Nikolaus Heusler Archiv

Erschienen in PC go!, Ausgabe unbekannt · Originaldatei: TEMP.TXT

Hinweis: Dies ist das an die Redaktion eingereichte Manuskript, nicht der gedruckte Endtext. Layout, Bildunterschriften, Korrekturen und Kürzungen der Redaktion können in der veröffentlichten Fassung abweichen.

FILES und BUFFERS

In der CONFIG.SYS von MS-DOS befinden sich in der Regel die Einträge FILES= und BUFFERS=. Der Wert nach FILES bestimmt, wie viele Dateien gleichzeitig offen sein können. BUFFERS gibt die Anzahl der Pufferspeicher an, die DOS beim Laden und Speichern verwendet. Die optimale Einstellung dieser Werte hat schon bei so manchem Anwender zu Nervenzusammenbrüchen geführt. Eine klare Antwort, welche Werte optimal sind, gibt es nicht. Diese Angaben hängen auch erheblich von Ihrer Rechner-Konfiguration ab und von der Arbeitsweise: Welche Programme und Anwendungen laufen parallel. Allerdings gelten einige Richtwerte: FILES sollte einen Wert über 50 besitzen, bei BUFFERS genügen etwa 10, falls Sie ein Cache-Programm wie beispielsweise Smartdrive einsetzen. Andernfalls sollte für BUFFERS ein Wert um 30 gesetzt werden.
Bei Windows macht sich vor allem die FILES-Einstellung bemerkbar. Wenn Sie viele Truetype-Schriften verwenden, sollte die Anzahl eher üppig bemessen sein.

Probleme mit Disketten

Sehr wichtige Daten sind auf Ihrer Diskette gespeichert. Das darf natürlich nicht ungestraft bleiben: Gerade jetzt läßt sich die Floppy nicht mehr lesen. Möglicherweise ist Smartdrive der Verursacher für diese Probleme: Dann nämlich, wenn das Cache-Hilfsprogramm Smartdrive zur Pufferung der Diskettenlaufwerke angewiesen wurde. "Pufferung" klingt nützlich, ist es aber nicht immer, beispielsweise bei Disketten nicht. Während ein Lese-Cache lediglich einmal von dem Laufwerk gelesene Daten im Speicher puffert, um sie ggf. erneut und dann wesentlich schneller zur Verfügung stellen zu können, hält ein Schreib-Cache die auf einen Datenträger (Diskette, Festplatte) zu schreibenden Daten noch einige Sekunden zurück, bis der Prozessor für die Speicherung Kapazitäten frei hat. Der Schreibvorgang erfolgt für den Anwender augenscheinlich schneller. Das kann aber beim Schreiben auf Disketten kritisch werden: Es besteht die Gefahr, daß der Anwender die Diskette aus dem Laufwerk zieht, noch bevor der Cache den verzögerten Schreibvorgang beendet hat. Datenverlust wäre die Folge.
Abhilfe schafft eine Änderung in der AUTOEXEC.BAT-Steuerdatei: Stellen Sie den Smartdrive-Parametern die Zeichenfolge "A- B-" voran. Damit kümmert sich Smartdrive nicht mehr um Ihre Disketten und eine Störquelle ist versiegt. Der Aufruf sähe also beispielsweise folgendermaßen aus:
C:\WINDOWS\SMARTDRV.EXE A- B-
Dennoch können Sie - wenn Sie sich der damit verbundenen Risiken im Klaren sind - den Schreibcache auch die Floppy-Laufwerke aktivieren. Dann schreiben Sie hinter den betreffenden Laufwerksbuchstaben (A und/oder B) ein Pluszeichen.
Smartdrive gibt auf Wunsch auch Auskunft über die derzeit durchgeführte "Cachierung". Der Befehl
SMARTDRV
reicht schon. In der ersten Spalte der zu sehenden Tabelle sind alle Laufwerke Ihres Computers aufgelistet, dahinter steht, ob der Cache für dieses Drive nur beim Lesen (grundsätzlich gefahrlos möglich) oder auch beim Schreiben aktiv ist. Für Festplatten sollten beide Aktionen mit "Ja" markiert sein, bei Diskettenlaufwerken steht im Allgemeinen nur beim Lesen das "Ja". Die letzte Spalte ist in diesem Zusammenhang ohne Bedeutung.

Tips zu Smartdrive

Bei der Installation wird automatisch das Festplatten-Cache-Programm Smartdrive in Ihr System eingebunden. Festplattenzugriffe werden dadurch beschleunigt, indem der PC die zu schreibenden und zu lesenden Daten im Arbeitsspeicher des Computers zwischenspeichert. Essentiell wichtig für die optimale Funktion dieses Hilfsprogramms ist die Speichermenge, die ihm für diese Pufferung zur Verfügung gestellt wird.
Ob Smartdrive auf Ihrem System optimal arbeitet, können Sie ganz leicht selbst feststellen. Starten Sie den PC neu. Sie sollten nun ein wenig arbeiten, verschiedene Programme starten und wieder beenden, Dateien öffnen und schließen, und so weiter. Dadurch bekommt der Cache einige Arbeit. Jetzt machen wir uns daran, die Leistung auszuwerten. Geben Sie den Befehl
SMARTDRV /S
ein. Das Programm zeigt in Form einer Statistik jetzt einige wichtige Kenndaten, darunter etwa in der Mitte auch die Informationen
xxx mal konnten die Daten dem Cache entnommen werden
und
yyy mal mußten die Daten vom Datenträger gelesen werden
Die Zahlen xxx (Größenordnung typisch 50000) und yyy (typisch 3000) sind für die Auswertung wichtig. Addieren Sie die beiden Zahlen und teilen Sie das Ergebnis durch die Zahl yyy. Liegt das Endergebnis über 8,5, arbeitet Ihr Cache zufriedenstellend. Bei Werten über 9,5 dürfen Sie sich selbst auf die Schulter klopfen: Ausgezeichnet.
Bleibt dieser errechnete Wert jedoch auch nach mehreren Versuchen hartnäckig unter 8, stellen Sie Smartdrive besser mehr Speicher zur Verfügung.
Als Anhaltspunkt dient folgende Tabelle, der Sie entnehmen können, wieviel RAM Sie Smartdrive zuordnen sollten, je nachdem, mit welchem Gesamt-RAM-Arbeitsspeicher Ihr PC ausgerüstet ist:
Arbeitsspeicher DOS-Cache Windows-Cache
bis 2 MByte 1024 KByte 512 KByte
2 bis 4 MByte 2048 KByte 1024 KByte
über 4 MByte 2048 KByte 2048 KByte
Um Smartdrive entsprechend dieser Tabelle anzupassen, müßte ein Eintrag in der AUTOEXEC.BAT verändert werden. Wenn Sie diese Datei mit einem Texteditor öffnen, finden Sie darin eine Zeile wie folgt:
C:\WINDOWS\SMARTDRV.EXE
Sollten dahinter bereits zwei Zahlen stehen, so handelt es sich dabei um die Definition des für Smartdrive reservierten Puffers. Ändern Sie diese Angaben entsprechend unserer Tabelle, oder fügen Sie sie ggf. hinzu (durch je ein Leerzeichen getrennt). Die erste Zahl gibt den Umfang des DOS-Cache in KByte an, die zweite Zahl bestimmt den bei Windows zu verwendenden Cache. Wollen Sie also beispielsweise als Besitzer eines 3 MByte PC unserer Empfehlung folgend 2048 KByte DOS-Cache und 1024 KByte Windows-Cache einrichten, ändern Sie die AUTOEXEC.BAT-Zeile wie folgt:
C:\WINDOWS\SMARTDRV.EXE 2048 1024
Nach der Änderung der Datei und dem Speichern starten Sie Ihren Rechner neu, damit die neuen Vorgaben wirksam werden.