'hsche Verlagsbuchhandlung, Pfizerstraße 5-7, 70184 Stuttgart
()zu:TTL-Monitor am C 64
()t4:BIch möchte einen Grünmonitor aus einem DDR-Computer Robotron A 5120 an den C 64 anschließen. Leider verfügt der Monitor nur über einen TTL-Eingang. Wie kann ich das Videosignal des C 64 entsprechend konvertieren?P
()ar:Torsten Ritter, Cottbus
()t4:Die Firma Völkner Electronic, Postfach 5320, 38039 Braunschweig bietet für knapp 30 Mark einen solchen Konverter als Bausatz an. In Ausgabe 10/89 veröffentlichten wir auf Seite 126f einen ausführlichen Testbereicht. Eine entsprechende Bauanleitung findet sich in 64'er 5/91. (Die Red.)
()zu:Parallelkabel
()t4:BIch suche die Belegung des Parallelkabels für den C 64.P
()ar:A. Tom Kraft, Waiblingen
()t4:Leider geben Sie nicht an, welche Belegung Sie wünschen. Für den C 64 gibt es zwei verschiedene Parallelkabel: Einmal das Kabel zum Anschluß eines Centronics-Druckers am Userport, zum anderen das Parallelkabel für Floppy-Speeder. Hier die Belegungen beider Kabel:
()li:1. Centronics-Drucker
Signal Userport Centronics
GND A 16
BUSY B 11
D0 C 2
D1 D 3
D2 E 4
D3 F 5
D4 H 6
D5 J 7
D6 K 8
D7 L 9
STROBE M 1
2. Speeder-Kabel Version 1 (vgl. 64'er 9/89 Seite 38)
Signal Userport Floppy IC UC3
FLAG M 39
D7 L 2
D6 K 3
D5 J 4
D4 H 5
D3 F 6
D2 E 7
D1 D 8
D0 C 9
SERIAL 5 18
3. Speeder-Kabel Version 2 (vgl. 64'er 3/92 Seite 22)
Signal Userport Floppy IC UC3
PA2 B 39
D7 L 9
D6 K 8
D5 J 7
D4 H 6
D3 F 5
D2 E 4
D1 D 3
D0 C 2
PC2 8 18
()zu:Floppy-Flop
()t4:BIch kann keine Daten mehr an mein Diskettenlaufwerk 1541, welches ganz normal am seriellen Port angeschlossen ist, mehr senden! Welches IC muß ausgewechselt werden? Zwar bekommt man den C 64 inzwischen fast »nachgeworfen«, dennoch möchte ich eine Reparatur wagen.P
()ar:Detlef Woitschewski, Großostheim
()t4:Hier gibt es leider einige potentielle Fehlerquellen. Falls die Floppy nach dem Einschalten normal kurz anläuft und dann »verstummt«, und wirklich nur beim Datenaustausch streikt, könnte nur ein Sicherungsbaustein im Laufwerk durchgebrannt sein. An Position UA1 sitzt im Laufwerk ein IC vom Typ 74LS14, während an UB1 ein 7406 seinen Dienst verrichtet. Beide könnten ausgefallen sein, beide kosten neu je etwa eine Mark. Schlechter sieht es da schon beim C 64 aus. Falls Sie einen am seriellen Port angeschlossenen Drucker auch nicht mehr betreiben können, ist mit Sicherheit die CIA (Complex Interface Adapter) im C 64 in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Der Baustein im C 64 hat die Bezeichnung 6526, seine Position ist U2, ein solches IC kostet etwa 30 bis 40 Mark. Alle ICs erhalten Sie beim Elektronik-Fachhandel, unter anderem bei Conrad Electronic (Anschrift siehe oben). (Die Red.)
()zu:Und läuft und läuft und ...
()t4:BIch habe ein Problem mit meinem Diskettenlaufwerk. Nach dem Einschalten läuft der Motor und geht nicht mehr aus. Vernünftiges Arbeiten ist nicht möglich, und das, obwohl das Drive noch kurz zuvor ganz normal gearbeitet hat. Was soll ich tun?P
()ar:Enno Nanninga, Marienhafe
()t4:Mit ziemlicher Sicherheit hat Ihr Laufwerk ein Problem mit seiner Stromversorgung. Der beschriebene Fehler tritt immer dann auf, wenn einer der beiden Brückengleichrichter durchgebrannt ist. Tip: Tauschen Sie zuerst einmal die beiden Gleichrichter aus. Sie sitzen auf der Platine der 1541 ganz hinten rechts (CR1, CR3). Bauen Sie neue Gleichrichter vom Typ B 40 C 2200 ein (kosten je zwei Mark). Achten Sie auf die Polung! Hilft auch das nicht, sollten Sie einmal messen, welche Spannung zwischen Pin 8 und Pin 1 des Prozessors 6502 (UC4) anliegt. Es müssen ziemlich genau 5 Volt sein. Weicht die Spannung um mehr als 0,5 Volt ab, tauschen Sie den Spannungsregler VR2 und die Kondensatoren C4, C16, C5 durch solche vom gleichen Typ aus. Hilft auch das nicht, liegt ziemlich sicher eine gravierendere Störung vor. Ausgefallen sein könnten das Betriebssystem-ROM (Bausteine UB4, UB3), der Controller UC1, der Prozessor UC4 (Typ 6502) oder auch die VIA UC2 (Typ 6522). Auch der Motortreiber UD2 kann schuld sein. Der Gang in eine Reparaturwerkstatt ist hier leider unumgänglich. (Die Red.)
()zu:Floppy, die dritte
()t4:BJedes Mal, wenn ich einen Befehl (Laden, Speichern, Directory) an mein Laufwerk 1541 II sende, läuft der Motor nur kurz an, aber der Schreib-Lese-Kopf bewegt sich nicht. Und dies, obwohl alle Kabel richtig verbunden sind. Auf dem C 64 eines Freundes funktioniert das Drive einwandfrei. Was kann die Ursache sein?P
()ar:Rüdiger Stucke, Minden
()t4:Wenn das Laufwerk mit anderen C 64 zusammenarbeitet, kann der Fehler nur in Ihrem Computer liegen. Für die Ansteuerung einer am seriellen Port angeschlossenen Floppy ist bekanntlich die CIA U2 zuständig. Vielleicht können Sie probeweise den in Ihrem C 64 eingebauten Baustein mit dem Ihres Freundes austauschen. Läuft die 1541 dann normal, werfen Sie die alte CIA weg und kaufen Ihrem Freund eine neue. Der Preis beträgt etwa 30 bis 40 DM. (Die Red.)
()zu:Sound total
()t4:BIch habe schon darüber gelesen, daß man den C 64 an eine Stereoanlage anschließen kann. Aber wie funktioniert das? Viele Versuche von mir blieben bisher erfolglos. Meine Stereoanlage hat Cinch-Eingänge, aber für Stereosignale. Der C 64 liefert doch nur Mono-Sound.P
()ar:M. Jung, Bilzingslegeb
()t4:Fangen wir mit dem zweiten Teil Ihrer Frage an. Richtig, das C 64 tönt nur auf einem Kanal (Mono). Möchten Sie Musik aus dem Computer aus beiden Lautsprechern Ihrer Anlage hören, verbinden Sie einfach das Stereo-Eingangspaar. Das Audio-Signal des Computers liegt an Pin 3 der Videobuchse. Verbinden Sie diesen Pin mit den beiden inneren Polen der Cinch-Stecker, die Sie dann mit der Stereoanlage verbinden. Außerdem muß eine Masse-Verbindung geschaffen werden. Das Masse-Signal liegt an Pin 2 der Audio-Video-Buchse, es muß mit der Abschirmung der Cinch-Stecker verbunden werden. Für den Audioausgang des C 64 eignet sich ein fünfpoliger DIN-Stecker, den Sie ebenso wie die beiden Cinch-Stecker in jedem Rundfunk- oder Elektronik-Fachgeschäft kaufen können. (Die Red.)
()zu:Kein Bild
()t4:BVor kurzem erhielt ich von einem Freund einen defekten C 64. Erste Untersuchungen ergaben eine durchgebrannte Sicherung. Nachdem ich diese ausgetauscht hatte, war kein Bild auf dem Monitor zu sehen - andere Funktionen arbeiten aber einwandfrei. So läßt sich zum Beispiel am Rattern der Floppy nach »blinder« Eingabe von »LOAD "$",8« erkennen, daß der Befehl ausgeführt wird. Sowohl der Videochip VIC, wie auch der SID, das kleine IC neben dem Quarz und der Prozessor 6510 sind in Ordnung. Wo kann der Fehler noch liegen?P
()ar:Marko Herold, Klingenthal
()t4:Da kommt eingentlich nur noch eine Möglichkeit in Frage. Der VIC wird von der CIA U2 (Typ 6526) gesteuert, diese übernimmt die Bank-Auswahl. Wird aufgrund einer gestörten CIA eine falsche Bank angezeigt, in der sich natürlich keine sinnvollen Videodaten befinden, sehen Sie nichts auf dem Bildschirm. Erfreulicherweise sind im C 64 zwei gleiche CIAs eingebaut. Tauschen Sie daher einmal den Baustein U1 mit dem an der Position U2. U1 ist unter anderem für die Tastatur zuständig. Erscheint jetzt ein sinnvolles Bild, die Tastatur ist aber tot, so ist die CIA, die jetzt in U1 steckt (vorher U2) defekt. (Die Red.)
()zu:Drucker contra Floppy
()t4:BSeit ich an meinem Drucker MPS 1230 etwas umgestellt habe, kann ich keine Programme mehr laden, während der Drucker eingeschaltet ist. Das Laufwerk reagiert nicht auf meine Befehle, während der Drucker aktiv ist. Erst nach dem Ausschalten des 1230 kann man laden. Außerdem funktioniert der Drucker nicht mehr. Bitte helfen Sie mir rasch!P
()ar:Harald Kneißl, Weißkirchen/Österreich
()t4:Ihr Wunsch ist und Befehl! Wahrscheinlich haben Sie beim »Umstellen« des Druckers den Eingangsbereich des Printers zerstört. Dies kann der Grund dafür sein, daß der Printer keine Daten mehr annimmt. Da der 1230 am gleichen Port (serieller Port) angeschlossen ist wie das Laufwerk, sind sicher auch die beschriebenen Störungen beim Laden darauf zurückzuführen. Da der MPS 1230 leider keine separate Eingangsplatine besitzt, wird Ihnen leider nichts anderes übrigbleiben, als den Drucker in eine gute Reparaturwerkstatt zu bringen. (Die Red.)
()zu:Spiel lädt nicht
()t4:BIch besitze zwei Laufwerke: eine 1541 II und ein Laufwerk einer Fremdfirma. Mir ist aufgefallen, daß einige kommerzielle Programm, beispielsweise das Spiel »Turrican«, nur von meiner 1541 II geladen werden können. Bei Verwendung des anderen Laufwerks stürzt der Computer während des Ladens ab oder löst einen Reset aus. Ich öffnete meine 1541 II und beobachtete den Ladevorgang. Dabei stelle ich fest, daß der Kopf nach der Aktivierung des Schnell-Laders ganz nach »oben« fährt und dort für einige Zeit stehen bleibt. An dieser Stelle steigt der Computer bei Verwendung des anderen Drives aus. Sogar das oft empfohlene Tröpfchen Öl auf die Führung des Kopfes blieb erfolglos. Was ist Ihre Diagnose?P
()ar:Alexander Bruckert
()t4:Unsere Diagnose lautet schlicht und einfach »Kopierschutz«. Die Symptome dafür sind eindeutig. Moderne Spiele verwenden einen Kopierschutz, der auf einer bestimmten Stelle der Originaldiskette (dort, wo sich der Kopf nach Aktivierung des Schnell-Laders befindet) nach Daten sucht. Sind diese nicht vorhanden, oder können sie nicht gelesen werden, steigt das Spiel aus, weil es eine Schwarzkopie vermutet. Zu diesem Zweck steigen viele Programme ziemlich tief in das Betriebssystem der Diskettenstation ein. Da Ihr »fremdes« Drive vermutlich ein anderes System besitzt, scheitert der Kopierschutz hier. Leider lassen sich auch die wenigsten Schutzmechanismen mit einem Tröpfchen Öl überlisten... (Die Red.)
()zu:Nachtrag zum RAM-Fehler
()t4:BIch möchte einen Kommentar zum Artikel »RAM-Fehler« in der Reparaturecke in 64'er 6/93 abgeben. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, daß der beschriebene Fehler nicht immer auf einen der großen Bausteine zurückzuführen ist. Es besteht auch die Möglichkeit, daß einer der Trigger (74LS14) oder der Treiber (7406) defekt ist. Es ist auch sonst nicht falsch, alle kleineren ICs zu überprüfen. Die Symptome, die auftreten, verleiten schnell dazu, zu sagen, eine VIA oder der VIC ist defekt. Nach meiner persönlichen Erfahrung ist bei den meisten Defekten der Trigger 74LS14 schuld, auch in dem Fall, daß die Floppy »durchläuft«. Dieser Treiber wird meistens dann beschädigt, wenn man das serielle Kabel während des Betriebs ein- oder aussteckt. Der Treiber befindet sich beim alten C 64 (große Platine) auf dem Steckplatz U8, im neuen C 64 an Position U22.P
()ar:Carsten Grützmacher, Dinslaken