Erschienen in PC go!, Ausgabe unbekannt · Originaldatei: WINTIPS2.TXT
Hinweis: Dies ist das an die Redaktion eingereichte Manuskript, nicht der gedruckte Endtext. Layout, Bildunterschriften, Korrekturen und Kürzungen der Redaktion können in der veröffentlichten Fassung abweichen.
| Objekt | PC go! |
|---|---|
| Rubrik | Tips und Tricks / Windows-Corner |
| Redakteur | Heinz |
| Autor | Nicki Heusler, XXX/XXXXXX |
| Datum | 14.06.94 |
| Thema | Tips und Tricks zu WINDOWS (Folge 2) |
Windows-Corner
Hier ist wieder eine "Wagenladung" an wertvollen Tips und Tricks, die das Leben mit Microsofts Windows und einigen Applikationen einfacher machen. Läuft Windows stabil, freut sich der Mensch.
Strg ESC sinnvoll nutzen
Benutzen Sie unter Windows 3.1 die Tastenkombination Alt Tab, um zwischen verschiedenen Anwendungen zu wechseln, werden Sie den unter Windows 3.0 noch nützlichen Taskmanager bald vergessen haben - man braucht ihn nicht mehr.
Das wiederum bedeutet, daß Sie die Funktion der Tastenkombination Strg ESC, mit der man normalerweise den (nutzlosen) Taskmanager aufruft, eigentlich besser nutzen könnte. Und das geht auch - Sie müssen lediglich eine neue Zeile in SYSTEM.INI einfügen. Öffnen Sie diese Steuerdatei mit einem beliebigen Texteditor und suchen Sie den Abschnitt [Boot]. Unter dieser Überschrift fügen Sie dann die Zeile
TASKMAN.EXE=
ein und geben hinter dem Gleichheitszeichen beispielsweise PROGMAN.EXE an.
Der Effekt: Wann immer Sie jetzt die Tasten Strg ESC gleichzeitig drücken oder doppelt auf eine freie Stelle des Bildschirmhintergrundes klicken, gelangen Sie umgehend zum Programm-Manager - egal, in welcher Anwendung Sie gerade gearbeitet haben.
Mit entsprechend angepaßtem TASKMAN-Eintrag funktioniert das Ganze auch mit einer Reihe anderer Programme. Voraussetzung: Die EXE- oder COM-Datei des Programms muß sich im Windows-Verzeichnis befinden. Auch Batchprogramme *.BAT lassen sich auf diese Weise aufrufen.
Einfach installieren
Normalerweise installiert man neue Anwendungs-Icons mit Hilfe der Funktion "Datei/Neu" im Programm-Manager. Wer sich besser auskennt, ordnet stattdessen Programm- und Datei-Manager nebeneinander am Bildschirm an, markiert dann die zu installierende .EXE-Datei im Datei-Manager mit der Maus und "zieht" mit gedrückter Maustaste diese Datei in das gewünschte Gruppenfeld im Programm-Manager. Windows richtet dann dort automatisch ein Icon ein und versieht es mit der korrekten Bezeichnung.
Das funktioniert eventuell sogar mit Dateien von den Windows-Originaldisketten, die noch gepackt sind (letztes Zeichen im Dateinamen, also das dritte Zeichen der Extension ist ein "Underscore" = Unterstrich). Diese Dateien werden dann vor der Installation automatisch entpackt (normalerweise dient dazu das Utility EXPAND).
Auf die gleiche Art können Sie mit Programm-Manager eigene Icons für oft benötigte Dokumente einrichten. Die lassen sich dann später ebenfalls per Doppelklick aufrufen, falls sie über ihre Datei-Endung mit einer Applikation (zum Beispiel Excel) assoziiert sind.
WinWord: Groß- und Kleinschreibung schnell ändern
Eine lästige Fleißarbeit ist es immer wieder, die Groß- und Kleinschreibung eines Textes zu korrigieren: Anfangsbuchstaben müssen gelöscht und neu eingegeben werden, oder es muß auch mal ein Wort komplett überschrieben werden, wenn es in Versalien (durchgehende Großschrift) erscheinen soll.
Word für Windows bietet erfreulicherweise eine wenig bekannte Funktion, die diesen Vorgang halbwegs automatisiert. Markieren Sie einfach das gewünschte Wort und drücken dann wiederholt die Tastenkombination Umschalt F3. WinWord wechselt dann die Schreibweise des Wortes automatisch: Aus einem klein geschriebenen Wort werden Versalien, aus Versalien wird in gemischte Schreibweise gewandelt, danach geht es wieder in Kleinbuchstaben weiter.
Interessant dabei: Das Textprogramm verändert tatsächlich die Ascii-Codes der Textzeichen, im Gegensatz zur automatischen Großschrift bei "Großbuchstaben" aus "Format/Zeichen" gehen die Änderungen also auch bei Export des Dokuments im Ascii-Format nicht verloren.
Abgefressene Buchstaben: DOS-Word Texte in WinWord weiterverwenden
Der Import von Dokumenten, die mit Word für DOS erzeugt wurden, hat in WinWord einen Haken: Vergrößern Sie anschließend die Schrift in einigen Textpassagen auf 18 oder 24 Punkte, schneidet WinWord am oberen Rand der Buchstaben einige Punkte einfach ab. Der Grund: Das Programm hat beim Import der Daten einen sogenannten "festen Zeilenabstand" eingestellt, bei dem jede Zeile gleich viel Platz bekommt, unabhängig davon, wie groß die Lettern real sind.
Abhilfe: Wählen Sie im Format-Menü den Befehl "Absatz". Anschließend wähle man unter "Zeilenabstand" die Option "Aus" oder gebe den gewünschten Abstand manuell ein.
WinWord-Tabellen teilen
Möchten Sie eine WinWord-Tabelle in zwei Bereiche teilen, oder soll Fließtext zwischen zwei Tabellenzeilen eingefügt werden, versuchen Sie diesen Trick: Positionieren Sie den Cursor an der gewünschten Nahtstelle. Wenn Sie jetzt STRG Umschalt ENTER drücken, erledigt WinWOrd den Rest.
Spaltenbreite präzise einstellen
Wir haben für Sie eine praktische Funktion aufgespürt, die in der Original-Dokumentation nicht erklärt wird. Möchten Sie schnell und genau die Spaltenbreite einer Tabelle in Word für Windows einstellen, klicken Sie auf den linken Rand des Lineals, bis das Symbol eckige Klammer links ("[") dargestellt wird. Danach klicken Sie zweimal auf die T-förmige Spaltenmarkierung, die geändert werden soll. WinWord zeigt eine Dialogbox "Spaltenbreite" an, in der Sie Breite und Abstand auf 1/100 cm genau angeben können (falls Ihr Drucker das auch so exakt wiedergeben kann). Um die Spaltenmaße in anderen Tabellen zu ändern, ohne die Dialogbox verlassen zu müssen, klicken Sie auf die Schaltfläche "Vorherige Spalte" oder "Nächste Spalte". Na, ist das nicht Banane?
Word für Windows: Makro zum Schließen aller Dateien
Das Programm bietet in der regulären Menüstruktur keine Möglichkeit, alle geöffneten Dateien auf einmal zu schließen. Dank der integrierten Makrosprache kann man das aber leicht nachbilden. Das untenstehende Word-Basic-Programm schließt sämtliche Fenster.
SUB MAIN
WHILE fenster () <> 0
DateiSchließen
WEND
END SUB
Das Programm läßt sich mit Hilfe des Befehles "Extras/Einstellungen..." und der Option "Menüs" in die Menüstruktur von WinWord integrieren und steht dann auf Knopfdruck zur Verfügung.
WinWord-Programmierfehler
Arbeiten Sie mit Word für Windows in der Version 2.0, erhalten Sie beim Speichern oder Drucken größerer Texte des öfteren die Fehlermeldungen "Speicher zu klein" oder "Speicher Paritätsfehler: System angehalten". Daß dabei der Text verloren geht, ist sehr ärgerlich. Schuld ist ein Programmfehler.
Wollen Sie den Text nicht aufgeben, speichern Sie die Datei erst einmal im RTF-Format. Beenden Sie WinWord und starten es neu. Importieren Sie daraufhin den Text aus dem RTF-Format und speichern ihn wieder als WinWord-Dokument.
Einen kürzeren Text retten Sie einfacher, indem Sie ihn zunächst vollständig markieren und in die Zwischenablage kopieren. Beenden Sie WinWord, starten Sie es neu und fügen Sie den Text aus der Zwischenablage ein.
Microsoft hat diesen Fehler unseres Wissens inzwischen behoben. Registrierte Anwender der Version 2.0 erhalten die verbesserte 2.0a (oder höher). Die Korrektur in diesem Update ist jedoch nur für Texte wirksam, die bereits auf einer neuen Version verfaßt wurden. Ältere Dokumente speichern Sie im RTF-Format und importieren sie dann in die fehlerfreie Version. Druckformatvorlagen, Tabellen und Grafiken gehen im RTF-Format nicht verloren.
Sicherheitsmaßnahmen
Manchmal kommt es vor, daß Windows einfach abstürzt und nicht mehr reagiert. Danach läuft einiges nicht mehr. In diesem Fall hilft nur eine Neuinstallation von Windows, die glücklicherweise im Gegensatz zu anderen PC-Betriebssystemen nur eine Sache von zwanzig Minuten ist. Obwohl der Totalabsturz meist mehrere Dateien beschädigt hat, sollten Sie das alte \WINDOWS-Verzeichnis nicht löschen, sondern erst einmal umbenennen. Nach der Installation kopieren Sie nacheinander alle .GRP und .INI-Dateien von der defekten Version ins neu installierte System. Die alte SYSTEM.INI übernehmen Sie ebenfalls, allerdings nur nach Umbenennen der neuen SYSTEM.INI in SYSTEM.BAK. Das wird Ihnen möglicherweise das erneute Einrichten Ihres Desktops und vor allem der Programmgruppen ersparen.
Generell ist es ratsam, hin und wieder alle Dateien mit den Endungen .INI und .GRP auf einer Diskette zu speichern, um im Notfall eine Sicherheitskopie zu haben. Dafür eignet sich eine einfache Batchdatei:
REM INI/GRP-Backup
DEL A:*.INI
DEL A:*.GRP
COPY C:\WINDOWS\*.INI A:
COPY C:\WINDOWS\*.GRP A:
COPY C:\WINDOWS\SYSTEM\*.INI A:
COPY C:\WINDOWS\SYSTEM\*.GRP A:
Unterschätzen Sie nicht den Vorteil, den eine regelmäßige Sicherung dieser vermeintlich "kleinen" Steuerdateien!
Und noch etwas: Achten Sie darauf, daß die Verzeichnisse \WINDOWS und \WINDOWS\SYSTEM niemals während des Betriebs umbenannt wird. Sie könnten sonst Windows nicht mehr verlassen und vermutlich auch beim nächsten Mal nicht mehr starten.
32 Bit-Power
Wenn Sie unter Windows 3.1 im erweiterten 386 Modus arbeiten, können Sie Ihren DOS-Programmen mit dem "32 Bit Zugriff" Beine machen - vorausgesetzt, daß Ihr PC dazu in der Lage ist. Das wollen wir als erstes herausfinden.
Rufen Sie im Programm-Manager aus dem Hilfe-Menü den Punkt "Info..." auf. Findet sich im unteren Viertel es Fensters der Hinweis "erweiterter Modus für 386-PC", sieht es schon einmal sehr gut aus. Starten Sie dann die "Systemsteuerung" aus der Hauptgruppe und wählen dort das Icon "386 erweitert". In dem nun offenen Fenster klicken Sie auf den Button "virtueller Speicher..." und wählen im nächsten Fenster "Ändern". Das Fenster vergrößert sich und gibt den Blick frei auf weitere Möglichkeiten. Erkennen Sie am unteren Rand ein Feld mit der Bezeichnung "32 Bit Zugriff benutzen", haben Sie gewonnen. Dieses Feld wird nämlich nur angezeigt, wenn Ihre Festplatte auch in der Lage ist, solche 32-Bit breiten Zugriffe vorzunehmen (hängt vom Controller ab). Handelt es sich bei Ihrem PC um ein Desktop-Gerät (d.h. kein Laptop oder Notebook), können Sie das 32-Bit Kontrollfeld getrost anklicken und die Änderung mit "OK" quittieren.
Windows benutzt von nun an ein anderes Speicherverfahren, das für deutlich mehr Geschwindigkeit sorgt und Ihnen gleichzeitig die Möglichkeit gibt, mehrere DOS-Anwendungen im Hintergrund laufen zu lassen - ohne Einbußen in der Leistung.
Passen Sie bei tragbaren Geräten auf, da Windows nicht feststellt, auf welchem Rechner es läuft, ob die Festplatte abgeschaltet wird. Für Notebooks (Stromsparfunktion) ist die 32-Bit Option daher tabu. Die Folgen könnten fatal sein! Ziehen Sie in allen Fällen sicherheitshalber ein Backup aller wichtigen Dateien Ihrer festen Platte, bevor Sie mit der 32-Bit Option experimentieren.
Hase oder Igel?
Manchmal hat man schon das Gefühl, daß Windows zum Start mehr Zeit braucht als früher. Ihr Eindruck muß nicht trügen, denn für langsames Hochfahren gibt es einige Ursachen:
1. Sie haben sehr viele Truetype-Schriften installiert. Windows lädt diese Zeichensätze, wenn es startet, und zwar jeden einzelnen. Das dauert natürlich seine Zeit. Binden Sie daher nur die Schriften ein, die Sie regelmäßig benötigen. Die Installierten Schriften sind in der WIN.INI aufgelistet. Kommentieren Sie die Zeilen in der Rubrik [FONTS] einfach aus, die nicht unbedingt notwendig sind.
2. Ihre SYSTEM.INI oder WIN.INI tragen überflüssigen Ballast mit. Viele Programme erweitern bei ihrer Installierung die beiden Steuerdateien um eigene Einträge. Wird die Software dann gelöscht, bleiben unter anderem diese Datenleichen erhalten, mit denen sich Windows unnötig aufhalten muß. Entfernen Sie die nicht mehr gebrauchten Zeilen mit irgend einem Editor oder greifen Sie zu einem Uninstall-Hilfsprogramm.
3. Windows sucht die Maus immer zuerst an COM1. Wenn Sie Ihren digitalen Nager an COM2 angeschlossen haben, wird er dort zwar gefunden, aber die Zeit zur Überprüfung von COM1 schägt zu Buche. Falls möglich, stecken Sie das Eingabegerät an COM1.
4. Vielleicht benutzt Windows eine temporäre Auslagerungsdatei. Dieses Swap-File muß bei jedem Start neu angelegt werden. Auch dies kostet Zeit. Stellen Sie in der Systemsteuerung eine permanente Auslagerungsdatei ein. Das ist allerdings nur möglich, wenn Ihre Festplatte mit einer Sektorgröße von 512 Byte arbeitet. Die Sektorgröße können Sie ggf. vom Hilfsprogramm MSD (im Windows-Lieferumfang) erfahren. Es darf nicht von Windows gestartet werden, auch nicht aus einem DOS-Fenster, sondern nur von der DOS-Ebene aus.
Blinkende Icons
Wenn eine zum Icon verkleinerte Anwendung auf dem Desktop plötzlich zu blinken beginnt, dann hat sie Ihnen etwas mitzuteilen. Klicken Sie doppelt auf das blinkende Symbol, dann erscheint eine Dialogbox, in der das Programm seine Wünsche kundtut.
Automatisch startende Makros
Ihnen ist die Möglichkeit, beim Starten von Windows bestimmte Programm automatisch ausführen zu lassen, noch nicht genug? Dann können Sie ganze Makros anlegen und - mit einem kleinen Trick - dafür sorgen, daß sie beim Start automatisch ausgeführt werden.
Zeichnen Sie mit Hilfe des Makro-Rekorders zunächst Ihr Makro auf. Denkbar wäre beispielsweise der Aufruf einer Textverarbeitung und dort "Datei/Öffnen", schon steht Ihrem Arbeitseifer nichts mehr im Weg. Windows meldet sich dann nach dem Hochfahren gleich mit dem Datei-Dialog.
Angenommen, das Makro trägt den Namen AUTO.REC und läßt sich mit der Taste F1 starten. Dann starten Sie Windows fortan einfach mit dem Befehl
WIN RECORDER.EXE -aF1 AUTO.REC
Diese Zeile könnten Sie auch ans Ende der AUTOEXEC.BAT stellen, dann werden Windows und das Makro direkt beim Einschalten des PCs gestartet. Beachten Sie dabei nur, daß Sie beim Aufzeichnen des Makros von einem auf Icon-Größe minimierten Programm-Manager ausgehen müssen.
Lahmes DOS-Fenster
Wenn die Darstellung im DOS-Fenster ruckelt, sinkt beim Anwender die Stimmung arg. Abhilfe ist wieder einmal durch eine kleine Änderung in der SYSTEM.INI möglich: Suchen Sie in der Rubrik [386Enh] die Zeile "WindowsUpdateTime=50" und setzen Sie statt der 50 den Wert 200 ein. Dieser Wert stellt nämlich nicht wie in der Textdatei SYSINI3.TXT behauptet wird die Millisekunden dar, die zwischen zwei Updates des DOS-Fensters vergehen. Je höher dieser Wert ist, desto häufiger wird das DOS-Fenster von Windows aktualisiert.
Datei-Manager à la Norton
Wer den Datei-Manager von Windows 3.1 im Stil des guten alten Norton-Commanders einzurichten, geht so vor: Zwei Verzeichnisfenster öffnen (Befehl "Fenster/Neues Fenster"), dann "Fenster/Nebeneinander" anklicken und dabei die UMSCH-Taste gedrückt halten. Das ist wichtig, damit Windows beide Fenster nebeneinander, nicht untereinander anordnet.
Schnelle Dateiauswahl
Um im Datei-Manager von Windows mehrere Dateien auf einen Schlag zu markieren, halten Sie entweder die STRG-Taste gedrückt, während Sie die einzelnen Files mit der Maus anklicken, oder Sie klicken zunächst nur auf eine Datei, betätigen dann die UMSCH-Taste (SHIFT) und wählen gleichzeitig eine zweite Datei unter der ersten. Dadurch markiert das Programm alle Files, die zwischen den beiden angeklickten liegen, die beiden Grenzen eingeschlossen. Die selektierten Files lassen sich anschließend in einem "Rutsch" mit der Maus kopieren bzw. verschieben oder auch mit DEL löschen.
Idiotensichere Doppelklicks
Oft passiert es, daß Windows einen Doppelklick nicht als solchen erkennt. Eine Ursache dafür kann die in der Systemsteuerung zu hoch eingestellte Geschwindigkeit für Doppelklicks sein. Es kann aber auch die Tatsache schuld sein, daß der Mauszeiger zwischen zwei Klicks nur um vier Pixel bewegt werden darf. Abhilfe schafft eine Änderung in der Sektion [Windows] von WIN.INI:
DoubleClickHeight=6
DoubleClickWidth=6
Nun können Sie die Maus zwischen zwei Klicks um sechs Pixel bewegen, ohne daß Windows Sie mißversteht. Als besonders nützlich hat sich diese Änderung bei Verwendung eines druckempfindlichen Grafiktabletts erwiesen: Mit dem Stift fällt das Doppelklicken nochmals deutlich schwerer. In diesem Fall hat sich der Wert 10 für beide Parameter bewährt.
Start-Probleme eingrenzen
Sollten beim Start von Windows Probleme auftreten, ist es möglich, die Startprozedur genau protokollieren zu lassen. Dazu starten Sie Windows mit dem Parameter /B:
WIN /B
Dann wird beim Hochfahren eine Datei "BOOTLOG.TXT" im Verzeichnis \WINDOWS erzeugt, in der zu jeder gelesenen Systemkomponente eine entsprechende Meldung erzeugt wird. Eine typische Bootlog-Datei könnte so aussehen (Ausschnitt):
[boot]
LoadStart=ATMSYS.DRV
LoadStart=SYSTEM.DRV
LoadSuccess=SYSTEM.DRV
LoadSuccess=ATMSYS.DRV
LoadStart=KEYBOARD.DRV
LoadSuccess=KEYBOARD.DRV
Sollte Windows während der Startphase abstürzen, läßt sich - unter DOS - anhand der Bootlog-Datei nachvollziehen, bei welcher Systemkomponente der Fehler aufgetreten ist. Dazu laden Sie BOOTLOG.TXT in einen beliebigen Texteditor und springen an das Ende des Files. Dort können Sie sehen, welcher Ladevorgang zwar mit LoadStart begonnen wurde, jedoch nicht mit LoadSuccess erfolgreich abgeschlossen. Die Komponente, deren Name hinter dem letzten LoadStart steht, hat vermutlich den Absturz verursacht. Um den Fehler zu korrigieren, könnte man versuchen, diese Komponente durch eine neue Kopie der entsprechenden Datei von den Windows-Originaldisketten zu ersetzen, die jedoch im Allgemeinen noch entpackt werden muß (Hilfsprogramm EXPAND).
Datei-Manager als Windows-Shell
Wenn Sie den Programm-Manager, der beim Start von Windows automatisch erscheint, nur dazu benutzen, den für Sie angenehmer zu bedienenden Datei-Manager zu starten, können Sie ersteren auch eliminieren. Öffnen Sie dazu die SYSTEM.INI und ändern in der Sektion [BOOT] den Shell-Eintrag in
Shell=WINFILE.EXE
Von nun an wird beim Windows-Start der Dateimanager anstelle des Programm-Managers aufgerufen. Sollten Sie den Progman doch einmal brauchen, können Sie im Dateimanager einfach doppelt auf die Datei PROGMAN.EXE des Windows-Verzeichnisses klicken.
FILETS und BUFFERS
In der CONFIG.SYS von MS-DOS befinden sich in der Regel die Einträge FILES= und BUFFERS=. Der Wert nach FILES bestimmt, wie viele Dateien gleichzeitig offen sein können. BUFFERS gibt die Anzahl der Pufferspeicher an, die DOS beim Laden und Speichern verwendet. Die optimale Einstellung dieser Werte hat schon bei so manchem Windows-Anwender zu Nervenzusammenbrüchen geführt. Eine klare Antwort, welche Werte optimal sind, gibt es nicht. Diese Angaben hängen auch erheblich von Ihrer Rechner-Konfiguration ab und von der Arbeitsweise: Welche Programme und Anwendungen laufen parallel. Allerdings gelten einige Richtwerte: FILES sollte einen Wert über 50 besitzen, bei BUFFERS genügen etwa 10, falls Sie ein Cache-Programm wie beispielsweise Smartdrive einsetzen. Andernfalls sollte für BUFFERS ein Wert um 30 gesetzt werden.
Bei Windows macht sich vor allem die FILES-Einstellung bemerkbar. Wenn Sie viele Truetype-Schriften verwenden, sollte die Anzahl eher üppig bemessen sein.
Kreisförmigen Rahmen bei AmiPro erzeugen
Mit folgendem Trick erzeugen Sie bei dem Textprogramm AmiPro unter Windows einen runden Rahmen: Generieren Sie einfach einen quadratischen Rahmen und stellen die Eckenrundungen mit der Option "Abgerundet" auf 100 - fertig.
Geschützte Leerzeichen bei AmiPro
Unschön ist es, wenn der automatische Zeilenumbruch bei AmiPro an Stellen zuschlägt, wo er unerwünscht ist, beispielsweise in Zeichenketten wie DM 1.000,00. Das Wort DM soll nicht von der Zahl getrennt werden. Erreichen läßt sich das durch ein "hartes" Leerzeichen, das nach STRG Leertaste erscheint. Diese Zeichenkombination hat jedoch noch eine weitere praktische Eigenart: Sie ist auch vom Ausgleich mit Leerzeichen zwischen den Wörten ausgenommen, die den Blocksatz erzeugt.
AmiPro auf der Suche nach "*" und "?"
Bei der Suchfunktion von AmiPro dürfen - wie auch unter DOS - die Platzhalter "*" und "?" eingesetzt werden. Was aber, wenn genau nach einem dieser Zeichen gesucht werden soll? Dann setzen Sie das Fragezeichen oder den Stern einfach in spitze Klammern - schon werden sie als normale Zeichen und nicht als Platzhalter behandelt.
Frühjahrsputz - Windows entrümpeln
Wenn der Platz auf Ihrer Festplatte allmählich eng wird, dann wird es Zeit, das Windows-Verzeichnis mit Hilfe des Setup-Programms abzuspecken. Dort lagern nämlich Hunderte von KByte unnötiger Hilfe-, Bitmap- und anderer Zusatzdateien. Zum Entfernen dieser Dateien rufen Sie das Programm "Windows Setup" aus der Hauptgruppe des Programm-Managers auf. Wählt man dort "Optionen/Hinzufügen/Entfernen von Komponenten", öffnet sich ein Dialofenster, in dem alle auf Ihrer Platte gespeicherten Bestandteile von Windows aufgeführt sind.
Gefahrlos lassen sich die Komponenten mit den Bezeichnungen "README-Dateien", "Spiele", "Bildschirmschoner", "Bildschirmhintergründe, Versch." eliminieren. Klicken Sie einfach auf die entsprechenden Kästchen, und löschen Sie die Markierung.
Wenn Sie sich mit Windows gut genug auskennen, um auf die diversen Hilfstexte verzichten zu können, entfernen Sie auch diese Files. Klicken Sie dazu auf den "Dateien..."-Button hinter der Zubehör-Komponente. Eine Liste erscheint, in der auch diverse Einträge zu finden sind, die mit "Hilfe zu..." bezeichnet sind. Markieren Sie diese Einträge, klicken Sie auf "Entfernen" und bestätigen anschließend mit "OK".
Im Hauptfenster bestätigen Sie ebenfalls mit "OK" und schließen dann das Setup-Programm mit "Datei/Beenden".
Löschen ohne Fragerei
Gerade bei größeren Aufräumaktionen sind die ständigen Rückfragen des Dateimanagers nervtötend: "Wollen Sie die Datei BLUBB.BLA wirklich löschen?". Die Nervensäge verstummt, wenn Sie im Dateimanager unter "Optionen" den Eintrag "Bestätigen..." wählen und im Feld "Löschen von Dateien" deselektieren. In dieser Dialogbox könnten Sie auch die Rückfragen für andere Aktionen des Managers ein- oder eben ausschalten.
DOS immer im Fenster
Windows schaltet beim Start eines DOS-Programms gewöhnlich in den Vollbild-Modus, was aber nicht immer erwünscht ist. Um das zu ändern, öffnen Sie von der Oberfläche aus den PIF-Editor (Hauptgruppe). Hier wählen Sie im Menü DATEI den Punkt ÖFFNEN. Laden Sie DOSPRMPT.PIF. Klicken Sie auf den Schalter "Fenster" und speichern die PIF-Datei wieder. Bereits beim nächsten Aufruf eines DOS-Programms oder der DOS-Eingabeaufforderung wird MS-DOS in einem Fenster ausgeführt.
Wenn es Ihnen auf hohe Arbeitsgeschwindigkeit ankommt, sollten Sie DOS-Anwendungen dagegen grundsätzlich in voller Bildschirmgröße laufen lassen. Dadurch ersparen Sie Windows komplizierte und zeitintensive Grafik-Berechnungen.
Neue DOS-Icons
Wenn Ihnen das Icon langweilig geworden ist, das unter Windows DOS-Anwendungen kennzeichnet, dann ändern Sie es doch einfach. Ab Windows 3.1 markieren Sie das Symbol, das geändert werden soll, und öffnen die "Programmeigenschaften" (Tasten ALT ENTER). Klicken Sie "Anderes Symbol" an, im nächsten Fenster "Durchsuchen" und geben dann im Eingabefeld "Dateiname" entweder "MORICONS.DLL" oder "PROGMAN.EXE" ein. Insbesondere die Bibliothek MORICONS.DLL enthält jede Menge schöne Piktogramme zur freien Auswahl. Markieren Sie das gewünschte neue Symbol und bestätigen die Auswahl mit "OK" - fertig.
Temporärdateien beschleunigen
Gerade die Festplatten-Zugriffe sind unter Windows sehr zeitintensiv. Größtenteils werden temporäre Dateien bearbeitet, Files also, in denen Windows nur vorübergehend Daten zwischenspeichert. Die Geschwindigkeit dieses ständigen Lesens und Schreibens hängt erheblich von der Schnelligkeit des verwendeten Datenträgers ab. Da in der AUTOEXEC.BAT ohnehin per TMP= bzw. TEMP= darüber verfügen können, wohin die temporären Files gelangen, liegt es nahe, hier wirklich das schnellste zur Verfügung stehende Medium einzusetzen - und das ist auf dem PC immer noch der RAM-Speicher.
Wir könnten also eine Ramdisk einrichten, ein im RAM simuliertes Laufwerk. Das macht aber nur dann Sinn, wenn Sie in Ihrem Computer über wenigstens 8 MByte RAM verfügen.
Um ein solches Laufwerk mit beispielsweise 512 KByte Kapazität einzurichten - das reicht in den meisten Fällen - tragen Sie zunächst folgende Zeile in die CONFIG.SYS ein:
DEVICE=C:\DOS\RAMDRIVE.SYS 512 /E
DOS weist diesem Laufwerk automatisch den nächsten freien Kennbuchstaben zu - bei einem System mit zwei Disk-Drives A: und B: sowie einer festen Platte C: wäre das die Kennung D:. Mit diesem "neuen" Laufwerk können Sie genauso arbeiten wie mit den drei physikalisch existierenden.
Jetzt müßten Sie noch in der AUTOEXEC.BAT folgende Zeilen einfügen, um Windows mitzuteilen, daß es seine temporären Dateien im RAM speichern soll:
TEMP=D:\
TMP=D:\
Sollte Ihre RAM-Disk nicht mit D: bezeichnet sein, müssen Sie die Laufwerksangabe entsprechend ändern. Zu Schluß sollten Sie Ihren PC und Windows neu starten, damit die Änderungen in den beiden Steuerfiles wirksam werden.
Der enorme Geschwindigkeitsvorteil wird Ihnen sofort auffallen. Beachten Sie aber, daß er den Nachteil hat, der bei Verwendung einer RAM-Disk unvermeidbar ist: Ihr Inhalt geht spätestens beim Abschalten des PCs für immer unwiderruflich verloren. Falls Windows einmal aussteigen sollte, besteht also nicht mehr der "Schleichweg", den PC neu zu starten und dann im TEMP-Verzeichnis der Festplatte nach Resten der bearbeiteten Dokumente zu suchen. Im Normalfall, wenn Windows störungslos arbeitet, sind jedoch keine Einschränkungen zu erwarten.
Vorsicht mit Stacker-Software
Stacker-Programme kommen dann zum Einsatz, wenn der Platz auf der Festplatte eng wird - sie komprimieren die auf der Platte gespeicherten Daten und schaffen so weitere Kapazität. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Sie gleichzeitig mit Windows 3.1 arbeiten wollen: Auf einer "gestackten" Platte ist es nämlich nicht möglich, eine sogenannte "Swap-Datei" anzulegen, in der Windows nicht dauernd benötigte Daten vorübergehend auf Festplatte ablegt (TMP-Files). Dies gilt für temporäre wie auch für permanente Auslagerungsdateien.
Kritisch ist das deshalb, weil Windows ohne seine Auslagerungsdateien enorme Performance-Verluste beschert. Sie bezahlen die gewonnene Kapazität auf der Festplatte mit einer insgesamt geringeren Leistungsfähigkeit des Windows-Systems.
Sinnvoller ist es daher meistens, die Festplatte einmal genauer unter "unter die Lupe" zu nehmen. Meistens finden sich doch noch irgend welche Programme, die man irgend wann einmal installiert hat und die eigentlich nicht mehr benutzt werden. Wenn dann die Installationsdisketten auch noch auffindbar sind (Sie arbeiten doch nicht mit Schwarzkopien, oder?) können Sie solche Datenleichen getrost löschen.
Windows ohne Ballast
Sie legen keinen Wert auf Hintergrundbilder, Startlogos oder anderen Schnickschnack, sondern möchten möglichst viel Speicher zur Verfügung haben, um die Performance zu steigern. Wie bekannt ist, läßt sich Windows mit dem Befehl
WIN :
(Leerzeichen vor dem Doppelpunkt) starten, dann erscheint das Startlogo nicht. Hier kommt der ultimative Abspeck-Tip: Werfen Sie konsequent auch den Code aus dem Speicher, der für die Verwaltung und Darstellung der bunten Spielereien zuständig ist!
Im Systemverzeichnis \WINDOWS\SYSTEM von Windows finden Sie die Datei WIN.CNF. Kopieren Sie diese Datei ins Hauptverzeichnis \WINDOWS, und benennen Sie sie dort in W.COM um. Ab sofort aktivieren Sie Windows mit einem knappen "W ENTER". Das "neue" Windows wird nun schneller geladen, und Sie sparen auch noch Speicherplatz, da W.COM nur etwa halb so groß ist wie WIN.COM. Der Unterschied macht immerhin etwa 30 KByte aus.
Inhaltsverzeichnis drucken
Haben Sie auch schon einmal versucht, unter Windows den Inhalt eines Ordners zu Papier zu bringen, und haben dann nach einigen Versuchen lieber schnell wieder nach DOS gewechselt? Tatsächlich ist im Dateimanager keine Druckfunktion für diesen Zweck vorgesehen. Mit einem kleinen Kniff geht es aber doch: Sie wählen im Datei-Manager im Datei-Menü den Eintrag "Ausführen" und geben dann folgende Zeile ein:
COMMAND.COM /C DIR >LPT1
Damit wird der DIR-Befehl von DOS ausgeführt und der Inhalt des aktuellen Verzeichnisses an die Druckerschnittstelle LPT1 (Line-Printer) geschickt. Soll ein anderes als das aktuelle Verzeichnis niedergeschrieben werden, geben Sie einfach noch die Pfadangabe (Beispiel: C:\ORDNER) an:
COMMAND.COM /C DIR {Pfad} >LPT1
Dieser Tip funktioniert nicht, wenn Sie eine PIF-Datei mit der Bezeichnung COMMAND.PIF angelegt haben.
TMP-Entsorgung
Temporäre Dateien *.TMP werden von vielen Programmen auch unter Windows benutzt und im Normalfall nach der Beendigung auch wieder gelöscht. Und doch kommt es vor, daß zum Beispiel wegen eines Absturzes oder einer anderen unvorhergesehenen Beendigung von Windows einige verwaiste TMP-Dateien, die durchaus einige MByte umfassen können, übrig bleiben. Da bei der Installation von Windows das Verzeichnis \DOS als "virtuelle Müllkippe" angegeben wird, wo kaum ein Windows-Anwender jemals hineinschaut, sammelt sich im Laufe der Zeit immer mehr Müll in diesem Ordner an. Irgendwann läuft dann die Festplatte über.
Beugen Sie vor, indem Sie ein Verzeichnis mit dem Namen TEMP anlegen und in der AUTOEXEC.BAT die Zeile
SET TEMP=C:\TEMP
einfügen. Sie lenkt die temporären Dateien von Windows in dieses Verzeichnis um. Dort können Sie nun von Zeit zu Zeit nachsehen und ggf. überflüssige Dateien löschen - aber niemals während Windows läuft! Der Vorgang läßt sich auch automatisieren, indem man beispielsweise in der AUTOEXEC.BAT eine Zeile wie
DEL C:\TEMP\*.TMP
einbaut. Nachteil der automatischen Entsorgung: Ist Windows abgestürzt, können sich im TEMP-Verzeichnis beispielsweise noch einige ungesicherte Dokumente befinden, die man unter Umständen noch hätte retten können. Das automatische Löschen wäre das Todesurteil für diese Files.
Rohstoffe sparen
Auch auf Ihrem PC sollten Sie daran denken, die Ressourcen zu schonen. Hier einige Tips dazu:
- Öffnen Sie nur so viele Fenster, wie Sie unbedingt benötigen. Ein offenes Fenster verschlingt zwei Prozent des Speichers.
- Leeren Sie in regelmäßigen Abständen die Zwischenablage. Dort gelagerte Informationen verbrauchen mit der Zeit eine Menge Speicher: Kleinvieh macht auch Mist. Zum Ausmisten der Zwischenablage wird diese geöffnet. Im Menü "Bearbeiten" aktiviere man "Löschen" oder betätige einfach die DEL-Taste (Entf).
- Verzichten Sie auf Hintergrundbilder, vor allem dann, wenn Sie sowieso wenig Speicher übrig haben.
- Im Regelfall reicht auch die Auflösung von 16 Farben völlig aus. Probieren Sie es mal aus und sparen Sie auf diese Weise wertvolle Systemressourcen.
- Benutzen Sie einen Software-Cache wie beispielsweise Smartdrive oder Hyperdisk. Dann können Sie in der CONFIG.SYS den Wert bei BUFFERS auf 10 setzen. Jeder weitere Puffer schlägt mit etwa 532 Byte Speicherabzug zu Buche.
- Halten Sie nur so viele Applikationen offen, wie Sie wirklich benötigen. Auch in symbolischer Form beanspruchen Programme noch einen großen Batzen Ihres kostbaren Speichers.
Datei ruft Programm
Manche Dateien sind mit einem Programm "verknüpft": Führt man einen Doppelklick auf das Datei-Symbol aus, startet Windows das entsprechende Programm und übergibt den Namen der angeklickten Datei. Sehr praktisch ist das zum Beispiel, wenn Sie mit einer Textverarbeitung schreiben: Sie klicken beispielsweise Ihre Brief-Datei an, ohne genau zu wissen, mit welchem Programm sie geschrieben wurde. Windows lädt und startet automatisch zum Beispiel AMI PRO, wo der Brief bereits bereitgestellt wird.
Sie können solche Verknüpfungen selbst herstellen und auch wieder löschen: Öffnen Sie dazu den Datei-Manager und wählen Sie eine Datei aus, die mit einer Applikation verknüpft werden soll. Wählen Sie im Menü "Datei" die Funktion "Verknüpfen" und betätigen Sie dann im Dialogfeld den Knopf "Durchsuchen". Über das Dateiauswahl-Dialogfeld suchen Sie das Programm aus, mit dem verkettet werden soll. Nachdem Sie die Dialogbox mit "OK" wieder verlassen haben, werden Sie feststellen, daß sich das Symbol der selektierten Datei von einer weißen Fläche zum beschriebenen Blatt gewandelt hat: Damit ist die Verknüpfung hergestellt. Beachten Sie, daß diese für alle Files mit der gleichen Endung wie die eben behandelte gilt.
Um eine Verknüpfung zu löschen, müßten Sie die entsprechende Datei selektieren, "Verknüpfen/Dialog" aufrufen und die Zeile mit dem Programmnamen löschen.
Maustreiber nachträglich installieren
Falls bei der Installation von Windows keine Maus vorhanden und angeschlossen war, hat das Installationsprogramm (Setup) den DOS-Maustreiber nicht in Ihrem System installiert. Falls Sie die Maus jetzt erst unter dem Weihnachtsbaum gefunden haben und gern auch unter Windows nutzen möchten, brauchen Sie nicht das gesamte System neu zu installieren. Man kann diesen Treiber nachträglich einbinden. Und das geht so:
Kopieren Sie die Files MOUSE.CO_ und MOUSE.SY_ von der Original-Windows-Diskette Nummer 4 in Ihr Windows-Verzeichnis. Wechseln Sie anschließend in dieses Verzeichnis und geben dann auf DOS-Ebene (!) die folgenden Befehle ein:
EXPAND MOUSE.CO_ MOUSE.COM
EXPAND MOUSE.SY_ MOUSE.SYS
Der "_" ist der Unterstrich ("Underscore"). Damit werden die beiden komprimierten Dateien entpackt und gespeichert. Die Quelldateien können anschließend gelöscht werden.
Zum Schluß müssen die Treiber in Ihrem System angemeldet werden. Dazu dient der Eintrag
DEVICE=C:\WINDOWS\MOUSE.SYS /Y
in der CONFIG.SYS. Er geht davon aus, daß der Pfad zu Ihrem Windows-Verzeichnis der Standardeinstellung entsprechend C:\WINDOWS ist. Sollte dies nicht der Fall sein, ändern Sie die Angabe entsprechend.
Starten Sie den PC neu, wird der DOS-Treiber automatisch geladen und steht nun sowohl unter DOS wie auch in Windows in DOS-Fenstern zur Verfügung.
Systemressourcen mobilisieren
Bestimmt haben Sie auch schon einmal die frustrierende Fehlermeldung gelesen, in der Windows mitteilt, daß für den Start einer bestimmten Anwendung nicht mehr genügend freier Speicher übrig sei. Seltsam, denken Sie, wo der PC doch 8 MByte RAM enthält. Gemeint ist nicht der physikalische Speichervorrat, sondern eine Gruppe von insgesamt drei Speichersegmenten zu je 64 KByte. Sie werden "System-Ressourcen" genannt. Hierin werden Operationen wie Ein/Ausgabe über Maus und Tastatur oder Bildschirm und Drucker kontrolliert.
Wählen Sie im Dateimanager die Funktion "Info..." des Hilfe-Menüs, um herauszufinden, wieviel Prozent der Ressourcen noch frei sind. In der untersten Zeile des sich öffnenden Fensters steht der gesuchte Wert, beispielsweise
Systemressourcen: 75% frei
Sinkt dieser Wert unter etwa 30%, sollten Sie schnellstens einige nicht benötigte Fenster schließen. Hilft auch das nicht, werden Sie nicht darum herumkommen, Windows völlig zu verlassen und besser neu zu starten. Hilfreich kann auch schon das Abschalten des eventuell angezeigten Hintergrund-Bildes sein. Gerade wenn es sich dabei um große Bitmaps mit vielen Farben handelt, belegen diese Grafiken schon mal einige Hundert KByte des Arbeitsspeichers und wertvolle System-Ressourcen.
Makro-Rekorder: Undokumentierte Funktion
Mit dem Windows-Makrorekorder lassen sich Tastatur- und Mausereignisse aufzeichnen und abspielen. Obwohl dieses praktische Utility den Windows-Alltag erheblich vereinfacht, benutzen nur wenige Anwender das Tool. Für alle, die diese zeitsparende Hilfe gern einsetzen, haben wir hier einen sehr interessanten Tip: Laden Sie eine Makro-Datei (*.REC) und wählen im Makro-Menü den Eintrag "Eigenschaften". Normalerweise können Sie nun einige Parameter des Makros verändern bzw. einsehen. Halten Sie jedoch bei der Auswahl des Menüpunktes die SHIFT-Taste gedrückt (Umschalttaste), erscheint ein Fenster, in dem alle Aufzeichnungen detailliert aufgelistet sind. Eventuelle Fehler, die sich ins Makro eingeschlichen haben könnten, lassen sich jetzt ganz leicht aufspüren und beseitigen. Diese nützliche Funktion wurde von Mikrosoft nicht dokumentiert.
Probleme mit Disketten
Sehr wichtige Daten sind auf Ihrer Diskette gespeichert. Das darf natürlich nicht ungestraft bleiben: Gerade jetzt läßt sich die Floppy nicht mehr lesen. Möglicherweise ist Smartdrive der Verursacher für diese Probleme: Dann nämlich, wenn das Cache-Hilfsprogramm Smartdrive zur Pufferung der Diskettenlaufwerke angewiesen wurde. "Pufferung" klingt nützlich, ist es aber nicht immer, beispielsweise bei Disketten nicht. Während ein Lese-Cache lediglich einmal von dem Laufwerk gelesene Daten im Speicher puffert, um sie ggf. erneut und dann wesentlich schneller zur Verfügung stellen zu können, hält ein Schreib-Cache die auf einen Datenträger (Diskette, Festplatte) zu schreibenden Daten noch einige Sekunden zurück, bis der Prozessor für die Speicherung Kapazitäten frei hat. Der Schreibvorgang erfolgt für den Anwender augenscheinlich schneller. Das kann aber beim Schreiben auf Disketten kritisch werden: Es besteht die Gefahr, daß der Anwender die Diskette aus dem Laufwerk zieht, noch bevor der Cache den verzögerten Schreibvorgang beendet hat. Datenverlust wäre die Folge.
Abhilfe schafft eine Änderung in der AUTOEXEC.BAT-Steuerdatei: Stellen Sie den Smartdrive-Parametern die Zeichenfolge "A- B-" voran. Damit kümmert sich Smartdrive nicht mehr um Ihre Disketten und eine Störquelle ist versiegt. Der Aufruf sähe also beispielsweise folgendermaßen aus:
C:\WINDOWS\SMARTDRV.EXE A- B-
Dennoch können Sie - wenn Sie sich der damit verbundenen Risiken im Klaren sind - den Schreibcache auch die Floppy-Laufwerke aktivieren. Dann schreiben Sie hinter den betreffenden Laufwerksbuchstaben (A und/oder B) ein Pluszeichen.
Smartdrive gibt auf Wunsch auch Auskunft über die derzeit durchgeführte "Cachierung". Der Befehl
SMARTDRV
reicht schon. In der ersten Spalte der zu sehenden Tabelle sind alle Laufwerke Ihres Computers aufgelistet, dahinter steht, ob der Cache für dieses Drive nur beim Lesen (grundsätzlich gefahrlos möglich) oder auch beim Schreiben aktiv ist. Für Festplatten sollten beide Aktionen mit "Ja" markiert sein, bei Diskettenlaufwerken steht im Allgemeinen nur beim Lesen das "Ja". Die letzte Spalte ist in diesem Zusammenhang ohne Bedeutung.
Ungenaue Windows-Uhr
Nach längerem Arbeiten in einem DOS-Fenster kann es passieren, daß die Windows-Uhr nachgeht. Für Anwender, die auf eine genaue Zeitangabe angewiesen sind, kann dies durchaus zum Problem werden. Abhilfe schafft ein weiteres Mal eine kosmetische Korrektur in der SYSTEM.INI-Datei: Ändern Sie im Abschnitt [386Enh] die Zeile
SyncTime=FALSE
in
SyncTime=TRUE
um. Windows gleicht nun seine Zeit in regelmäßigen Abständen mit der Systemzeit des PCs ab.
Autostart - Nein Danke!
Seit der Version 3.1 besteht die Möglichkeit, ständig benötigte Windows-Programm in der "Autostart-Gruppe" unterzubringen. Diese Applikationen werden beim Start von Windows ebenfalls automatisch gestartet. Das ist normalerweise recht sinnvoll, stört aber, wenn man Windows nur einmal kurz aufrufen möchte, ohne den Wust von Autostart-Software zu starten - das kostet dann nämlich unnötig Zeit.
Zum Glück ist die Abhilfe sehr leicht: Wenn Sie während des Starts von Windows, während das Logo angezeigt wird, die Umschalt-Taste gedrückt halten, berücksichtigt Windows die Autostart-Abteilung nicht.
DOS auf Tastendruck
Geht es Ihnen so wie dem Autor dieses Artikels? Sie können sich trotz grafischer Windows-Oberfläche noch nicht so recht vom guten alten DOS-Prompt trennen? Dann werden Sie sich auch schon darüber geärgert haben, daß man nicht einfach auf Tastendruck zwischen DOS und Windows umschalten kann. Probieren Sie doch einfach einmal folgenden Trick aus: Fügen Sie in die Sektion [Boot] in SYSTEM.INI die Zeile
TASKMAN.EXE=GOTODOS.BAT
ein. Erzeugen Sie dann in Ihrem Windows-Verzeichnis eine Batchdatei mit dem Namen GOTODOS.BAT, die nur eine Zeile
@C:\COMMAND.COM
enthält. Wenn Sie jetzt Windows neu starten, dann haben Sie zwar keinen direkten Zugriff mehr auf den ohnehin nutzlosen Task-Manager - für den können Sie sich zur Not ein Symbol in der Hauptgruppe anlegen. Dafür stehen Ihnen ab jetzt jedoch folgende Hotkeys zur Verfügung:
- Wann immer Sie die Tasten STRG ESC drücken, öffnet Windows blitzschnell einen DOS-Task, egal, in welcher Anwendung Sie sich zuvor befanden.
- Gleiches passiert, wenn Sie mit der Maus doppelt auf eine freie Fläche des Bildschirms klicken.
- Und wenn Sie dann in einem DOS-Task sind und feststellen, daß Sie eigentlich noch eine zweite oder dritte DOS-Maschine bräuchten, öffnen Sie mit STRG ESC einfach weitere DOS-Tasks.
Die Rückkehr zu Windows ist mit dem EXIT-Befehl möglich.
Autostart-Reihenfolge vorgeben
Oft kann es nützlich sein, die Reihenfolge, in der Windows die Anwendungen aus der Autostart-Gruppe ausführt, zu beeinflussen: Beispielsweise dann, wenn eine bestimmte Applikation immer oben zu liegen kommen soll. Das geht ganz einfach, die Anwendungen werden nämlich immer in der Reihenfolge abgearbeitet, in der sie in dem Autostart-Fenster untergebracht sind. Die Form dieses Fensters sollte daher ggf. so verändert werden, daß alle Dateien neben- oder untereinander stehen. Aktivieren Sie nun das automatische Anordnen aus dem Optionen-Menü, lassen sich die Icons einfach mit der Maus sortieren, wobei sich so automatisch die Abarbeitungs-Reihenfolge ab dem nächsten Windows-Start ergibt. Die Icons werden von Windows automatisch präzise plaziert.
Man kann bei dieser Gelegenheit zudem vorgeben, daß bestimmte Autostart-Programme lediglich als Icons, nicht als Fenster angelegt werden. Markieren Sie die Piktogramme der betreffenden Programme mit der Maus, wählen dann den Befehl Datei/Eigenschaften und klicken nun im sich öffnenden Fenster den Punkt "Als Symbol" an. Abschließend sollten Sie die Tasten Umschalt/ALT/F4 gleichzeitig drücken, damit alle vorgenommenen Änderungen auch dauerhaft gespeichert werden.
Werfen Sie die Gebrauchsanweisung weg!
Und wieder haben wir einen unbekannten Schalter in der INI-Datei für Sie gefunden!
Für Anwender, die DOS-Fenster unter Windows aufrufen, mag die lange Erklärung zum Umgang mit dem DOS-Fenster ("Verlassen mit EXIT" und so weiter) spätestens nach dem fünften Arbeitsgang langweilig und störend sein. Diese Belehrung kann mit dem Eintrag
DOSPromptExitInstruc=no
in der Abteilung [386Enh] der Datei SYSTEM.INI abgeschaltet werden.
Windows und die Festplatte
Häufig brauchen Festplattenzugriffe von in Fenstern ausgeführten DOS-Programmen länger, als wenn Sie die Software unter DOS gestartet hätten. Dies liegt unter anderem daran, daß Schreib- und Lesezugriffe an den Dateimanager gemeldet werden. Diese "Petzerei" können Sie leicht unterbinden. Dazu fügen Sie in SYSTEM.INI im Bereich [386Enh] diese Zeile an:
DateienysChange=Off
bzw. setzen die Variable auf OFF, falls die Zeile schon vorhanden ist. Die Sache hat natürlich einen kleinen Haken: Wenn Sie mit dem Dateimanager und einer DOS-Applikation parallel arbeiten, müssen Sie die Verzeichnisstruktur von Hand anpassen. Verwenden Sie dazu die F5-Taste.
Windows benutzt nicht die DOS-Routinen, um auf die Festplatte zuzugreifen, sondern arbeitet mit eigenen, optimierten Routinen. Der Geschwindigkeitsvorteil wird mit teilweiser Inkompatibilität zu "exotischen" Platten erkauft. Mit einer kleinen Änderung in SYSTEM.INI kann man Windows den Verzicht auf seine eigenen Plattentreiber auferlegen:
VirtualHDIrq=OFF
Windows benutzt ab jetzt nur noch die BIOS-Routinen. Anwender des alternativen Speichermanagers "Qemm" müssen diese Änderung ebenfalls durchführen. Sind Sie nicht sicher, ob Ihre Plattenprobleme mit den Windows-Routinen zusammenhängen, sollten Sie Windows mit dem Parameter /D:v starten. Auch das bewirkt, daß Windows die BIOS-Treiber verwendet.
Einmal DOS und zurück
Texte und Zahlen lassen sich auch in Windows in DOS-Anwendungen übernehmen. Markieren Sie dazu in der Windows-Software die entsprechenden Daten und kopieren sie in die Zwischenablage. Rufen Sie dann die gewünschte DOS-Applikation auf, bewegen den Cursor an die Stelle, an der eingefügt werden soll, und schalten mit ALT ENTER in die Fensterdarstellung um. Nun öffnen Sie das System-Menü des Fensters, wählen zunächst den Befehl "Bearbeiten" und dann "Einfügen".
Umgekehrt ist es auch nicht weiter schlimm: Aus DOS-Anwendungen lassen sich Texte und Zahlen in Windows-Programme kopieren. Man rufe die entsprechende DOS-Anwendung auf, schalte mit ALT ENTER in die Fensterdarstellung um und wähle im System-Menü des Fensters "Bearbeiten/Markieren". Danach werden die gewünschten Daten markiert (mit der Maus) und die Prozedur mit der ENTER-Taste abgeschlossen. Windows kopiert die markierten Daten dann in die Zwischenablage, von wo sie sich in jedes Windows-Dokument einfach per "Bearbeiten/Einfügen" einbauen lassen.
ALT-Taste in DOS-Programmen
Manche DOS-Programme haben, wenn Sie unter Windows laufen, Probleme mit der ALT-Taste. Das liegt daran, daß Windows nur sehr wenig Zeit zwischen der Bearbeitung eines ALT-Interrupts und eines Tastaturinterrupts läßt - nämlich nur 0,005 Sekunden. Um diesen Wert zu erhöhen, öffnen Sie die Datei SYSTEM.INI mit einem Texteditor und suchen dort die Sektion [386Enh]. Dort findet sich der Eintrag AltKeyDelay=. Erhöhen Sie den Wert hinter dem Gleichheitszeichen und starten Windows anschließend neu. Jetzt haben auch DOS-Anwendungen keine Probleme mehr damit, ALT-Tastenkombinationen auszuwerten.
Kleinere Symbolabstände im Dateimanager
Windows geht ziemlich großzügig mit dem zur Verfügung stehenden Platz am Bildschirm um, wenn es die Piktogramme automatisch anordnen soll. Wenn - oder besser: sobald - es zu eng wird, lassen sich die Abstände jedoch ändern.
In der Systemsteuerung aus der Hauptgruppe finden Sie ein Programm "Desktop". Darin findet sich ein Parameter mit der Bezeichnung "Symbolabstand". Hier ist ein Wert von 100 vorgegeben, den Sie ohne weiteres beispielsweise auf 80 reduzieren können.
Da sich diese Einstellung leider nur für den waagerechten Symbolabstand zuständig fühlt, müssen wir jetzt noch einen Eintrag in der Datei WIN.INI vornehmen. Suchen Sie darin mit einem Texteditor nach der Rubrik [Desktop]. Hier wird folgende Zeile eingefügt:
IconVerticalSpacing=60
Der Standardwert liegt bei 70, zulässig sind Parameter von 1 bis 100. Anschließend müssen Sie die Datei wieder abspeichern und Windows neu starten, damit die Änderungen auch wirksam werden.
Datei-Manager via Tastatur bedienen
Es ist zwar recht komfortabel, Windows mit der Maus zu bedienen. Für geübte Anwender mag es aber eine Erleichterung darstellen, daß sich viele Funktionen auch schnell und einfach über eine "Hotkey" über die Tastatur aufrufen lassen:
F5 gewähltes Verzeichnisfenster aktualisieren
F7 selektierte Datei(en) verschieben
F8 selektierte Datei(en) kopieren
Entf selektierte Datei(en) löschen
Enter selektierte Datei starten
Tab Wechsel zw. Laufwerksymbolen/Verzeichnissen
Bild hoch Scrollen eine Seite nach oben
Bild unten Scrollen eine Seite nach unten
Pos1/Ende Sprung zum ersten/letzten Eintrag
<A..Z> Wählt ersten Eintrag, der entspr. beginnt
<*> Einblendung aller Unterverzeichnisse
<+> Einblendung der Unterverzeichnisse (Ordner)
<Strg #> Auswahl aller Dateien im Verzeichnis
<Strg ^> Alle Markierungen löschen
Strg Tab Verzeichnisfenster wechseln
<Strg A..Z> Laufwerk mit angegebenem Buchstabe wählen
Umsch Pfeil Selektion oder Deselektion von Einträgen
Umsch F4 Offene Fenster nebeneinander anordnen
Umsch F5 Offene Fenster überlappend anordnen
Umsch ALT F4 Aktuelle Einstellungen speichern
ALT ENTER Programmeigenschaften-Fenster aufrufen
Task-Liste anzeigen
Mit der Tastenkombination Strg ESC holen Sie eine Liste aller momentan laufenden Anwendungen auf den Bildschirm. In der dazugehörenden Dialogbox läßt sich die gewünschte Anwendung per Doppelklick oder mit den Cursortasten und der ENTER-Taste aktivieren. Nicht mehr benötigte Anwendungen, auch mehrere auf einmal, können hier auch geschlossen werden. Markieren Sie die zum Abschuß freigegebenen Applikationen und klicken dann auf "Task beenden". Sie müssen nicht extra in jede Anwendung wechseln.
Anwendungen schnell öffnen und schließen
Software ist mit der Maus im allgemeinen zwar einfacher zu bedienen, doch schneller ist man mit der Tastatur. So hangeln Sie sich mit wenigen Handgriffen leicht von Anwendung zu Anwendung. Jedes Programm kann mit einer Tastenkombination belegt werden, mit der es sich dann vom Programm-Manager aus starten läßt. Markieren Sie das entsprechende Icon, öffnen Sie die Programmeigenschaften mit den Tasten ALT ENTER, klicken Sie in das Eingabefeld "Tastenkombination" und drücken einfach die Tasten, die zur "Hotkey" (Tastatur-Kürzel) gehören sollen, zum Beispiel ALT STRG W für Winword. Mit dem selben Kürzel können Sie auch von anderen Anwendungen zu dem entsprechenden Programm wechseln, falls es schon gestartet wurde.
Drucker-Bremse
Windows stellt für das Drucken im "Hintergrund" recht viel Rechenzeit bereit. Oft wird beim Drucken die Arbeit im Vordergrund spürbar aufgehalten. Um die für den Drucker reservierte "Zeitscheibe" zu verkleinern, öffnen Sie den Druckmanager und stellen im Optionen-Menü "Niedrige Priorität" ein.
Schnell zwischen Anwendungen umschalten
Um schnell per Tastatur von einer zur nächsten laufenden Anwendung umzuschalten (zum Beispiel AmiPro - Winword - Excel) halten Sie die ALT-Taste gedrückt und drücken dann so oft die Tab-Taste (die Taste mit den beiden Pfeilen ganz links), bis in der Bildschirmmitte der Name der gewünschten Anwendung mit Piktogramm zu sehen ist. Lassen Sie nun die ALT-Taste los, damit Windows in dieses Programm wechselt. Dieser Trick gilt jedoch nur für bereits laufende Applikationen.
Truetype-Schriften per Drag and Drop installieren
Wem die Installationsprozedur für Truetype-Schriften zu umständlich ist, zum Beispiel weil sehr viele Fonts installiert werden sollen, kann dafür auch die "Drag and Drop"-Möglichkeiten von Windows 3.1 nutzen.
Öffnen Sie dazu den Datei-Manager, und wechseln Sie in das Verzeichnis, dem die zu installierenden Schriften entstammen. Öffnen Sie anschließend die Systemsteuerung aus der Hauptgruppe des Programm-Managers und wählen dort das Schriftarten-Symbol. Ordnen Sie den Dateimanager und das Schriftarten-Fenster nebeneinander auf Ihrem Monitor an. Nun lassen sich alle gewünschten Schriftdateien (*.TTF) einfach bei gedrückter Maustaste mit der Maus aus dem Dateimanager in das Schriftart-Fenster ziehen. Wenn Sie dort die Maustaste wieder loslassen, wird die gewählte Schrift automatisch installiert. Im Dateimanager lassen sich sogar ganze Gruppen von TTF-Dateien markieren (mit UMSCH und STRG), diese können Sie dann gemeinsam in das Schriftarten-Fenster ziehen.
Der Clou dabei: Sogar gepackte Truetype-Fonts (Endung .TT_), die man normalerweise erst mit dem Utility EXPAND entpacken müßte, lassen sich auf diese Weise installieren. Sie werden vom System automatisch entpackt und dann im System verankert.
Lokale Swap-Datei benutzen
Wenn Sie mit Windows 3.1 in einem Netzwerk arbeiten, mag die Versuchung groß sein, die Speicherplatz-intensiven temporären Auslagerungsdateien (Swap-Files) nicht auf der eigenen Festplatte, sondern auf einer Platte des Netzes unterzubringen (Änderung TEMP= in der AUTOEXEC.BAT).
Davon ist dringend abzuraten. Erstens würden die Performance-Vorteile, die solch eine Auslagerung bringt, spätestens durch die Verbindung zum Server wieder zunichte gemacht werden. Zweitens kommt es vor, daß die Verbindung zum Server abbricht. Dann steht Windows ohne seine TMP-Dateien da - und das führt zu sehr "großflächigen" Datenverlusten. Versuchen Sie also, der Versuchung zu widerstehen.
Tips zu Windows' Smartdrive
Bei der Installation des Windows-Systems wird automatisch das Festplatten-Cache-Programm Smartdrive in Ihr System eingebunden. Festplattenzugriffe werden dadurch beschleunigt, indem der PC die zu schreibenden und zu lesenden Daten im Arbeitsspeicher des Computers zwischenspeichert. Essentiell wichtig für die optimale Funktion dieses Hilfsprogramms ist die Speichermenge, die ihm für diese Pufferung zur Verfügung gestellt wird.
Ob Smartdrive auf Ihrem System optimal arbeitet, können Sie ganz leicht selbst feststellen. Starten Sie den PC neu und aktivieren Windows. Hier sollten Sie nun ein wenig arbeiten, verschiedene Programme starten und wieder beenden, Dateien öffnen und schließen, und so weiter. Dadurch bekommt der Cache einige Arbeit. Jetzt machen wir uns daran, die Leistung auszuwerten.
Öffnen Sie nach einiger Zeit ein DOS-Fenster, indem Sie das Symbol "MS-DOS Eingabeaufforderung" aus der Hauptgruppe im Programm-Manager doppelt anklicken. Geben Sie dann den Befehl
SMARTDRV /S
ein. Das Programm zeigt in Form einer Statistik jetzt einige wichtige Kenndaten, darunter etwa in der Mitte auch die Informationen
xxx mal konnten die Daten dem Cache entnommen werden
und
yyy mal mußten die Daten vom Datenträger gelesen werden
Die Zahlen xxx (Größenordnung typisch 50000) und yyy (typisch 3000) sind für die Auswertung wichtig. Addieren Sie die beiden Zahlen und teilen Sie das Ergebnis durch die Zahl yyy. Liegt das Endergebnis über 8,5, arbeitet Ihr Cache zufriedenstellend. Bei Werten über 9,5 dürfen Sie sich selbst auf die Schulter klopfen: Ausgezeichnet.
Bleibt dieser errechnete Wert jedoch auch nach mehreren Versuchen hartnäckig unter 8, stellen Sie Smartdrive besser mehr Speicher zur Verfügung.
Als Anhaltspunkt dient folgende Tabelle, der Sie entnehmen können, wieviel RAM Sie Smartdrive zuordnen sollten, je nachdem, mit welchem Gesamt-RAM-Arbeitsspeicher Ihr PC ausgerüstet ist:
Arbeitsspeicher DOS-Cache Windows-Cache
bis 2 MByte 1024 KByte 512 KByte
2 bis 4 MByte 2048 KByte 1024 KByte
über 4 MByte 2048 KByte 2048 KByte
Um Smartdrive entsprechend dieser Tabelle anzupassen, müßte ein Eintrag in der AUTOEXEC.BAT verändert werden. Wenn Sie diese Datei mit einem Texteditor öffnen, finden Sie darin eine Zeile wie folgt:
C:\WINDOWS\SMARTDRV.EXE
Sollten dahinter bereits zwei Zahlen stehen, so handelt es sich dabei um die Definition des für Smartdrive reservierten Puffers. Ändern Sie diese Angaben entsprechend unserer Tabelle, oder fügen Sie sie ggf. hinzu (durch je ein Leerzeichen getrennt). Die erste Zahl gibt den Umfang des DOS-Cache in KByte an, die zweite Zahl bestimmt den bei Windows zu verwendenden Cache. Wollen Sie also beispielsweise als Besitzer eines 3 MByte PC unserer Empfehlung folgend 2048 KByte DOS-Cache und 1024 KByte Windows-Cache einrichten, ändern Sie die AUTOEXEC.BAT-Zeile wie folgt:
C:\WINDOWS\SMARTDRV.EXE 2048 1024
Nach der Änderung der Datei und dem Speichern starten Sie Ihren Rechner neu, damit die neuen Vorgaben wirksam werden.
Virtuelle Laufwerke mit WINSTART.BAT
Die bekannte Steuerdatei AUTOEXEC.BAT, sie wird beim Einschalten des PCs automatisch ausgeführt, bietet bequem die Möglichkeit, bestimmte Systemeinstellungen oder sonstige Aktionen automatisiert ablaufen zu lassen. Ähnliches gilt für Windows 3.1: Hier muß die beim Hochfahren der Oberfläche auszuführende Batchdatei WINSTART.BAT heißen. Existiert im Windows-Verzeichnis so ein File, wird es genau in dem Moment automatisch gestartet, in dem von dem Startlogo auf die Oberfläche umgeschaltet wird.
Anwendungen für diese Stapeldatei gibt es unzählig viele, daher hier nur ein sehr nützliches Beispiel. Sicherlich haben Sie sich auch schon oft darüber geärgert, daß Sie sich zum Öffnen eines Text-, Grafik- oder Tabellendokuments immer erst durch die Verzeichnisstrukturen Ihrer Festplatte hangeln müssen. Viel einfacher wäre es doch, beispielsweise für die Textverarbeitung für das Textverzeichnis ein eigenes virtuelles Laufwerk zu erzeugen, das man dann einfach durch Angabe des Laufwerksbuchstabens anwählen kann. MS-DOS bietet hier mit dem SUBST-Befehl eine entsprechende Möglichkeit. Benutzt man SUBST zum Beispiel in der folgenden Form auf DOS-Ebene, kann man sein Textverzeichnis einfach durch Angabe des neuen Laufwerksbuchstabens "D:" erreichen:
SUBST D: C:\WINDOWS\WINWORD\TEXTE
Einziger Nachteil: Laufwerk D: existiert fortan permanent, auch wenn man es nur während einer Windows-Sitzung benötigt. Genau hier kommt die erwähnte WINSTART.BAT zum Zuge: Geben Sie den SUBST-Befehl nämlich nicht auf DOS-Ebene ein, sondern setzen ihn in die WINSTART.BAT-Datei, wird das Laufwerk D: immer dann automatisch eingerichtet, wenn Sie Windows aufrufen. Verlassen Sie die grafische Oberfläche, wird auch das virtuelle Laufwerk automatisch wieder aus dem System entfernt.
Größerer Umgebungsspeicher für DOS unter Windows
Startet man DOS-Programme mit Hilfe einer PIF-Datei unter Windows, kann die Fehlermeldung "Kein Platz im Umgebungsspeicher" auftreten. Sie bemängelt nicht etwa zu kleinen physikalischen Hauptspeicher, sondern meint, daß der Puffer, in dem Umgebungsvariablen gespeichert werden, zu klein bemessen ist. Standardmäßig sind das 256 KByte.
Tritt die Fehlermeldung auf, müssen Sie in der PIF-Datei mehr Platz für den Umgebungsspeicher zur Verfügung stellen. Da der PIF-Editor einen entsprenden Regler nicht enthält, behelfen wir uns mit dem Trick, nicht direkt das auszuführende Programm aufzurufen, sondern den DOS-Interpreter COMMAND.COM.
Öffnen Sie Ihre PIF-Datei im PIF-Editor via "Datei/Öffnen". In der Zeile "Programmdateiname" finden sich nun Pfad und Name des zu startenden Programms. Diesen Eintrag löschen Sie und setzen dafür den Text "COMMAND.COM" ein, eventuell noch mit dem Pfad "C:\DOS".
Zwei Zeilen weiter unten, bei den "Programmparametern", tragen Sie die Optionen des COMMAND.COM-Aufrufs ein: Zunächst hinter /E: die Größe des Environment-Speichers in KByte. Durch ein Leerzeichen getrennt geben Sie dann noch den Parameter /C ein, der bewirkt, daß eine Kopie des Interpreters im Speicher installiert wird. Hinter einem weiteren Space folgt dann der Dateiname mit Pfadangabe. Handelt es sich beispielsweise um die Textverarbeitung WORD für DOS im Verzeichnis C:\MSWORD, und wurde der Umgebungsspeicher auf 512 KByte dimensioniert, lautet der vollständige Eintrag in der Programmparameter-Zeile so:
/E:512 /C C:\MSWORD\WORD.COM
Abschließend sollte die geänderte PIF-Datei mit dem Befehl "Datei/Speichern" geschlossen werden.
Mit mehreren Autostart-Gruppen arbeiten
Die "Autostart"-Programmgruppe von Windows ist schon eine praktische Sache: Alle Programme, deren Piktograppe in dieser Gruppe des Programm-Managers aufgeführt sind, werden nach dem Start von Windows automatisch ausgeführt. Sehr schön wäre es allerdings, wenn man mit mehreren Autostart-Gruppen zugleich arbeiten könnte und beim Aufruf von Windows auswählen, welche denn jetzt berücksichtigt werden soll. Windows 3.1 selbst bietet da keine Unterstützung, mit einem kleinen Kunstgriff klappt es dennoch.
Legen Sie zunächst Ihre verschiedenen Autostart-Gruppen an, die beispielsweise jeweils auf eine bestimmte Arbeitssituation zugeschnitten sein könnten. Nutzen Sie dazu den Befehl "Datei/Neu" des Managers, in dem folgenden Fenster wählen Sie dann die Option "Programmgruppe". Bestätigen Sie nun mit "OK", so können Sie Ihrer Gruppe im nächsten Fenster einen Namen geben. Tippen Sie hier beispielsweise PROJEKT_1, PROJEKT_2 und so weiter ein. Um das Feld "Gruppendatei" brauchen Sie sich nicht weiter zu kümmern. Anschließend können Sie die in den neuen Autostart-Gruppen benötigten Icons einfach aus anderen Gruppen kopieren, indem Sie sie mit der Maus von einem Fenster ins andere ziehen und dabei die STRG-Taste gedrückt halten ("Drag and Drop").
Sind alle Autostartgruppen fertig, folgt der eigentliche Trick: Fügen Sie einfach in der Rubrik [Settings] der Datei PROGMAN.INI (sie findet sich in Ihrem Windows-Verzeichnis) die Anweisung "Startup=" ein, wobei der Name der gewünschten Autostartgruppe hinter das Gleichheitszeichen gehört. Wollen Sie also beispielsweise, daß zu Beginn Ihrer nächsten Windows-Sitzung alle Programme aus der Gruppe "PROJEKT_1" vollautomatisch starten, so lautet die korrekte Anweisung
Startup=PROJEKT_1
Mit Hilfe einer Batchdatei, die diesen Eintrag in PROGMAN.INI automatisch menügesteuert ändert, ließe sich dieser Vorgang sogar noch weiter automatisieren.
(Nikolaus M. Heusler)